FIFA: Zehn Fakten, damit Sie beim FIFA-Skandal mitreden können

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FIFA: Zehn Fakten, damit Sie beim FIFA-Skandal mitreden können

, aktualisiert 05. Juni 2015, 12:29 Uhr
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Der zurückgetretene FIFA-Präsident Joseph Blatter.

von Tim Rahmann, Stephan Happel und Niklas Dummer

FIFA-Chef Joseph Blatter ist zurückgetreten, doch es bleiben viele Fragen. Welche Rolle spielen die Deutschen, warum griffen die Schweizer Behörden nicht früher ein - und sollten wir die nächste WM boykottieren? Wir erklären die FIFA-Krise – für Experten und Weniggucker.

Der Rücktritt von Joseph Blatter hat im Lager seiner erbitterten Gegner große Freude ausgelöst. Der Neuanfang in der FIFA wird aber nicht einfach sein.

Wie es mit der Vergabe der Weltfußballspiele weitergeht, ist nur eine von zahlreichen Fragen rund um den Blatter-Rücktritt. Mindestens ebenso wichtig: Welche Rolle spielten die deutschen und europäischen Sportfunktionäre, warum griffen die Schweizer Behörden nicht früher ein - und sollte Deutschland die nächste Weltmeisterschaft boykottieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten - damit jeder versteht, worum es derzeit geht.

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1. Warum reden eigentlich alle über die FIFA?

Der Fußballweltverband organisiert die Ausrichtung eines der größten Sportevents der Welt, der Fußball-Weltmeisterschaft. Diese wird von Milliarden Menschen verfolgt - und ist eine Goldgrube für die FIFA und ihre Sponsoren. 2018 findet die WM in Russland statt, das haben 22 ältere Herren in grauen Anzügen im Dezember 2010 entschieden. Da gab es zwar die Ukraine-Krise noch nicht, wohl aber Menschenrechtsverletzungen und Demokratiedefizite in dem Riesenland. Doch es geht noch schlimmer: 2022, entschied die FIFA, werde man in Katar spielen. Jenem Wüstenstaat, in dem im Sommer - dann finden seit 1932 Jahren traditionell die Spiele statt - gerne mal 50 Grad Außentemperatur herrschen.

Inzwischen hat die FIFA festgestellt: Das ist zu warm, nun wird im Dezember gespielt. Auch andere Nationen hatten sich um die Ausrichtung beworben, etwa Australien, ein Land, in dem Fußball immer populärer wird und das die Asienspiele erfolgreich ausgerichtet hat. Es gab also andere Kandidaten. Die Vermutung: Die Scheichs hatten nicht unbedingt die besseren Argumente, aber mehr Geld.

Mittlerweile ist klar: Auch vor anderen Entscheidungen sind Schmiergelder geflossen. Das FBI ermittelt und hat am Mittwoch sieben FIFA-Funktionäre festgenommen. Die amerikanische Justizministerin Loretta Lynch sagt: "Wir mussten feststellen, dass die FIFA bis in die höchsten Ebenen korrupt ist." Der FIFA-Boss, Sepp Blatter, steht bislang offenbar nicht im Zentrum der Ermittlungen, trat aber am Dienstagabend aufgrund des öffentlichen Drucks zurück.

FIFA im Korruptionssumpf Blatters Rücktritt ist ein erster Schritt Richtung Neuanfang

FIFA-Chef Joseph Blatter tritt überraschend von seinem Amt zurück. Was bleibt, sind vor allem Fragen - zum aktuellen Skandal und den wahren Beweggründen Blatters. Die FIFA wird so schnell nicht zur Ruhe kommen.

Joseph Blatter hat völlig überraschend seinen Rücktritt als Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA angekündigt Quelle: REUTERS

2. Warum ermitteln US-Behörden bei der in der Schweiz ansässigen FIFA?

Kurz vor der Wiederwahl Blatters zum FIFA-Präsidenten schlugen die Behörden zu. Die Schweizer Polizei nahm sieben Verdächtige fest – im Auftrag der USA. Warum haben die Schweizer eigentlich jahrelang nichts gegen die Korruptionsvorwürfe auf ihrem Territorium gemacht? 

Fakt ist: Gleich mehrere große Sportverbände haben ihren Sitz in der Schweiz. Neben der FIFA auch die UEFA und das IOC (Internationale Olympische Komitee), das, sagen wir es vorsichtig, auch nicht gerade als Vorreiter bei der Anti-Korruptionsbekämpfung gilt. Der Grund ist schnell erklärt: diskrete Behörden, ein liberales Vereinsrecht, das den Beteiligten freies Schalten und Walten erlaubt, und niedrige Steuerverpflichtungen.

Für die Schweiz lohnt es sich dennoch: Allein die FIFA erwirtschaftet Milliarden. Und gibt davon einen Bruchteil an die Schweiz ab. „Wir sind froh, dass die FIFA uns 17 Millionen Franken an Steuern bezahlt, es soll doch nicht sein, dass die ohnehin reiche Schweiz jetzt noch mehr Steuermittel der FIFA abzwackt und diese Gelder dann in der Dritten Welt fehlen. Also das würde ja kein Mensch verstehen“, zitiert der Deutschlandfunk den SVP-Politiker Maximilian Reimann.

Und außerdem ist der Sepp (Joseph Blatter) doch ein Schweizer. Auf den man stolz sein kann. Oder etwa nicht?

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