Erfolg des Billigflieger: Der nächste Höhenflug von Ryanair

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Erfolg des Billigflieger: Der nächste Höhenflug von Ryanair

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Für das Geschäftsjahr bis Ende März peilt Ryanair nun einen Überschuss von 840 bis 850 Millionen Euro statt bisher 810 bis 830 Millionen an.

Zum dritten Mal binnen weniger Monate hat Ryanair seine Gewinnprognose erhöht. Dank wachsender Passagierzahlen und sinkender Kosten ist der irische Billigflieger auf einem Höhenflug.

Billigerer Treibstoff, günstige Ticketpreise, mehr Passagiere - beim irischen Billigflieger Ryanair kommt mehr Geld in die Kasse als zunächst erwartet.

Wegen des Passagieransturms im Ende Dezember ausgelaufenen dritten Quartal erhöhte die Gesellschaft am Montag zum vierten Mal in diesem Geschäftsjahr ihre Prognose.

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Für das kommende Jahr ist der Konzern aber vorsichtig. Weil sich Ryanair stärker gegen Schwankungen beim Kraftstoffpreis absichert, profitiere die Gesellschaft weniger als viele Konkurrenten vom Verfall der Ölpreise.

Die letzte Bastion der Lufthansa fällt Jetzt will Ryanair die Geschäftsreisenden

Billigflieger wie Ryanair verkaufen ihre Tickets verstärkt auch über Reisebüros. Das kostet Deutschlands Marktführer Lufthansa viele seiner gut zahlenden Geschäftsreise-Kunden.

Ryanair schielt auf die geschäftlich-reisenden Kunden von Lufthansa Quelle: dpa Picture-Alliance

Für das Geschäftsjahr bis Ende März peilt Ryanair nun einen Überschuss von 840 bis 850 Millionen Euro statt bisher 810 bis 830 Millionen an. Im Mai war Vorstandschef O'Leary sogar nur von 580 bis 620 Millionen Euro ausgegangen. Die Airline dämpft aber ungeachtet einer erneut angehobenen Gewinnprognose die Erwartungen für 2015, das Jahr des 30. Geburtstages des Billigfliegers. „Wir haben die Absicht, die allermeisten, wenn nicht alle Ersparnisse aus dem niedrigen Ölpreis an unsere Kunden weiterzugeben“, sagte Vorstandschef Michael O'Leary am Montag.

Angriff auf die Lufthansa

Die Strategie von Ryanair

  • Die Strategie

    Seit Ryanair-Chef Michael O’Leary die Vorteile der Freundlichkeit entdeckt hat, schickt er bei kitzligen Dingen seinen erst vor knapp einem Jahr eingestellten Marketingchef Kenny Jacobs vor. „Das ist unser neues freundliches Gesicht“, so das größte Raubein der Flugbranche. Doch auch wenn der früher bei Handelskonzernen Tesco und Metro tätige Jacobs nett auftritt und im Humor – anders als sein Chef – garantiert jugendfrei ist: Er agiert kaum sanfter beim Kampf um die lukrativste Passagiergruppe der Geschäftsreisenden. „Wir werden zu Europas wichtigster Fluglinie für Manager“, sagt der sportliche 40-Jährige. „Bereits ohne große Werbung verkaufen wir mehr als 10 000 unserer Geschäftsreisepakete pro Woche, und Ende 2017 werden es gut 200 000 pro Woche oder zehn Millionen im Jahr sein.“

    Um die Reiseetats der Manager kämpft Ryanair in drei Schritten.

  • Schritt 1

    Den Anfang machten die Iren vor gut einem Jahr, als die Linie auf dem europäischen Festland zusätzlich zu abgelegenen Flughäfen wie Hahn im Hunsrück vermehrt große Flughäfen wie Hamburg oder Brüssel anflog. Zwölf waren es seit Ende 2013. „Da kommen bis 2017 noch mindestens 20 hinzu“, verspricht Jacobs. In Deutschland will er neben Düsseldorf und Stuttgart sogar im Lufthansa-Drehkreuz München landen.

  • Schritt 2

    Zweiter Schritt war der Anschluss an Reisebürosysteme wie Amadeus, die ihnen direkten Zugang zu den Unternehmenskunden verschaffte.

  • Schritt 3

    Der dritte und sichtbarste Schritt ist ein verbesserter Service für Geschäftsreisende. Den Anfang machte im Herbst das Business Plus Paket, das neben Freigepäck und schnellerer Sicherheitskontrolle auch unbegrenzte Umbuchungen bietet.

  • Konzept

    Das soll nur der Anfang sein. „Die Einzelheiten stellen wir erst im Frühjahr vor“, so Jacobs. Doch erste Verträge mit Unternehmen wie der Deutschland-Niederlassung des Autobauers Ford in Köln zeigen die Richtung. Zum Paket gehören etwa Zusatzservices für die Mitarbeiter wie Gratisverpflegung sowie eine direkte Verbindung von Ryanair zu den internen Controllingsystemen, die direkte Buchungen und – ein Tabubruch – Rabatte ermöglichen. „Wir denken über Rückerstattungen für Großkunden nach“, so Jacobs.

Eine neue Wachstumsstrategie hatte Ryanair bereits Mitte Januar verkündet: Die Airline will in spätestens drei Jahren zehn Millionen Geschäftsreisende pro Jahr transportieren und damit in diesem Segment deutlich stärker wachsen als bisher angekündigt. "Wir werden zu Europas wichtigster Fluglinie für Manager", kündigte Ryanair-Marketingchef Marketingchef Kenny Jacobs in der WirtschaftsWoche an. 

Europas größter Billigflieger attackiert mit diesem Vorstoß die Lufthansa direkt. Deutschlands Marktführer verliert so den letzten großen Vorteil gegenüber den Discountern. Geschäftsreise-Kunden bezahlen häufig hohe Ticketpreise und steigern so den Umsatz der Airlines enorm.

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