Eurowings : Flugbegleiter könnten ab Montag streiken

Eurowings : Flugbegleiter könnten ab Montag streiken

, aktualisiert 20. Oktober 2016, 17:20 Uhr

Fluggäste der Eurowings müssen sich ab Montag auf Ausfälle einstellen. Die Gewerkschaft des Kabinenpersonals Ufo hat zu Streiks aufgerufen. Die Auswirkungen sind noch nicht absehbar.

Neuer Arbeitskampf im Lufthansa-Konzern: Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat ab kommenden Montag Arbeitsniederlegungen bei Eurowings angekündigt. Zwei Wochen lang könnten dann jederzeit Streiks stattfinden, die Öffentlichkeit werde über die einzelnen Maßnahmen rechtzeitig informiert, sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies am Donnerstag in einer Video-Botschaft. Die Verhandlungen mit dem Management erklärte er zugleich für gescheitert. „Gespräche werden nicht mehr aufgenommen, der Prozess ist beendet.“

Einzelheiten zu den anstehenden Streikmaßnahmen nannte Baublies nicht. Doch der Arbeitskampf könnte weiter eskalieren, wenn sich nach zwei Wochen bei den Tarifpartnern keine Anzeichen für ein Einlenken ergeben. So werde Ufo gegebenenfalls dann auch zu einem unbefristeten Streik aufrufen, hieß es weiter. Für die Weihnachtszeit schloss Baublies allerdings schon jetzt die Fortsetzung des Arbeitskampfes aus.

Anzeige

Bei der Eurowings stieß die Ankündigung auf Unverständnis. Alle Beteiligten wüssten, dass eine Lösung nur am Verhandlungstisch erzielt werden könne, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Das Unternehmen stehe jederzeit für Gespräche bereit. Die Fluggesellschaft zeigte sich zudem zuversichtlich, trotz der anstehenden Streiks die meisten ihrer Flüge bewältigen können.

Fluggastrechte - Der Weg zur Entschädigung

  • Voraussetzungen

    Ein Anspruch auf Entschädigung besteht, wenn der Kunde aufgrund von Überbuchung oder eines gestrichenen Fluges seine Reise nicht antreten kann oder das Reiseziel mit mindestens dreistündiger Verspätung erreicht. In diesen Fällen gilt laut EG-Fluggastverordnung die Entschädigungspauschale von 250 bis zu 600 Euro. Ab Ende des Jahres, in dem der Flug angetreten wurde, haben Passagiere drei Jahre zeit, ihren Anspruch geltend zu machen.

    Quelle: Verbraucherzentrale / Stiftung Warentest

  • Beschwerde

    Wer sich dazu entschließt, eine Beschwerde bei der Fluggesellschaft einzureichen, hat drei Möglichkeiten: diese selbst einreichen, den Fall an einen Anwalt übergeben oder auf Dienstleister und Schlichtungsstellen zurückzugreifen, die dabei helfen, Entschädigungen zu erwirken. Stiftung Warentest rät, sich im ersten Schritt an die Airline selbst zu wenden. Ist diese nicht kooperativ, können im zweiten Schritt Schlichter, Anwälte oder Inkassodienste zu Rate gezogen werden.

  • Verbraucherzentralen

    Dei Verbraucherzetralen helfen Fluggästen mit einer kostenlosen Ersteinschätzung. Die zuständige Zentrale finden Sie unter www.verbraucherzentrale.de/home

  • Schlichtungsstelle Söp

    Seit dem 1. November 2013 können sich Passagiere außergerichtlich an die private Schlichtungsstelle für den öffentlichen Nahverkehr (SÖP) wenden, wenn deren Rechte von den Fluglinien ignoriert werden. Die Inanspruchnahme der SÖP ist kostenfrei, aber auch unverbindlich.

  • Anwalt

    Viele Fluggäste sind nicht gewillt, den Streit auf eigene Faust anzugehen und übergeben den Fall an einen Anwalt. Die Anwalts- und Gerichtskosten werden für Passagiere mit Rechtsschutz von der Versicherung getragen. In vielen Fällen ist allerdings ein Selbstbehalt von 150 Euro festgelegt. Ohne entsprechenden Rechtsschutz und im Falle einer gerichtlichen Niederlage muss ein Großteil der Kosten für das Verfahren vom Fluggast selbst übernommen werden.

  • Rechtdienstleister

    Firmen wie EUclaim, Flightright, Fairplane und refund.me bieten Fluggästen die Möglichkeit, sie bei Entschädigungsforderungen zu unterstützen. Sie erheben - anders als Anwälte - keine Kosten, wenn die Klage erfolglos bleibt. Im Erfolgsfall erhalten sie eine Provision.

    Quelle: Stiftung Warentest

Die Geschäftsführung von Eurowings hatte am Mittwochabend Ufo zufolge einen eigenen Vorschlag für eine Schlichtung vom Tisch genommen. Das habe den Tarifkonflikt eskalieren lassen.

Hintergrund des Konflikts ist ein neuer Vergütungstarifvertrag für die rund 400 in Deutschland arbeitenden Flugbegleiter von Eurowings. Dabei geht es um die in Düsseldorf sitzende Gesellschaft, die 23 von bislang 90 Mittelstreckenjets betreibt. Die übrigen Maschinen und Besatzungen stammen von anderen Gesellschaften mit Germanwings an der Spitze. Dort gelten andere Tarifverträge.

Seit 2008 hat ausschließlich Ufo bei der Lufthansa-Tochter neue Tarifverträge für die Flugbegleiter abgeschlossen. Doch inzwischen mischt Verdi stärker mit. Im September hatte die DGB-Gewerkschaft einen Warnstreik des Kabinenpersonals bei Eurowings Deutschland organisiert, in dessen Folge acht Flüge ausfielen. Nach weiteren Angaben des Eurowings-Sprecher will das Unternehmen in der kommenden Woche die Tarifgespräche mit Verdi fortsetzen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%