Fernbusse: Die Greyhounds kommen nach Deutschland

Fernbusse: Die Greyhounds kommen nach Deutschland

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Die Geschäftsführer der Fernbuslinie "MeinFernbus.de", Panya Putsathit (l) und Torben Greve - Das Berliner Bus-Unternehmen will den Markt im Fernverkehr erweitern und eine Alternative zur Konkurrenz der Deutschen Bahn bieten

von Max Haerder

Am 1. Januar 2013 fällt ein Jahrzehnte altes Monopol: Linienbusse dürfen der Bahn endlich deutschlandweit im Fernverkehr Konkurrenz machen. Die ersten Unternehmen warten nur auf ihre Chance. MeinFernbus.de ist einer von ihnen.

Panya Putsathit macht es keine Nummer kleiner: „Wir wollen der bekannteste und beliebteste Fernbusanbieter Deutschlands werden.“ Putsathit ist einer von zwei Geschäftsführern von meinFernbus.de. Gemeinsam mit seinem Partner Torben Greve wollen die beiden einen ganz neuen Markt aufrollen. Am 1. Januar 2013 fallen alle Beschränkungen für Fernbuslinien quer durch Deutschland.

Bisher mussten Busunternehmen vor Genehmigungsbehörden kompliziert beweisen, dass sie ein besseres Angebot als die Bahn bieten konnten. Und besser war Auslegungssache, häufig zog die Bahn vor Gericht. Ein antiquiertes Schutzgesetz für die Staats-Bahn aus den Dreißigerjahren machte es möglich. Fernbuslinien innerhalb Deutschlands blieben deshalb – ganz im Gegensatz zu Ländern wie den USA oder Großbritannien – die große Ausnahme.

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Bund und Länder haben dieses Gesetz aus Weimarer Zeiten vor wenigen Wochen nun endgültig gekippt. In Zukunft entscheiden Märkte und Kunden – und nicht mehr ein Amt.

Die Gründer Putsathit und Greve wollen diese Chance nutzen und mit ihrem jungen Unternehmen auf der Autobahn Profite einfahren. Bislang fahren ihre neun grünen Busse täglich von Freiburg nach München und von München über Konstanz nach Zürich. In wenigen Wochen kommen sechs weitere Strecken hinzu, darunter Frankfurt-Zürich, Freiburg-Düsseldorf, Freiburg-Berlin und Frankfurt-Leipzig. Die Preise pro Fahrt sollen zwischen 11 und 60 Euro liegen. Er früher bucht, fährt billiger.

Günstiger und komfortabler

Günstiger als die Bahn und komfortabler als die Mitreisezentrale – das ist die Hoffnung und das Versprechen der deutschen Greyhounds. Ein gutes Dutzend Konzerne will dank der Liberalisierung in den deutschen Markt einsteigen, darunter europäische Mobilitäts-Schwergewichte wie Veolia (Frankreich), National Express (Großbritannien) und die Deutsche Touring. Die Deutsche Bahn, mit Marken wie BEX bislang hierzulande der größte Anbieter von Busreisen, will erst einmal abwarten. Doch keiner der Mitbewerber glaubt, dass die DB lange abwarten wird, um die neue Bus-Konkurrenz auf der Schiene und auf der Autobahn zu attackieren. Schließlich entsteht nach Schätzung von Ökonomen auf der Straße ein Umsatzpotenzial in dreistelliger Millionenhöhe.

Man könne den „Konzernen Paroli bieten“, glaubt Panya Putsathit. MeinFernbus.de setzt auf etablierte mittelständische Partner in den Regionen, liefert die Dach-Marke, plant das Netz, sorgt sich um den einheitlichen Vertrieb und den Kundenservice. Die Busse sind ausgestattet mit Toilette und WLAN, zwei Gepäckstücke plus Handgepäck sind pro Person erlaubt. Außerdem ist Platz für fünf Fahrräder.

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Das nötige Kapital hat meinFernbus.de bei Business Angels eingesammelt. Damit sei das Unternehmen „gewappnet, um 2013 schnell zu wachsen“, sagen die Geschäftsführer. Greve und Putsathit kennen vor allem den Konkurrenten Bahn extrem gut: Sie arbeiteten in und für den Konzern. Ihre ersten beiden Linien stießen dann auch direkt in Versorgungslücken der Bahn.

Weitere Strecken sollen im kommenden Jahr für zusätzliche Dynamik sorgen. Dann, so ihre Prognose, werden weniger als ein Drittel ihrer Fernbuskunden Wechsler von der Bahn sein – sondern vermehrt vom Auto in den Bus umsteigen. Schwarze Zahlen, kündigt Putsathit an, wolle man „Anfang 2014“ schreiben.

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