Flug 4U9525: Germanwings-Absturz erschüttert Airbus und Lufthansa

Flug 4U9525: Germanwings-Absturz erschüttert Airbus und Lufthansa

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Der Absturz der Germanwings-Maschine hat für den Mutterkonzern Lufthansa auch wirtschaftliche Folgen.

Der Absturz der Germanwings-Maschine hat für den Mutterkonzern Lufthansa auch wirtschaftliche Folgen. Und für den Hersteller der A320, den Flugzeugbauer Airbus, ist es die dritte Katastrophe binnen weniger Wochen.

Bis zu diesem Dienstag hatte die Marke Germanwings im Lufthansa-Konzern einen guten Klang. Doch mit dem schrecklichen Absturz eines 24 Jahre alten Airbus-Jets vom Typ A320 in den französischen Alpen verbindet sich mit dem Namen der Kölner Lufthansa-Tochter auf einen Schlag nicht nur Trauer um wahrscheinlich 150 Todesopfer. Für den Konzern steht damit der Nimbus der technischen Zuverlässigkeit auf dem Spiel.

Obwohl am Absturztag aus Respekt vor den Opfern keiner der Offiziellen darüber reden will: Der Crash trifft das Unternehmen wirtschaftlich ins Mark. Hohe Pensionslasten, Fehlspekulationen beim Kerosin und die fortgesetzten Arbeitskämpfe haben den Gewinn des Dax-Konzerns im vergangenen Jahr fast auf Null schmelzen lassen.

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Germanwings Flug 4U9525 Schwierige Suche nach Opfern der Flugzeugtragödie

Bei einem der schwersten Abstürze in der deutschen Luftfahrtgeschichte sind wahrscheinlich alle 150 Menschen an Bord gestorben. Die Bergungsaktion nach dem verheerenden Airbus-Absturz könnte zur Geduldsprobe werden.

Hilfslager in der Nähe der Absturzstelle in den französischen Alpen Quelle: dpa Picture-Alliance

Noch ist nicht entschieden, ob Konzernchef Carsten Spohr die widerspenstigen Piloten und auch die übrigen Berufsgruppen auf einen harten Sparkurs bringen kann. Den Beweis, das Lufthansa neben einem Premium-Angebot auch billig kann, muss der gelernte Pilot ebenfalls noch antreten.

Die Börse hat die negativen Folgen des Unglücks für das Unternehmen in einem ersten Schritt schon mal vorweggenommen und den Aktienkurs fast ans Ende des Börsenbarometers Dax geschickt. Für den größten Luftverkehrskonzern Europas steht viel auf dem Spiel. Technische Sicherheit und organisatorische Zuverlässigkeit gehören zum Markenkern, den Spohr schon häufig beschworen hat. Die letzten Abstürze von Lufthansa-Maschinen liegen bereits Jahrzehnte zurück und forderten auch deutlich weniger Todesopfer.

"Erheblicher Vertrauensschaden"

„Für die Lufthansa entsteht ein erheblicher Vertrauensschaden, der auch nicht ohne weiteres wieder zu bereinigen ist“, sagt beispielsweise der Analyst Jochen Rothenbacher von der Equinet Bank. Selbst wenn die Fluggesellschaft selbst keine Schuld treffe, bleibe in der Wahrnehmung der Kunden doch immer Negatives hängen. Auch der Flugzeughersteller Airbus könnte nach Analysteneinschätzungen in wirtschaftliche Mitleidenschaft gezogen werden, falls ungünstige Details zur Absturzursache bekannt würden.

Das ist die Unglücksmaschine A320

  • Geschichte

    Der Mittelstreckenflieger A320 hatte seinen Jungfernflug 1987 und wurde ein Jahr später erstmals von Airbus an Kunden ausgeliefert. Seither hat er sich in verschiedenen Varianten zum meistverkauften Passagierjet von Airbus entwickelt. Bis Ende Februar hatte der Hersteller von seiner absatzstärksten Modellfamilie knapp 6500 Maschinen an die Kunden überstellt, davon waren zu dem Zeitpunkt mit knapp 6200 die große Mehrheit noch im Dienst.

  • Technik

    Je nach Ausführung kann der A320 in seiner Hauptversion bis zu 180 Passagiere transportieren. Im Laufe seiner Baugeschichte wurde das knapp 38 Meter lange Modell, das mit Boeings 737 weltweit konkurriert, technisch immer wieder erneuert. Die A320-Flieger haben eine Reichweite von bis zu 6150 Kilometer und können mit einem Gesamtgewicht von 78 Tonnen abheben. Eine A320-Maschine hat einen Listenpreis von an die 100 Millionen Dollar. Ab dem laufenden Jahr soll der Typ mit neueren, spritsparenderen Turbinen ausgeliefert werden. Die Nachfrage nach diesem sogenannten A320neo ist bislang enorm. Auch die Triebwerkshersteller MTU und Pratt&Whitney profitieren davon.

  • Zwischenfälle

    Seit seinem Erstflug kam es dem Aviation Safety Network zufolge zu bisher 27 Unfällen mit Maschinen vom Typ A320. Der Flugzeugtyp kann damit als verhältnismäßig sicher gelten. Bei den Zwischenfällen kamen bis zuletzt insgesamt fast 1000 Menschen ums Leben. Der letzte Absturz einer A320-Maschine der Indonesia AirAsia über der Java-See forderte 162 Menschenleben. Die folgenreichste Havarie ereignete sich 2007 im brasilianischen Sao Paolo als ein A320 über die Landebahn hinausschoss. Alle 187 Insassen sowie weitere zwölf Menschen am Boden starben.

Trotz beachtlicher Erfolge in den vergangenen zwei Jahren soll der Markenname Germanwings demnächst in der Versenkung verschwinden. Lange vor dem Unglück hat die Lufthansa Pläne bekanntgegeben, dass sie ab diesem Herbst abseits ihrer Drehkreuze Frankfurt und München nur noch unter dem Markennamen „Eurowings“ günstig unterwegs sein will. Die 58 „Germanwings“-Jets sollen zwar nicht erneut umlackiert werden, die Tickets aber nur noch unter Eurowings buchbar sein.

Hintergrund sind deutliche Kostenvorteile bei der Euro-Tochter. Während die Piloten der Germanwings zu fast den gleichen Komfort-Bedingungen arbeiten wie ihre Kollegen bei der Lufthansa, verdienen Eurowings-Piloten deutlich weniger. Germanwings ist mit ihren derzeit noch 58 Maschinen dem Management nicht mehr billig genug: Die Stückkosten der Airline liegen zwar rund 20 Prozent unter der Lufthansa-Mutter, aber auch weitere 20 Prozent oberhalb der Konzernschwester Eurowings (23 Jets) und ausländischer Wettbewerber.

Wie lange es das Unternehmen Germanwings noch gibt, hängt nicht zuletzt von den Tarifgesprächen mit der Vereinigung Cockpit (VC) ab. Lufthansa hat bereits damit gedroht, die teuren Germanwings-Piloten so schnell wie möglich zur Lufthansa zu versetzen. Eine Maschine nach der anderen könnte dann zur Billigschwester Eurowings wechseln und von günstigeren Piloten geflogen werden.

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