Fifa-Skandal: Ex-Fifa-Vize Jack Warner lebenslang gesperrt

Fifa-Skandal: Ex-Fifa-Vize Jack Warner lebenslang gesperrt

, aktualisiert 29. September 2015, 13:44 Uhr
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Jack Warner bei einer Pressekonferenz zu den Fifa-U20-Weltmeisterschaften in Kanada.

Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner ist von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes lebenslang gesperrt worden. Grund dafür ist der Korruptionsskandal, der die Fifa schon länger beschäftigt.

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes hat den ehemaligen Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner im Zuge des Korruptionsskandals lebenslang gesperrt. Diese Entscheidung der rechtsprechenden Kammer unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert teilte die Fifa mit.

„Jack Warner verübte fortwährend und wiederholt verschiedene Vergehen, während er bei der Fifa und der CONCACAF als Funktionär verschiedene hochrangige und einflussreiche Ämter bekleidete“, hieß es in der Stellungnahme. Der frühere Chef der Karibischen Fußball-Union sei „ein Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung“ gewesen.

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Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Warner war bereits im Juni 2011 nach Vorwürfen der Bestechung bei den umstrittenen WM-Vergaben für 2018 (Russland) und 2022 (Katar) von allen Ämtern zurückgetreten. Zuletzt hatte zudem im Zuge der Ermittlungen gegen Fifa-Chef Joseph Blatter ein Vorgang aus dem Jahr 2005 für Brisanz gesorgt. Blatter soll damals mit Warner einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen haben. Warner ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Die Justiz in Trinidad und Tobago wird im Dezember über seine mögliche Auslieferung an die USA entscheiden.

FIFA-Korruptionsaffäre Blatter droht Suspendierung – Platini unter Druck

Nach der Eröffnung eines Strafverfahrens droht Joseph Blatter nun die Suspendierung als FIFA-Präsident. Und auch Michel Platini steht mächtig unter Druck. Nutznießer des Bebens im Weltfußball sind andere.

Michel Platini und Josef Blatter. Quelle: AP

Am Freitag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft mitgeteilt, gegen Blatter „ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - wegen Veruntreuung eröffnet“ zu haben. Zudem war Platini „als Auskunftsperson von Vertretern der Bundesanwaltschaft einvernommen“ worden.

Dabei ging es um eine Zahlung Blatters von zwei Millionen Franken an den Präsidenten der Europäischen Fußball-Union im Jahr 2011 für geleistete Dienste zwischen 1999 und 2002.

Blatter und Platini hatten am Montag nochmals betont, nichts Illegales getan zu haben. Der Schweizer Blatter hatte sich vor Fifa-Mitarbeitern in Zürich geäußert. Wenig später erklärte sein früherer Intimus Platini in einem in drei Sprachen verschickten Brief an die europäischen Mitgliedsverbände, sich wegen umstrittener Millionen-Zahlungen durch Blatter der Fifa-Ethikkommission stellen zu wollen.

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Der Franzose galt bisher als Topfavorit für die Nachfolge Blatters. Die Präsidenten-Wahl soll auf einem außerordentlichen Wahlkongress am 26. Februar stattfinden. Blatter hatte am Montag mitgeteilt, dass er bis dahin im Amt bleiben wolle.

Weiterhin unklar blieb, wann die Ethikkommission des Weltverbandes Ermittlungen und mögliche Konsequenzen gegen den eigenen Präsidenten oder Platini publik macht. Eine Suspendierung Blatters hätte den vorzeitigen Amtsverlust des 79-Jährigen zur Folge.

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