Entscheidung im Dezember : ADAC steht vor Strukturreform

Entscheidung im Dezember : ADAC steht vor Strukturreform

Nach den vielen Skandalen muss der ADAC etwas ändern und steht vor einem Umbau. In Zukunft sollen Externe den Club, der inzwischen mehr einem Konzern gleicht, kontrollieren - mit einer Stiftung.

Europas größter Autoclub ADAC steht nach dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis „Gelber Engel“ und Kritik an seinen wirtschaftlichen Aktivitäten vor einer grundlegenden Strukturreform. Grundsätzlich wolle der Autoclub eine Mitgliederorganisation in Form eines Vereins bleiben, teilte ADAC-Sprecher Christian Garrels am Samstag mit. Für mehr Transparenz sowie für die „erforderliche und sinnvolle Trennung zwischen Vereins- und Wirtschaftsaktivitäten“ werde der außerordentlichen ADAC-Hauptversammlung am 6. Dezember ein entsprechender Reformentwurf vorgelegt. Damit solle auch der Vereinsstatus gesichert werden.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V.

  • Was gehört zum Unternehmen ADAC?

    Neben dem Verein hat der ADAC viele Firmen gegründet. Sie wickeln die zahlreichen Geschäfte ab. Dazu zählen etwa die Autovermietung, eigene Angebote für Versicherungen oder ein Verlag. Gebündelt sind die Firmen unter dem Dach der ADAC Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst GmbH. Insgesamt verbuchte der ADAC dort 2012 einen Umsatz von 1,03 Milliarden Euro. Rund 8600 Menschen arbeiten beim ADAC. Damit ist der Club ein stattliches Unternehmen, auch wenn es gemessen am Umsatz bei weitem nicht für die Top 100 in Deutschland reicht.

  • Was finanziert der ADAC mit den Beiträgen?

    2012 knackte der ADAC erstmals die Milliarden-Euro-Grenze bei den Mitgliedsbeiträgen. 2012 flossen knapp 323 Millionen Euro in Hilfeleistungen wie den Pannendienst oder die Luftrettung. Für den Mitgliederservice wie etwa Geschäftsstellen flossen knapp 155 Millionen Euro, für die Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ 53 Millionen Euro. Gut 343 Millionen Euro gingen in die Beiträge zur Gruppenversicherung für die Mitglieder.

  • Verdient der ADAC als e.V. denn Geld?

    Das Bürgerliche Gesetzbuch schreibt vor, dass Vereine kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sein dürfen. Deswegen hat sich im ADAC die Doppelstruktur aus Verein und den Tochterunternehmen entwickelt. Diese erzielen nicht alle Überschüsse, die Luftrettung etwa ist ein Zuschussgeschäft. Unter dem Strich nimmt der ADAC allerdings in der Regel mehr Geld ein als er ausgibt. Auch der Verein erzielt Überschüsse und zahlt Steuern. Die erwirtschafteten Mittel fließen in die Rücklage oder werden investiert. Die Struktur des ADAC war in den vergangenen Jahren immer wieder umstritten.

Nicht bestätigen und nicht kommentieren wollte Garrels Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und von NDR Info, wonach der kommissarische ADAC-Präsident August Markl ein Modell favorisiert, das eine Ausgliederung der ADAC-Firmenholding in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Nach diesen Informationen soll der Autoclub daran statt bisher 100 Prozent künftig nur noch 74,9 Prozent der Anteile besitzen, Minderheitsgesellschafter der AG mit Sperrminorität solle eine neu zu gründende ADAC-Stiftung werden.

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