Filmindustrie: ARD und ZDF gefährden Filmproduktion in Deutschland

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Die öffentlich-rechtlichen Sender verlangen für eine Beteiligung an Filmen häufig nicht nur die TV-Ausstrahlungsrechte, sondern auch diejenigen für Video-on-Demand in ihren Mediatheken im Internet.

von Peter Steinkirchner

Filmmanagerin Manuela Stehr wirft ARD und ZDF vor, die Produktion von Filmen in Deutschland zu gefährden.

„In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Filme, an den die Sender beteiligt sind, um mehr als ein Drittel gesunken“, sagt die Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und Vorstandschefin des Berliner Filmverleihs X Filme gegenüber der Wirtschaftswoche. „Sie beteiligen sich zwar an ein, zwei Leuchtturmprojekten. Im Schnitt bekommen normale Produktionen heute aber ein Viertel weniger TV-Mittel als vor vier, fünf Jahren.“

Besonders existenzgefährdend sei für Produktionsunternehmen die Tatsache, dass ARD und ZDF anders als die Privatsender nicht nur das Recht für die TV-Ausstrahlung beanspruchen, sondern gleichzeitig immer häufiger auch die Video-on-Demand-Rechte für ihre Mediatheken. Mit diesen Rechten finanzieren sich jedoch die Videoportale im Internet, bei denen Zuschauer für das Anschauen von Filmen zahlen.

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„Stellen nun ARD und ZDF unsere Filme zur kostenlosen Verfügung, bricht das junge und wachstumsstarke Geschäftsfeld VoD zusammen“, sagt Stehr. Das sei ein Riesenproblem für Produzenten und Verleiher, weil sich allein aus der Kinoauswertung kein Film mehr refinanzieren lässt. „Wir sind schon massenhaft von illegalen Download- und Streamingangeboten betroffen. Wenn uns nun auch noch ARD und ZDF den digitalen Vertriebsweg streitig machen – ohne Anlass und Auftrag – ist die Produktion von Filmen in Deutschland massiv gefährdet.“

Immer mehr deutsche Produktionen im Kino

Der Marktanteil deutscher Filme im Kino ist 2013 im Vergleich zum Vorjahr von 18,1 auf 23,2 Prozent gestiegen. „Unsere Regisseure und Drehbuchautoren wollen Geschichten erzählen, die mit dem Leben zu tun haben. Und das will das Publikum auch sehen“, sagte Manuela Stehr, Präsidentin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft SPIO und Chefin des Verleihs X Filme, im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Fack ju Göhte ist deshalb so toll und kommerziell erfolgreich, weil er die Realität junger Leute zeigt. Wir sind hier auf einem guten Weg.“

Zugleich nimmt der Anteil der Filmförderung an der Finanzierung ab: „Fördermittel machen heute im Schnitt nur noch 40 Prozent des Filmbudgets aus – vor zehn Jahren waren es noch rund 70. Heute finanzieren wir Filme aus einer Vielzahl von Quellen, etwa aus Vorauszahlungen von Verleihern und aus Pay-TV-Rechten“, sagte Stehr, die unter anderem die Komödie „Alles auf Zucker“ produzierte.

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