FlixBus rettet Locomore und denkt über Namensänderung nach

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Aus Stuttgart kommend fährt der Zug Locomore (LOC) auf dem Bahnsteig 11 des Hauptbahnhofes in Berlin ein.

von Christian Schlesiger

Der insolvente Zugbetreiber Locomore kann weiterfahren. Das tschechische Unternehmen Leo Express übernimmt den Betrieb und der Fernbusbetreiber FlixBus den Vertrieb der Tickets.

Der insolvente Zugbetreiber Locomore kann weiterfahren. Das tschechische Unternehmen Leo Express übernimmt den Betrieb und der Fernbusbetreiber FlixBus den Vertrieb der Tickets. "Gemeinsam wollen wir den Zug Locomore erfolgreich machen", sagte André Schwämmlein, der Chef des Fernbusbetreibers FlixBus, der WirtschaftsWoche. Die Prüfung des insolventen Unternehmens habe ergeben, dass es auf der Strecke von Stuttgart nach Berlin "ein großes Interesse an einer Alternative zur Deutschen Bahn gibt", so Schwämmlein. Die Entwicklung sei "beeindruckend" gewesen. 70.000 Fahrgäste begrüßte Locomore seit Marktstart im Dezember 2016.

Locomore wird zunächst vier Mal in der Woche in beide Richtungen fahren. Eine fünfte Fahrt und mehr Kapazitäten kommen ab September hinzu. Die Tickets werden dann wie bei den Fernbussen üblich über die Vertriebsplattform von FlixBus verkauft. "Wir sind verantwortlich, dass die Züge voll werden", sagte der FlixBus-Chef der WirtschaftsWoche. Die günstigsten Tickets auf der Strecke Stuttgart-Berlin gibt es für 9,90 Euro, Teilstrecken wie von Hannover nach Kassel gibt es ab fünf Euro. "Der Zug ist eine super Ergänzung zu unseren Fernbussen", sagte Schwämmlein. Künftig können Fahrgäste morgens in Stuttgart einsteigen und mittags in der Hauptstadt sein. "Mit unseren Fernbussen war das bislang nicht möglich."

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Das tschechische Transportunternehmen Leo Express gilt als einer der wenigen erfolgreichen privaten Personenzugbetreiber in Europa. Es fährt Züge von und nach Prag und betreibt Busse und CarSharing. Seit 2015 kooperieren FlixBus und Leo bereits erfolgreich miteinander. Nun soll Leo die Züge von Locomore betreiben. "Wir glauben an das Produkt Locomore", sagte auch Leo-Chef Peter Köhler.

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Für FlixBus könnte der Neustart von Locomore eine dauerhafte Erweiterung seines Geschäftsmodells bedeuten. Das Unternehmen gründete extra für die Kooperation ein neues Unternehmen: FlixTrain. "Unser primäres Ziel ist, das Projekt Locomore erfolgreich zu machen", sagte Schwämmlein. "Wenn das gut läuft und wir sehen eine Perspektive im Markt, dann bauen wir das Geschäft im Schienenverkehr vielleicht aus."

"Der Name Locomore bleibt vorerst bestehen", sagte Schwämmlein. "Wir wollen gemeinsam mit Leo verstehen, wie der Betrieb funktioniert und wie wir die Auslastung steuern können", so Schwämmlein. "Eine Ewigkeitsgarantie gebe ich für den Namen nicht ab", so der FlixBus-Chef. "FlixTrain wäre eine Alternative, aber entschieden ist nichts."

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