FIFA: Blatter legt Einspruch gegen Sperre ein

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FIFA: Blatter legt Einspruch gegen Sperre ein

, aktualisiert 09. Oktober 2015, 13:05 Uhr
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Sepp Blatter geht nun doch gegen die 90-tägige Sperre vor.

Joseph Blatter gibt nicht auf. Der FIFA-Präsident geht gegen seine 90-Tage-Sperre vor. Seine Anwälte bemängeln das Verfahren der Ethikkommission. Mit Spannung werden auch die nächsten Schritte der UEFA erwartet.

FIFA-Präsident Joseph Blatter wehrt sich nach Beratung mit seinen Anwälten gegen die 90-Tage-Sperre durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands. Ein Einspruch gegen das Urteil sei am Donnerstag eingereicht worden, teilte Blatters Anwalt Richard Cullen der Deutschen Presse-Agentur am frühen Freitagmorgen mit. Über diesen muss nun die FIFA-Berufungskommission unter dem Vorsitzenden Larry Mussenden von den Bermudas befinden. Blatter hatte die FIFA-Zentrale auf dem Zürichberg am Donnerstagabend verlassen.

Blatter sei „enttäuscht, dass die Ethikkommission nicht dem Ethik- und Disziplinarcode gefolgt ist, die beide die Möglichkeit schaffen, angehört zu werden“, hatten seine Rechtsvertreter bereits zuvor erklärt. In dem schriftlichen Einspruch werde zudem beklagt, dass Blatter erst von dem Bann erfahren habe, nachdem die FIFA ihn veröffentlichte, berichtete die „New York Times“ (Freitag).

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Korruptionsvorwürfe FIFA stellt Blatter und Platini ins Abseits

Die gute Nachricht: Der Weltfußballverband ist mal selber aktiv geworden. Die Ethikkommission der FIFA suspendierte heute ihren Präsidenten Sepp Blatter sowie Michel Platini, Chef des europäischen Fußballverbandes Uefa.

Quelle: AP

Zunächst hatte sein Berater Klaus J. Stöhlker noch erklärt, ein Einspruch mache „keinen Sinn“. Auch UEFA-Präsident Michel Platini, der ebenfalls für 90 Tage suspendiert worden war, wehrt sich gegen die Sanktion und hatte eine Berufung angekündigt. Dieser muss binnen zwei Tagen eingelegt und danach innerhalb einer Woche schriftlich begründet werden.

Der Bann gegen Blatter und Platini kann noch um maximal 45 Tage ausgedehnt werden, während dieser Zeit sind beide Top-Funktionäre von allen Fußball-Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene ausgeschlossen. Die Sanktionen gegen Blatter und Platini sind die Resultate der Ermittlungen der Ethik-Untersuchungskammer, detaillierte Gründe darf das Gremium nicht veröffentlichen.

Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Die FIFA-Ethikhüter wiesen die Vorwürfe der Anwälte von Joseph Blatter nach dessen 90-Tage-Sperre am Freitag zurück. „Herr Blatter wurde am 1. Oktober von Robert Torres der FIFA-Ethikkommission einvernommen“, sagte Andreas Bantel, Sprecher der Untersuchungskammer des Gremiums, am Freitag auf Anfrage. „Herr Blatter hatte das Recht, zu sämtlichen offenen Fragen in der notwendigen Ausführlichkeit Stellung zu beziehen.“ Dies sei auch beim ebenfalls suspendierten UEFA-Chef Michel Platini der Fall gewesen.

Blatter wird vorerst von dem dienstältesten FIFA-Vize Issa Hayatou aus Kamerun im höchsten Amt des Weltfußballs vertreten. Die UEFA verzichtete überraschend darauf, einen Interimspräsident als Ersatz für den suspendierten Platini zu berufen. Dem Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union sei „bewusst, dass der UEFA-Präsident sofort alle notwendigen Schritte unternehmen wird, um gegen die Entscheidung der FIFA-Ethikkommission Einspruch einzulegen und sich zu rehabilitieren“, hieß es in einer Mitteilung. Für kommenden Donnerstag ist in Nyon ein Dringlichkeitstreffen des Exko angesetzt.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hatte vor zwei Wochen ein Strafverfahren gegen Blatter unter anderem wegen des Verdachts der „ungetreuen Geschäftsbesorgung“ eingeleitet. Im Kern geht es um eine Millionen-Zahlung an Platini und TV-Geschäfte mit dem früheren FIFA-Vize Jack Warner, der WM-Rechte für die Karibik für 600 000 Dollar und damit deutlich unter dem Marktwert erhalten haben soll.

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