Emirates-Chef Tim Clark: Europas Airlines sollen sich nicht so anstellen

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InterviewEmirates-Chef Tim Clark: Europas Airlines sollen sich nicht so anstellen

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Sir Tim Clark leitet seit 2003 die Fluglinie Emirates aus Dubai.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Emirates-Chef Tim Clark kämpft gegen Billigflieger und die US-Politik. Im Interview spricht er darüber, warum die Branche noch ordentlich durchgeschüttelt wird und warum Europas Airlines nur lamentieren.

WirtschaftsWoche: Sir Tim, über Jahrzehnte sind Emirates und die anderen Golf-Fluglinien immer nur gewachsen. Nun häufen sich Probleme. Endet Ihre Erfolgsserie?

Tim Clark (Erstaunt): Nein, warum sollte sie?

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Zur Person

  • Sir Tim Clark

    Sir Tim Clark, 67, leitet seit 2003 die Fluglinie Emirates aus Dubai. Der auf der niederländischen Karibikinsel Aruba geborene Brite machte das Staatsunternehmen zur weltgrößten Langstreckenlinie. Clark ist seit 2009 Mitglied der französischen Ehrenlegion und wurde 2014 von der britischen Königin Elisabeth II. geadelt.

Ihr Gewinn ist zuletzt um drei Viertel eingebrochen.

Es sind verschiedene Gründe, warum unser Gewinn zurückgegangen ist. Dies ist natürlich keine gute Geschichte. Die Märkte, in die wir fliegen, ändern sich. Dazu senken unsere Wettbewerber wie nie zuvor die Preise und wir müssen reagieren. Und zu guter Letzt drückt der starke Dollar, an dem ja auch der Dirham als unsere lokale Währung hängt, unsere Umsätze. Das gilt besonders für Einnahmen aus Ländern mit schwächerer Währung wie Großbritannien oder viele Länder Afrikas.

Also haben Sie doch Probleme?

Ja. Aber die Probleme treffen auch unsere Wettbewerber. Wir haben am Ende so ziemlich eine der niedrigsten Kostenstrukturen auf der internationalen Langstrecke der Branche und werden durchhalten. Es geht in unserer Branche immer auf und ab oder auch mal längere Phasen niedrigerer Gewinne. Doch das geht vorbei.

Jetzt mal konkret: Wie schlecht wird das laufende Geschäftsjahr?

Weniger gut als das vorige, aber nicht schlecht. Sicher das erste Halbjahr war mäßig. Doch inzwischen haben wir das schlimmste hinter uns. Die Preise sinken nicht mehr und die Nachfrage steigt wieder, auch im mittleren Osten.

Weil der steigende Spritpreis den Öl- und Gaskonzernen hilft?

Nur zu einem geringen Teil, denn noch ist der Preis nicht beim magischen Punkt von 55 Dollar pro Fass, ab dem die meisten wieder Geld verdienen. Zudem hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch der Finanzsektor gelitten. Doch der Markt ist generell wieder stärker geworden.

Skytrax-Ranking: Die besten Airlines der Welt

  • Platz 10

    Garuda Indonesia

    Vorjahr: Rang 11

    Quelle: Skytrax

  • Platz 9

    Hainan Airlines

    Vorjahr: Rang 12

  • Platz 8

    Etihad Airways

    Vorjahr: Rang 6

  • Platz 7

    Lufthansa

    Vorjahr: Rang 10

  • Platz 6

    EVA Air

    Vorjahr: Rang 8

  • Platz 5

    Cathay Pacific

    Vorjahr: Rang 4

  • Platz 4

    Emirates

    Vorjahr: Rang 1

  • Platz 3

    ANA All Nippon Airways

    Vorjahr: Rang 5

  • Platz 2

    Singapore Airlines

    Vorjahr: Rang 3

  • Platz 1

    Qatar Airways

    Vorjahr: Rang 2

Wie passt es dazu, dass Sie laut Presseberichten Personal entlassen?

Wir hatten nur einige wenige Wechsel im Unternehmen und eine natürliche Fluktuation. Wenn ein Mitarbeiter an die Grenzen seiner Fähigkeiten kommt, geht man auf vernünftige Art getrennte Wege. Doch wir wachsen und verdienen Geld, warum sollten wir da Stellen abbauen?

Immerhin haben Sie die Abnahme von einem Dutzend von Ihnen bestellter neuer A380 verschoben?

Das lag nicht an uns, sondern am Triebwerkshersteller Rolls Royce. Der hatte eine Verzögerung bei einer neuen Technik. Also haben wir uns geeinigt, die Flugzeuge später zu übernehmen.

Sie bekommen ihren bislang letzten A380 im Jahr 2019, habe aber noch 25 offene Bestellungen. Wann kommen die?

Zwischen 2021 und 2025.

Warum die Pause? Airbus hätte Ihnen die Maschinen sicher gerne früher geliefert.

Und ob. Denn soweit ich weiß haben die zwischen 2019 und 2021 noch keine festen Bestellungen. Doch wir können die nicht nehmen. Und bevor Sie fragen: zwar nicht wegen irgendwelcher Krisen. Wir bringen sie auf dem heutigen Flughafen in Dubai nicht mehr als die dann 115 A380 unter.

Und in 2021 sind Sie doch auch noch auf dem alten Flughafen in Dubai. Wo bringen Sie dann die 25 anderen Maschinen unter?

Wir werden ab 2021 die ersten A380 ausmustern und die kommenden 25 sind als Ersatz geplant. Nur wenn wir die älteren A380 früher abstoßen, hätten wir früher Raum für neue.

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Und wollen sie die verkaufen oder hat Airbus angeboten Ihnen die älteren Jets vorzeitig abzunehmen?

Nein zu beiden.

Sie fordern ja eine A380neo neue Version mit neuen Triebwerken und mehr Platz in einem verlängerten Rumpf. Wie wir gehört haben gab es ein Angebot von Rolls Royce für eine neue Triebwerksversion. Wollten sie die nicht?

Zu dem Modell dürfen sie nicht uns fragen sondern in Toulouse bei Airbus. Ja, es gab mal eine Zeit als der A380neo eine passenden Turbine, neue Flügel und weniger Gewicht hatte. Das hätte den Verbrauch gesenkt und wir wären interessiert gewesen. Nun gibt es wieder eine Idee mit schmaleren Treppen. Aber ich sehe das derzeit nicht.

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