Fifa: Sponsoren fordern Blatters Rücktritt

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Fifa: Sponsoren fordern Blatters Rücktritt

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Trotz zunehmender Rücktrittsforderungen lehnt Sepp Blatter einen vorzeitigen Rücktritt ab.

Sepp Blatter stellt sich nun auch gegen langjährige Sponsoren der FIFA. Bis zur Neuwahl will er im Amt des FIFA-Präsidenten bleiben. Trotz deutlicher Rücktrittsforderungen aus den USA

Die letzten knapp fünf Monate als FIFA-Präsident will sich Joseph Blatter auch von hochkarätigen Sponsoren des Fußball-Weltverbandes nicht nehmen lassen. Der 79 Jahre alte Schweizer reagierte auf die unverblümten Rücktrittsforderungen durch die beiden US-Konzerne Coca-Cola und McDonald's so, wie er auch nach Bekanntwerden des Strafverfahrens gegen seine Person reagiert hatte: Er beharrt auf seinem Amt, bis am 26. Februar 2016 in Zürich die Neuwahlen stattfinden.

In einem Statement seiner Anwälte hieß es am Freitagabend, dass Blatter respektvoll der Position von Coca-Cola widerspreche. Wenn er nun sein Büro räumen würde, wäre das nicht zum besten Wohle der FIFA und es würde auch nicht den Reformprozess voranbringen, glaube er. Sollte heißen: Er werde nicht zurücktreten.

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Fußball-Weltverband Die Fifa sollte zerschlagen werden

Die Liste an Skandalen, die die selbstverliebte Fifa in den vergangenen 30 Jahren angehäuft hat, ist entschieden zu lang. Auf dem Weg zu einer fairen Organisation gibt es nur einen Weg – eine saubere Trennung.

Fifa-Präsident Joseph Blatter Quelle: dpa

Allerdings handelt es sich bei Coca-Cola um einen „der ältesten Partner der FIFA“. Seit 1950 sei Coca-Cola bei jeder WM mit Stadionwerbung vertreten, schreibt die FIFA selbst auf ihrer Homepage. Seit 1978 ist Coca-Cola offizieller WM-Sponsor. Der Vertrag wurde vor zehn Jahren verlängert und gilt bis 2022. Das Ranking der Nationen heißt im offiziellen Jargon FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

McDonald's war bei der WM im Sommer 2014 in Brasilien zum sechsten Mal als Sponsor dabei. Zum ersten Mal engagierte sich das Unternehmen bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA. 2018 bei der WM in Russland und 2022 bei der WM in Katar - die Vergabe an beide Länder wird von Schweizer Behörden auch untersucht - wird McDonald's wieder als Sponsor vertreten sein.

„Mit jedem Tag, der vergeht, werden das Bild und der Ruf von der FIFA weiter befleckt“, hieß es nun unter anderem von Coca-Cola. McDonald's erklärte: „Wir glauben, dass es im Interesse des Spiels wäre, wenn FIFA-Präsident Sepp Blatter sofort zurücktreten würde, so dass der Reformprozess mit der Glaubhaftigkeit geführt werden kann, die notwendig ist.“

Die Fakten zum FIFA-Skandal

  • Die Vorwürfe

    Mehr als zehn Personen werden im neuen Fußball-Skandal um den Weltverband FIFA vom US-Justizministerium beschuldigt. Ihnen wird unter anderem organisiertes Verbrechen, Überweisungsbetrug und verschwörerische Geldwäsche und die Teilnahme an Korruption im internationalen Fußball zur Selbstbereicherung zur Last gelegt.

  • Die Ermittlerin

    Loretta E. Lynch steht schon seit ihrer Zeit als New Yorker Staatsanwältin an der Spitze der Ermittlungen in den USA gegen die verdächtigten FIFA-Mitglieder. Die 55-Jährige ist mittlerweile Justizministerin der Vereinigten Staaten. Sie hat den Posten erst im vergangenen Monat übernommen, war am 27. April vereidigt worden. Lynch, im November vergangenen Jahres von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagen, ist die erste Afroamerikanerin in diesem Amt.

  • Die FIFA

    Die Fédération Internationale de Football Association - kurz FIFA - wurde 1904 in Paris gegründet. Mittlerweile ist die FIFA auf 209 Mitglieder aus sechs Kontinental-Konföderationen angewachsen. Größte Einnahmequelle ist die alle vier Jahre ausgerichtete Fußball-WM mit einem Umsatz von rund fünf Milliarden Dollar. Höchstes Gremium ist der jährliche Kongress, die Vollversammlung aller Mitgliedsverbände. Der Kongress wählt alle vier Jahre den Präsidenten. Künftig bestimmt der Kongress auch den WM-Gastgeber - eine Folge der Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022. Bislang war das Exekutivkomitee dafür verantwortlich. Es ist die sogenannte Regierung der FIFA.

Nachdem monatelang Blatter nicht Teil eines Strafverfahrens in dem schwersten Korruptionsskandal, den die FIFA je erschütterte, gewesen war, hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft Ende vergangener Woche mitgeteilt, dass gegen Blatter ein Strafverfahren eröffnet wurde. Der Verdacht. Ungetreue Geschäftsbesorgung sowie - eventualiter - Veruntreuung.

Daraufhin hatte Blatter, seit 17 Jahren Herrscher der FIFA, klargemacht, dass er keinesfalls früher als zum 26. Februar sein Amt niederlegen will. Am Montag hatte er vor FIFA-Mitarbeitern betont, „nichts Illegales und Unangemessenes getan zu haben und dass er Präsident der FIFA bleiben werde“.

In dem Verfahren gegen ihn geht es auch um einen früheren Deal mit dem UEFA-Präsidenten Michel Platini. Im Februar 2011 soll Blatter eine „treuwidrige Zahlung“ von zwei Millionen Schweizer Franken Platini geleistet haben - für geleistete Dienste zwischen Januar 1999 und Juni 2002. Zudem bestehe laut Schweizer Behörden der Verdacht, dass Blatter im September 2005 mit der Karibischen Fußball-Union und deren Präsident Jack Warner einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe.

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