Fernbusse nur am Flughafen: Köln verbannt Fernbusse aus der Innenstadt

exklusivFernbusse nur am Flughafen: Köln verbannt Fernbusse aus der Innenstadt

von Christian Schlesiger

Die Stadt Köln verbannt Fernbusse an den Flughafen. Die Unternehmen kontern kreativ: Sie suchen Hilfe bei der Deutschen Bahn und wollen künftig Düsseldorf als Köln-Halt vermarkten.

Köln war schon immer ein wenig anders. Während sich Klein- und Großstädte in ganz Deutschland darum bemühen, den boomenden Fernbusverkehr in die City zu holen, um ihren Bürgern eine preiswerte Form der Mobilität anzubieten, verlegt die Stadt Köln die Fernbusse ab dem 28. Oktober an den 20 Kilometer entfernten Flughafen. Grund für die Verlegung seien „Sicherheitsbedenken“ und ein „neues Nutzungskonzept“ am Hauptbahnhof: Dort soll künftig mehr Platz für Taxen und Kurzparker zur Verfügung stehen.

Die Stadt macht damit das Gegenteil dessen, was kluge Verkehrspolitik vorsieht. Statt Mobilitätsknoten zu entwickeln, an denen sich Fernbusse, U-Bahnen, Carsharing und Nahverkehrsbusse treffen, entflechtet die Stadt die Mobilität und verbannt die Fernbusse an den Stadtrand. Der nächste S-Bahn-Anschluss in die Stadt ist rund fünf Minuten entfernt.

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Seit Jahren liegen Anbieter wie Meinfernbus Flixbus, Megabus und Postbus mit der Stadtverwaltung schon im Clinch, weil die Haltemöglichkeiten in Köln zum Teil unterirdisch sind. Zuletzt verordnete die Stadt einen zweiten Halt an der Gummersbacher Straße – fern von öffentlichen Nahverkehrsmitteln und direkt neben einer viel befahrenen Bundesstraße. Es gab nicht einmal ein Wetterhäuschen. Nicht selten kam es dort auch zu Unfällen.

Gegen die Pläne der Stadt baut sich nun Widerstand auf. Gleich fünf Fernbusunternehmen haben versucht, eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt zu erwirken, darunter Meinfernbus Flixbus, Megabus und Touring. Sie wollen weiter am Hauptbahnhof halten, weil die Stadt ihnen schließlich per Genehmigungsurkunde eine Konzession erteilt hat, die teilweise bis in das Jahr 2023 läuft. Eine einstweilige Verfügung, so viel ist aus Verhandlungskreisen zu hören, wird das zuständige Verwaltungsgericht in Köln allerdings ablehnen.

Die Begründung der Richter: Grundsätzlich sei es ein legitimes Anliegen der Stadt, einen Fernbushalt aus Sicherheitsgründen zu schließen. Zwar verstoßen die Unternehmen nun ganz offensichtlich gegen die Auflagen, die ihnen die Stadt einst erteilt hat. So sehen die Verträge mit der Stadt vor, dass die Fernbusse den Hauptbahnhof und die Gummersbacher Straße anfahren müssen. Ein Ausweichen an den Flughafen käme damit einer Ordnungswidrigkeit gleich. Doch die Stadt bot den Beteiligten in der Gerichtsverhandlung an, die Kontrollen am Flughafen-Busbahnhof einfach auszusetzen. Das Gericht befand, das sei eine gute Idee.

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