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FIFA: Adidas gerät unter Druck

von Heike Schwerdtfeger

Adidas ist zwar bislang nicht in den Korruptionsskandal des Weltfußballverbandes FIFA verwickelt, aber Investoren sind nervös. Großanleger warnen vor einem "Reputationsrisiko". Die Aktie verliert.

Der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt, Adidas, zählt zu den wichtigsten FIFA-Werbepartnern und kaufte sich etwa mit Millionen bei Fußball-Weltmeisterschaften als Sponsor ein. Durch die Zusammenarbeit hat man die FIFA und deren umstrittenen Präsidenten Sepp Blatter jahrelang unterstützt. Das könnte etwa die Adidas-Aktie an der Börse künftig unter Druck setzen. Sie ist zum Handelsbeginn einen Tag nachdem FIFA-Offizielle in Zürich von der Polizei abgeführt wurden, zunächst um 1,25 Prozent gefallen, während der Dax nur 0,4 Prozent nachgab.

Die Großanleger sind alarmiert. „Adidas muss aufpassen, dass das FIFA-Sponsoring nicht zum Reputationsrisiko wird und die Marke beschädigt“, sagt Ingo Speich, Fondsmanager bei der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment.

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Immer mehr Anleger investieren nach strengen ökologischen und sozialen Kriterien und fühlen sich verantwortlich für Unternehmen, in die sie investieren. Bei ihnen kommt es nicht gut an, wenn deren Ruf durch Korruptionsvorwürfe leidet oder ein Unternehmen selbst in einen Skandal mit hineingezogen wird und irgendwann mit Millionenstrafen gerechnet werden muss, die Gewinne belasten.

Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Bei diesen Anlegern hatte Adidas lange einen guten Ruf. Adidas gilt unter den Textilherstellern als eines der nachhaltigsten Unternehmen der Branche. Deshalb ist die Aktie in vielen Nachhaltigkeits-Fonds und nachhaltig angelegten Pensionsvermögen enthalten. Etwa der Münchner Anbieter von Nachhaltigkeits-Ratings Oekom-Research hat Adidas in einer Skala von A+ bis D- mit einem C+ eingestuft. Fondsmanager, die sich am Oekom-Research orientieren, können in ein solches Rating noch problemlos investieren.

Dadurch ist die Adidas-Aktie etwa im terrAssisi-Aktienfonds enthalten, den der Orden der Franziskaner aufgelegt hat. Bislang erfüllt Adidas also noch die strengen Auswahlkriterien des Ordens, der sich bereits seit Jahrzehnten mit ethischen Geldanlagen beschäftigt.

„Adidas ist nicht die FIFA. Wir beobachten jetzt die FIFA mit kritischer Aufmerksamkeit und Adidas mit ordentlicher Skepsis“, sagt David Reusch, der in der Missionszentrale des Ordens für den Bereich ethische Investments zuständig ist.

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Reusch will mit dem Best-in-class-Ansatz bei der Aktienauswahl eigentlich die Unternehmen belohnen, die sich durch besonders ethisches Handeln von der Konkurrenz abheben. Korruption ist für die Franziskaner aber ein klares Ausschlusskriterium. Sobald es einen konkreten Zusammenhang zwischen der Korruption bei der FIFA und Adidas gäbe, würde die Aktie aus dem Aktienfonds verkauft.

Auch bei Oekom in München beobachtet man die Ermittlungen rund um die FIFA aufmerksam, aber da es derzeit keinen Zusammenhang zu Adidas bei den Korruptionsvorwürfen gebe, bestehe wird auch das Nachhaltigkeits-Rating des Unternehmens nicht verändert.

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