Ende der Nachrichtenagentur: dapd muss Betrieb endgültig einstellen

Ende der Nachrichtenagentur: dapd muss Betrieb endgültig einstellen

Insolvenzverwalter Petra Hilgers hat an diesem Donnerstag auf einer Mitarbeiterversammlung das Ende der Nachrichtenagentur dapd verkündet. Die Belieferung der Kunden werde um 17 Uhr eingestellt.

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Nach Informationen von Newsroom.de soll die Insolvenzverwalterin das Ende der Nachrichtenagentur auf einer Mitarbeiterversammlung verkündet haben.

175 Mitarbeiter und zahlreiche freie Journalisten sind von der Schließung betroffen. Noch gestern hatte es bei Newsroom geheißen, dass die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti Interesse an der angeschlagenen dapd bekundet habe. Der stellvertretende RIA-Novosti-Chefredakteur Valery Levchenko erklärte, dass die Nachrichtenagentur durch den Einstieg bei dapd ihre Sichtbarkeit auf dem europäischen Markt stärken könnte. "Nachdem zuvor bereits mehrere Verhandlungspartner abgesprungen waren, hat auch die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti als letzter aussichtsreicher Gesprächspartner am 09.04.2013 die Gespräche abgebrochen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Zustimmung der Gesellschafter habe nicht vorgelegen, und es sei kein Wagniskapital zur Verfügung gestellt worden, „um die derzeit entstehenden Verluste in der Agentur bei Weiterführung des Betriebs aufzufangen“. Sollte kurzfristig doch noch eine Zusage kommen, „wird Frau Dr. Hilgers die Chance zur Sanierung nutzen“. Jeder abgelaufene Tag minimiere jedoch die Sanierungsaussichten.

Auch auf Twitter häufen sich die Stimmen vom Ende der Nachrichtenagentur: Der frühere dapd-Volontär und Redakteur Jens Twiehaus schreibt dort: R.I.P Ex-Arbeitgeber und Christian Wolf, Politik-Redakteur bei dapd in NRW bedankt sich bei den Kollegen: Kollegen, es war mir eine Ehre, mit Ihnen arbeiten zu dürfen.

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Der Deutsche Journalisten-Verband nannte die Entscheidung der Insolvenzverwalterin eine "Katastrophe für die Redakteure und freien Journalistinnen und Journalisten von dapd". Sie erhalten noch für April Insolvenzgeld.
Die in Berlin ansässige Nachrichtenagentur hatte Anfang März zum zweiten Mal binnen fünf Monaten Insolvenz angemeldet. Der Journalist Ulrich Ende übernahm dapd zum 1. Februar, wurde dann aber nach eigenen Angaben von Partner-Investoren im Stich gelassen. dapd und ihre Vorgängeragentur ddp waren in der 42-jährigen Unternehmensgeschichte insgesamt viermal pleite gegangen.

Insolvenz der DAPD Haben sich die Investoren übernommen?

Die Pleite der Nachrichtenagentur nährt Spekulationen über das umstrittene Investorenduo Martin Vorderwülbecke und Peter Löw.

dapd- Investoren Löw (links) und Vorderwülbecke Quelle: dpa

Zuvor erklärte bereits der "Spiegel-Verlag" in Hamburg, dass die deutschsprachige Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „New Scientist“ sieben Monate nach dem Start wieder eingestellt wird. Das wöchentlich erscheinende Heft werde am 31. Mai dieses Jahres zum letzten Mal herausgebracht. „Das publizistische Konzept wurde im deutschen Markt nicht ausreichend angenommen“, erklärte Geschäftsführer Michael Plasse in der Mitteilung.
Die Lizenzausgabe des gleichnamigen britischen Magazins gab die New Scientist Deutschland GmbH - eine 100-prozentige Tochter des „Spiegel“-Verlags - seit Anfang November 2012 heraus. Das Magazin war mit einer Auflage von 40 000 Exemplaren und einem Einführungspreis von zwei Euro gestartet, vom vierten Heft an kostete es regulär 4,50 Euro. 13 Mitarbeiter waren dafür befristet eingestellt worden.

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