Fifa-Skandal: Spaltet die Fifa auf!

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KommentarFifa-Skandal: Spaltet die Fifa auf!

Der Fußballweltverband braucht eine klare Trennung – in einen Verein und einen kommerziellen WM-Konzern.

Liest man die Kommentare zum Fifa-Skandal, könnte man meinen, es reicht, wenn nun ein paar weiße Ritter zur Rettung eilen. Allein: So gelingt keine Reform. Korruption ist ein weltweites Problem. Und es ist wenig wahrscheinlich, dass es ausgerechnet der Fifa gelingt, jegliches Fehlverhalten zu vermeiden. Stattdessen sollte sie eine Reform vorantreiben, die von allen Seiten akzeptiert wird.

Wie schwierig es ist, die richtige Reformpolitik zu formulieren, zeigt die Zweidrittelmehrheit von Sepp Blatter bei seiner Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten – unmittelbar nachdem das US-Justizministerium seine Anklagen erhoben hatte. Die Mehrheit derjenigen, die die nationalen Fußballverbände führen, meint eben, Blatter habe für den Fußball viel Gutes geleistet. Vor allem in den Entwicklungsländern Afrikas genießt Blatter hohes Ansehen. Bei einer Reform der Fifa, die Aussicht auf Erfolg haben will, muss also auch Blatters Mission, den Fußball in den Entwicklungsländern zu fördern, erhalten bleiben. Gleichzeitig aber muss alles getan werden, dass sich die Funktionäre nicht weiter die Taschen füllen.

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Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Mein Vorschlag ist daher, die Fifa aufzuteilen in zwei getrennte Einheiten: Die eine kümmert sich um die wohltätigen Zwecke der Fifa, Geld für die Förderung des Sports auszugeben, die andere um die unternehmerische Seite, die das Geld für diese wohltätigen Zwecke beschafft.

Eine solche Teilung ist vor allem deshalb notwendig, weil der Großteil der Korruptionsvorwürfe der US-Behörden im Zusammenhang mit Schmiergeldern für Austragungsrechte steht. Sportfunktionäre aber sollten am Prozess des Rechteverkaufs gar nicht beteiligt sein. Gliedert man die Weltmeisterschaft als eigenständige kommerzielle Organisation aus, haben sowohl die Funktionäre wie auch die Fifa selbst mehr Zeit, ihre eigentliche Aufgabe effektiv zu erledigen.

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Eine gewinnorientierte Kapitalgesellschaft zu gründen und sie etwa in London oder New York an die Börse zu bringen, scheint mir am sinnvollsten: eine „World Cup Inc.“. Zweck des Unternehmens wäre es, möglichst hohe Erträge vor allem durch den Verkauf von Fernseh- und Sponsoringrechten zu erzielen. Bis zu 90 Prozent der Einnahmen müssten an die Fifa zurückfließen, um ihre Entwicklungshilfearbeit zu finanzieren. Zehn Prozent Gewinn dürften mehr als genug Anreiz bieten. Die Fifa könnte eine goldene Aktie behalten, damit diese Regel nicht außer Kraft gesetzt werden kann und sichergestellt ist, dass niemals ein einzelner Aktionär die Mehrheit von World Cup Inc. übernimmt. Damit wäre die Korruption zwar noch nicht aus der Welt geschafft. Doch World Cup Inc. unterläge den Berichtspflichten der Börse – eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem aktuellen Zustand. Denn Aktionäre wollen bekanntlich größtmögliche Gewinne und daher auch größtmögliche Transparenz, um sicherzustellen, dass die Geschäftsführung in ihrem Sinne handelt.

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