Fifa-Entscheidung: WM-Rudelglotzen beim Glühwein

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KommentarFifa-Entscheidung: WM-Rudelglotzen beim Glühwein

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Die WM 2022 in Katar wird im Winter stattfinden.

von Peter Steinkirchner

Die Fifa will die WM 2022 in Katar nun doch lieber im Winter statt im heißen Sommer austragen lassen – und das ist gut so. Hat aber Folgen für viele Betroffene.

Da kriegen die Herren des Fußballs offenbar so gerade noch die Kurve – die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 soll nun doch nicht im backofen-heißen Sommer bei Temperaturen von bis zu 45 Grad ausgetragen werden, sondern im deutlich erträglicheren Winter. Darauf lässt zumindest ein Radiointerview schließen, das der Generalsekretär des Fußball-Weltverbands Fifa, Jerôme Valcke, gerade gegeben hat: „Der Termin wird nicht im Juni/Juli sein“. Sollte es wirklich so kommen und die Ankündigung mehr sein als mal wieder einer der üblichen Testballone des für seine mitunter reichlich seltsamen Reformideen berüchtigten Fifa-Bosses Sepp Blatter, wäre das schlicht vernünftig, für Spieler und Fans gleichermaßen.

War die Entscheidung für den Wüstenstaat, der seit langem vor allem wegen den üblen Zuständen auf den WM-Baustellen in der Kritik steht und in dem Fußball wohl nie zum Volkssport wird, eh schon undurchsichtig und absurd, wäre ein Beschluss zur Verlegung nun, acht Jahre vor dem Anpfiff, die wohl letzte Chance, eine gigantische Peinlichkeit zu vermeiden. Gleichzeitig hätte die Entscheidung, bei der allerdings noch das ruhmreiche Exekutivkomitee der Fifa das letzte Wort hat, reichlich Konsequenzen für eine ganze Reihe von Akteuren. Allen voran für die nationalen Fußball-Ligen, die bei einer WM-Verlegung komplett ihre Spielpläne umstellen müssten.

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In der Bundesliga gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen über eine Spielplan-Reform; mal sollte die Winterpause abgeschafft werden, dann gab es Debatten über eine Spielzeit von Frühjahr bis Spätherbst. Angesichts der historisch einmaligen Verlegung einer WM dürften diese Pläne jetzt reichlich neue Nahrung bekommen. Denn Vorbereitungszeit und Turnier zusammengerechnet, dürften die Nationalspieler weltweit ihren Clubs dank der Scheich-WM für mindestens acht Wochen von der Fahne gehen – und das während einer Zeit, in der normalerweise um Meisterschaft und Vereins-Pokale wie die Champions League gekickt wird, alles Veranstaltungen, die den Vereinen Zuschauer-, TV- und Werbeerlöse bescheren. Aus Sicht der Clubs müsste sichergestellt sein, dass eine Winter-WM ihre Einnahmen nicht beschädigt.
Für Fernsehsender, die die WM-Spiele live übertragen, wäre die Verlegung keine gute Nachricht. Im Winter wird eh viel ferngesehen, rund um Weihnachten ballen sich Blockbuster und Hollywoodschinken en masse im Programm. Wenn es früh dunkel wird, schlägt die Stunde der Couchpotatoes. Entsprechend groß ist die Konkurrenz um die Zuschauer, die allerdings immer öfter auch im Netz unterwegs sind und sich deutlich schneller als lange angenommen von der traditionellen Glotze emanzipieren.

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