FIFA-Skandal: Die unrühmliche Rolle von Adidas, McDonald‘s und Co.

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KommentarFIFA-Skandal: Die unrühmliche Rolle von Adidas, McDonald‘s und Co.

von Peter Steinkirchner

Der Korruptionsskandal der FIFA geht auch an den Sponsoren nicht spurlos vorbei. Doch anstatt die FIFA unter Druck zu setzen und ihre eigene Rolle zu hinterfragen, äußern sie nur halbherzig Kritik.

In ihren Werbekampagnen gibt sich die Marke Adidas gern aggressiv. Sie wirbt beispielsweise mit Luis Suárez aus Uruguay. Der junge Mann machte sich unter anderem damit einen Namen, dass er Gegenspieler gern mal mit seinen durchaus kapitalen Frontzähnen in den Nacken biss. Das fand nicht jeder so toll. Adidas setzte Suárez, den Beißer, jüngst in extrem schnell geschnittenen Werbeclips ein, die in den Werbespruch münden: „There will be haters“.

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Nach den spektakulären Verhaftungen von Zürich und den offenbar weitreichenden Verstrickungen prominenter FIFA-Funktionäre in ein Netz aus Korruption, Geldwäsche und Verbrechen entpuppt sich die zur Schau gestellte Aggressivität indes als reine Reklame-Pose – Biss, das offenbart Adidas‘ jüngste Einlassung zum FIFA-Skandal, zeigt der Dax-Konzern gegenüber dem langjährigen Partner nicht.

Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Windelweich klingt dagegen, was die Herzogenauracher zu dem spektakulären Vorgehen des FBI und des US-Justizministeriums gegenüber der FIFA zu sagen haben. Sich selbst bescheinigt Adidas, höchste Standards in Sachen ethischem Verhalten und Compliance zu verfolgen. Dies erwarte der Konzern auch von seinen Partnern. Adidas „bestärke“ die FIFA daher auch, „weiterhin transparente Compliance-Standards zu setzen“ und „diese konsequent anzuwenden“. Eine Frage: wieso „weiterhin?“

Hat die FIFA das in den vergangenen Jahren etwa getan? Hat sie wirklich Standards gesetzt und diese konsequent angewendet? Was ist etwa aus dem Bericht geworden, den der eigens zu diesem Zweck installierte frühere US-Bundesstaatsanwalt Michael Garcia über die Vergabepraktiken anlässlich der WM 2018 und der im Jahr 2022 aufgeschrieben hat? Wann holt FIFA-Boss Sepp Blatter den aus dem Giftschrank? Wann kann die Öffentlichkeit ihn lesen?

FIFA-Skandal trifft Sponsoren Adidas gerät unter Druck

Adidas ist zwar bislang nicht in den Korruptionsskandal des Weltfußballverbandes FIFA verwickelt, aber Investoren sind nervös. Großanleger warnen vor einem "Reputationsrisiko". Die Aktie verliert.

Adidas Logo Quelle: dpa

Die Vorwürfe gegen FIFA-Granden gibt es seit Jahren – warum hat Blatter (und warum haben die Groß-Sponsoren) sie so lange gewähren lassen, obwohl auch jene ahnen mussten, dass ihnen die Verbindung mit dem Skandal-Verein aus Zürich rufschädigend auf die Füße fallen könnte und nun wird?

Von „weiterhin“ kann doch keine Rede sein. Das klingt etwa so, als würde sich hier jemand beim Bankräuber dafür bedanken, dass der sich vor dem Überfall aber fein die Schuhe sauber gemacht hat. Eine echte Distanzierung von Blatters Skandal-Truppe hört sich anders an.

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