FedEx will TNT übernehmen: Der abgekupferte Deal

FedEx will TNT übernehmen: Der abgekupferte Deal

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Der US-Paketdienst Fedex will seinen niederländischen Wettbewerber TNT Express schlucken. Pro Aktie werden werden acht Euro geboten.

von Jacqueline Goebel

FedEx will seinen niederländischen Konkurrenten TNT übernehmen. Damit greift FedEx seinen ärgsten Konkurrenten UPS auch in Europa an. Das ist bitter, denn der Plan zur Fusion mit TNT stammt eigentlich von UPS.

Der Plan ist genial, wenn auch nicht originell: Mit der Übernahme von TNT will sich der amerikanische Expressdienst FedEx den europäischen Markt erobern. 4,4 Milliarden Euro ist FedEx der Deal wert. Die Amerikaner zahlen damit mehr als 30 Prozent Zuschlag auf den Aktienkurs von TNT zum Stand letzter Woche. Doch dafür kann FedEx mit der Fusion gleichzeitig seinem ärgsten Konkurrenten UPS einen empfindlichen Schlag versetzen.

Denn es waren die Manager von UPS, die im Hauptquartier in Atlanta einst den Plan entwickelt hatten, TNT zu übernehmen. Der niederländische Paketdienst mit seinen orangen Lieferwagen und seiner Marktpräsenz in Westeuropa war eine gute Ergänzung für die Amerikaner, die mit dem innereuropäischen Geschäft wachsen wollten. 2012 kündigte UPS an, dass sie die Niederländer aufkaufen wollen. Ein Jahr später erteilte die EU-Komission der Fusion eine Absage - zur Überraschung von UPS und TNT.

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Milliarden-Fusion im Paketmarkt Fedex will TNT Express übernehmen

Zwei Konkurrenten der Deutschen Post wollen sich zusammenschließen: Der US-Paketdienst Fedex will seinen niederländischen Wettbewerber TNT Express schlucken.

Fedex will TNT Express übernehmen Quelle: AP

Beiden Unternehmen hat die geplatzte Übernahme stark geschadet. UPS wollte mit der Übernahme von TNT zur Deutschen Post DHL aufschließen, die mit großem Abstand der wichtigste Spieler im Markt ist. Die Absage der EU-Komission hat UPS in seiner Europa-Strategie um Jahre zurückgeworfen. Der Paketdienst pumpt nun eine Milliarde Euro nach Europa, investiert in seine Liefernetze und Paketzentren und versucht so weitere Marktanteile zu ergattern.

Und bei TNT spitzen sich seit der abgesagten Fusion die Probleme immer weiter zu: Die Niederländer sind zu klein, um mit den großen Expressdiensten wie DHL und UPS mithalten zu können. Mit Sparprogrammen und Stellenabbau versucht TNT, wieder profitabler zu werden. Doch bisher ohne Erfolg: Alleine zwischen Januar und September häufte der Expressdienst im vergangenen Jahr rund 55 Millionen Euro Verlust an.

Für FedEx ist die Schwäche von UPS und TNT damit eine riesige Chance: Das Unternehmen aus Memphis spart fast 800 Millionen Euro bei der Übernahme von TNT, verglichen zu den 5,2 Milliarden Euro, die UPS vor drei Jahren noch für die Niederländer geboten hat. Gleichzeitig hat TNT angefangen, im eigenen Unternehmen aufzuräumen, Kosten zu kappen und ziellose Geschäfte abzustoßen. Damit passen die Niederländer fast besser zu FedEx als zu UPS, die an mehr Standorte in Europa mit eigenen Paketzentren und Lieferverkehren vertreten sind und damit auch viel mehr Überschneidungen zum Geschäft von TNT hatten. Und im Gegensatz zu den Plänen von UPS könnte der Deal zwischen FedEx und TNT auch bei den Kartellbehörden durchkommen.

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Denn noch ist FedEx mit rund zehn Prozent Marktanteil wesentlich schwächer auf dem europäischen Expressmarkt vertreten als UPS. Der Lieferdienst mit den braunen Lastwagen kam 2013 immerhin auf 25 Prozent und war damit zweiter nach der Deutschen Post DHL, die nach eigenen Angaben etwa 40 Prozent Marktanteil im Expressgeschäft haben. Mit dem Zusammenschluss mit TNT, die immerhin noch auf etwa 12 Prozent Marktanteile kommen, hätte UPS zur Deutschen Post DHL aufschließen können. Das Ziel von FedEx ist ein anderes: Die starke Marktposition von DHL gefährdet FedEx nur bedingt. Gefährlich wird das neue Team vor allem UPS, die dann ihren Vorsprung auf FedEx einbüßen könnten. Für UPS bekommt damit die Geschichte über die Folgen der geplatzten TNT-Übernahme noch ein weiteres Kapitel.

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