Flugbegleiter-Streik: Lufthansa steht vor längstem Streik ihrer Geschichte

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Flugbegleiter-Streik: Lufthansa steht vor längstem Streik ihrer Geschichte

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Die Lufthansa hat wieder mit Streiks zu kämpfen.

Die Gewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Lufthansa zum Streik aufgerufen. Sie sagt aber nicht, an welchen Flughäfen wann gestreikt wird. Für die Lufthansa erschwert diese Taktik die Lage erheblich.

Die Lufthansa steht vor dem längsten und unberechenbarsten Streik ihrer Geschichte. Die Gewerkschaft Ufo hat die Flugbegleiter der Airline ab diesem Freitag zum Streik aufgerufen, schweigt bislang aber über das genaue Ausmaß ihrer Aktionen. Klar ist bislang nur, dass bis Freitagmittag, 12.00 Uhr, nicht gestreikt wird. Ufo will weitere Details am Vormittag bekanntgeben.

Der Arbeitskampf soll bis Freitag kommender Woche (13. November) fortgeführt werden. Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen sollen die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg zum Ende ihrer Herbstferien an diesem Wochenende noch geschont werden. Es ist der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde, bei der es um die Übergangs- und Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern bei der Lufthansa-Kerngesellschaft geht. Die Piloten der Lufthansa haben hingen schon 13 Mal gestreikt.

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Piloten-Streiks bei der Lufthansa

  • 02. bis 04. April 2014

    Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die Lufthansa praktisch lahm. Schärfster Ausstand der Konzerngeschichte, rund 3800 Flugausfälle, 425.000 Fluggäste sind betroffen.

  • 29. August

    Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings. Es fallen 116 Flüge aus, 15.000 Passagiere bekommen die Folgen zu spüren.

  • 05. September

    Piloten bestreiken Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa von Frankfurt. Gut 200 Flüge und 25.000 Passagiere sind betroffen.

  • 10. September

    Die Pilotengewerkschaft streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus, mehr als 15.000 Passagiere haben Nachteile.

  • 30. September

    Cockpit bestreikt Langstreckenflüge am Drehkreuz Frankfurt. 50 Flüge werden gestrichen, 20.000 Passagiere trifft es.

  • 08. Oktober

    Nun ist das Streikziel die Frachttochter Lufthansa Cargo. Der zweitägige Ausstand hat laut Unternehmen aber kaum Auswirkungen.

  • 16. Oktober

    Germanwings wird deutschlandweit bestreikt. Bilanz: 100 Flüge finden nicht statt, es trifft 13.000 Fluggäste.

  • 20. Oktober

    Ein Streik auf den Kurz- und Mittelstrecken wird einen Tag später auch auf die Langstrecken ausgeweitet. Lufthansa streicht an beiden Tagen über 1500 Flüge, 166.000 Fluggäste haben das Nachsehen.

  • 01. bis 02. Dezember

    Deutschlandweiter Streik trifft 1350 Flüge und rund 150.000 Passagiere.

  • 04. Dezember

    Streik auf Langstrecken- und Frachtmaschinen der Lufthansa, 60 Flüge gestrichen, 12.000 Passagiere betroffen.

  • 12. bis 13. Februar 2015

    Zweitägiger Streik bei Germanwings. Es werden 338 Flüge gestrichen. Es trifft gut 30.000 Passagiere.

  • 18. bis 20. März

    Streikaufruf in Etappen. Am ersten Tag sind bei Kurz- und Mittelstreckenflügen der Lufthansa rund 80.000 Passagiere betroffen, am zweiten Tag 18.000 Passagiere auf der Langstrecke sowie die Frachtflüge. Am dritten Tag erneut Mittel- und Langstreckenflüge.

  • 06. Juli

    Die Piloten erklären die im Mai begonnene Schlichtung für gescheitert. Drei Wochen später bieten sie dem Konzern Einsparungen von mehr als 400 Millionen Euro, um die Verlagerung von Arbeitsplätzen zu verhindern. Streiken wollen sie vorerst nicht.

  • 05. August

    Lufthansa-Chef Spohr bewertet die Vorschläge der Gewerkschaft positiv, die beiden Lager scheinen sich anzunähern.

  • 02. September

    Für die Pilotengewerkschaft sind die Gespräche gescheitert. Streiks sind wieder möglich.

  • 08. September

    Die Piloten der Lufthansa treten erneut in den Streik. Betroffen sind zunächst alle Langstreckenverbindungen aus Deutschland. Zusätzlich werden alle Abflüge der Lufthansa Cargo aus Deutschland bestreikt. Am Abend kündigt die Pilotengewerkschaft VC eine Verlängerung des Streikes an.

  • 09. September

    Diesmal wird von den Piloten auch der Kurz- und Mittelstreckenverkehr bestreikt. Hier ist die Zahl der Maschinen wesentlich höher als im Interkontinentalverkehr.

Bei der Lufthansa sucht ein Krisenstab nach möglichen Antworten auf die neue Strategie. „Die auf vielleicht nur noch drei Stunden verkürzte Ankündigungszeit macht die Planung für uns und unsere Passagiere viel schwieriger“, sagte ein Sprecher am Vortag. Bislang waren Streiks immer mit 24 Stunden Vorlauf angekündigt worden. Bei streikbedingten Flugausfällen können die Passagiere kostenfrei umbuchen oder stornieren.

weitere Artikel

In dem Konflikt geht es um die Betriebs- und Übergangsrenten der rund 19.000 Flugbegleiter der Lufthansa-Kerngesellschaft. Unternehmen und Ufo hatten sich auch bei Last-Minute-Verhandlungen nicht auf ein neues System einigen können. Sie überzogen sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen.

Ufo-Chef Nicoley Baublies erklärte, bei der Last-Minute-Verhandlung am Donnerstag habe Lufthansa gedroht, bei Annahme der Ufo-Forderungen in Zukunft kein Kabinenpersonal mehr einzustellen und weitere Flugzeuge von der Lufthansa-Kerngesellschaft in andere, billigere Airlines zu verlagern. Lufthansa hatte hingegen erklärt, man sei bereit, auf alle Ufo-Forderungen zu den strittigen Betriebs- und Übergangsrenten einzugehen. Neueinsteigern sollte allerdings eine geringere Altersversorgung auf dem Niveau anderer Dax-Konzerne angeboten werden. Ufo verlangt in dieser Frage eine Gleichstellung auch der neuen Mitarbeiter.

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