Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa: Worauf Passagiere jetzt achten müssen

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Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa: Worauf Passagiere jetzt achten müssen

Verspätungen, Verpasste Anschlussflüge, Liegenbleiben: Der Streik der Flugbegleiter beeinträchtig Reisende. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Die Lufthansa fürchtet hohe Einbußen durch den angekündigten Streik der Flugbegleiter. "An einem sehr verkehrsreichen Tag könnten die Schäden eine Millionen-Höhe erreichen", sagte Lufthansa-Passagiervorstand Peter Gerber.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo bereitet eine unbefristete und flächendeckende Arbeitsniederlegungen vor. Zunächst sollten die 19.000 Stewards und Stewardessen "zeitlich und örtlich begrenzt" die Arbeit niederlegen, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen.

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Mögliche Auswirkungen eines Streiks und was Verbraucher beachten sollten, beantwortet der Reiserechtsexperte Kay Rodegra.

Lufthansa Flugbegleiter streiken zum Ferienende

Die Tarifverhandlungen mit den Flugbegleitern sind in der Nacht zum Dienstag gescheitert. Die Gewerkschaft UFO tritt nun in den Arbeitskampf. Für die Airline wird es richtig kostspielig.

Pünktlich zum Urlaubsende starten die Lufthansa-Flugbegleiter einen Arbeitskampf Quelle: REUTERS

Was droht dem Fluggast bei einem Streik der Flugbegleiter?

Dem Verbraucher könnte vor allem eine Verspätungswelle drohen.

Nicht nur der Lufthansa-Passagier könnte stundenlang am Flughafen festsitzen. Auch Fluggäste anderer Gesellschaften könnten betroffen sein, sollte der Streik länger andauern. Flieger könnten später abfliegen oder landen, Anschlussflüge könnten verpasst werden, und Zubringerflüge könnten verspätet ankommen. Dann sind Fluggäste aller Airlines betroffen.

Die Probleme der Lufthansa

  • Die Lage

    Die Lufthansa fliegt derzeit wie die meisten europäischen Konkurrenten rote Zahlen ein. Im ersten Halbjahr blieb trotz einer deutlichen Erholung im zweiten Quartal ein operativer Verlust von 20 Millionen Euro (2011: plus 114 Mio).

  • Die Gründe

    Grund sind unter anderem die erneut gestiegenen Treibstoffpreise in Verbindung mit dem schwachen Euro, der den Einkauf des Kerosin in US-Dollar verteuert. Der Umsatz legte um 6 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro zu. Europäische Billigflieger und Konkurrenten aus Asien drücken zudem auf die Gewinnmargen bei den Tickets.

  • Die Aussichten

    .Die Aussichten sind nicht rosig: Das Wachstum bei den Buchungen lasse auch wegen der wirtschaftlichen Probleme in Südeuropa nach, hatte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer kürzlich berichtet. Aktuell reagiert die Gesellschaft auf die schwächelnde Nachfrage mit einem ausgedünnten Flugplan. Zur nachhaltigen Ergebnissteigerung hat Lufthansa das Sparprogramm Score aufgelegt, das im Jahr 1,5 Milliarden Euro bringen soll. 3500 von rund 120 000 Jobs weltweit werden gestrichen, Entlassungen sind nicht ausgeschlossen. Lufthansa muss zudem Milliardeninvestitionen für neue Flugzeuge finanzieren.

Welche Rechte haben die Fluggäste?

Wer am Flughafen festsitzt - egal ob in Frankfurt oder in der übrigen EU -, hat Ansprüche, die in der Fluggastrechte-Verordnunggeregelt sind. Wer mehrere Stunden auf seinen Flieger warten muss, hat Anrecht auf Betreuung - einschließlich Verpflegung - durch die Airline.

Dieser Betreuungsanspruch tritt ab zwei Stunden Verspätung bei Kurzstreckenflügen in Kraft, ab drei Stunden Verspätung auf einem Flug der Mittelstrecke und ab vier Stunden Verspätung auf Langstreckenflügen. Sollte die Flugverspätung bis in die Nacht reichen, muss die Fluggesellschaft ein Hotelzimmer zur Verfügung stellen und auch den Transfer dorthin bezahlen. In Absprache mit der Gesellschaft können Passagiere möglicherweise auch auf den Zug umsteigen.

Müssen Fluggäste für die Betreuungskosten zuerst selbst aufkommen?

Die Verordnung sieht vor, dass die Betreuung kostenlos bereitgestellt wird. Das klappt aber oft nicht. Sollte die Airline trotz Nachfrage keine Betreuung bereitstellen können, muss sich der Fluggast selbst um Verpflegung und möglicherweise ein Hotelzimmer kümmern, alle Belege aufbewahren und die Kosten anschließend der Fluggesellschaft in Rechnung stellen. Diese Kosten sind verschuldensunabhängig. Die Airline muss dem Fluggast also helfen, egal ob die Verspätung durch eine Aschewolke, einen Sturm oder eben einen Streik der Flugbegleiter entstanden ist.

Können Fluggäste aufgrund einer Verspätung Flüge stornieren?

Wenn der Flieger mehr als fünf Stunden verspätet ist, kann der Passagier den Flug stornieren und sein Geld zurück erhalten - ohne Bearbeitungs- und Stornogebühren. Ein Pauschaltourist muss etwas mehr Geduld aufbringen: Er muss sechs oder sieben Stunden warten, hat zwar Anspruch auf dieselben Betreuungsleistungen wie ein Individualtourist, kann aber nicht kostenfrei von dem Flug zurücktreten.

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