Fluggesellschaft: Delta Air Lines trotzt dem Trend

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Fluggesellschaft: Delta Air Lines trotzt dem Trend

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Im nächsten Quartal will Delta-Airlines CEO Richard Anderson die Marge auf bis zu 16 Prozent verdoppeln.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die US-Fluglinie Delta Air Lines liefert erneut gute Quartalszahlen - und zeigt, dass westliche Airlines nicht todgeweiht sind. Im Gegenteil: Sie können völlig gesunde Unternehmen sein - mit der richtigen Strategie.

Wenn es nach den Gesetzen einer Dienstleistungsbranche geht, macht Richard Anderson eigentlich alles falsch. Die von ihm geleitete Fluglinie Delta kauft wenig neue Flugzeuge und investiert eher zurückhaltend ins Produkt. Zudem legt sie selten neue Strecken auf und hat keine besonders zufriedenen Kunden.

Doch irgendwas scheint er richtig zu machen. Denn Delta hat mal wieder eine so gute Bilanz vorgelegt, wie sie in der Flugbranche bestenfalls ein, zwei Billigflieger wie Ryanair schaffen. Und die verdienen ihr Geld dann nicht unbedingt im reinen Flugbetreib, sondern mit geschicktem Flugzeughandel.

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Dennoch kam Delta auf eine operative Rendite von fast sieben Prozent auf den Umsatz. Zum Vergleich: Profitprimus Ryanair wird das aktuelle Winterquartal wohl mit einem Verlust abschließen.

Und das ist erst der Anfang. Im nächsten Quartal will Delta-Chef Anderson die Marge sogar verdoppeln - auf bis zu 16 Prozent. Im vorigen Jahr gelang ihm gar ein kleiner Schock für die Flugbranche. Der Industrie bleiben in guten Jahren gerade mal drei Prozent vom Umsatz in der Kasse. Die Lufthansa ist auch nach zwei Jahren Sparprogramm weit von ihrem Ziel - sieben Prozent - entfernt. Doch Delta schaffte das Kunststück: Auch dank einer Steuergutschrift erzielte die Fluggesellschaft eine Marge von 40 Prozent und überflügelte damit sogar Apple.

Selbst ohne Sondereffekte waren es immer noch fast zehn Prozent. "Delta zeigt, wie eine moderne Fluglinie aussieht", lobt die Marktforschung Center for Aviation die US-Linie als profitabelste traditionelle Fluglinie der Welt. Das inspiriert: "Wir haben versucht, sie schamlos zu kopieren", gesteht Scott Kirby, Vize-Chef von US Airways, die gerade an der Fusion mit American Airlines arbeitet.

Die Entwicklung von Delta Air Lines ist ein kleines Wunder. Als Richard Anderson 2007 seinen Job antrat, war die Fluggesellschaft - wie alle großen US-Linien - eher ein Desaster. "Damals haben wir Delta belächelt, weil ihre Zahlen nach zehn Milliarden Dollar Verlust in zwei Jahren so schlimm waren wie der Service", erinnert sich ein hoher Lufthansa-Insider.

US-Fluggesellschaft Delta Aus Vielflieger- wird Vielzahler-Programm

Die US-Airline Delta stellt ihr Bonusprogramm für Vielflieger um. Vom nächsten Jahr an werden Meilen nicht mehr nach der Flugdistanz, sondern nach dem Ticketpreis gesammelt. Vielflieger sprechen schon vom „Totengräber“.

Boeing 767 der Delta am Flughafen Düsseldorf: „Die erste Airline traut sich, Transparenz in die Meilenvergabe zu bringen“. Quelle: Imago

Die Konkurrenten führen diesen Aufschwung vor allem darauf zurück, dass sich Delta bis 2007 aller Altlasten entledigen konnte, unter denen die Flugbranche der westlichen Welt leidet: Hohe Pilotengehälter, festgefahrene Arbeitsregeln und im Boom zu teuer gekaufte Flugzeuge. Tatsächlich rührt der Erfolg aus der Zeit nach dem so genannten Gläubigerschutzverfahren her. Damals nutzte Anderson neue Strategien, die er zuvor abseits der Fliegerei als Chef des Gesundheitskonzerns UnitedHealth Group gelernt hatte: überraschende Investments und geschickte Zukäufe.

2008 schluckte Delta seinen wichtigsten US-Partner Northwest und schleifte in Rekordzeit die Doppelstrukturen. Wo andere Linien an verlustbringenden Strecken festhielten, weil sie Kunden und Mitarbeitern wichtig schienen, strich Anderson. "Wenn wir nichts verdienen, sollten wir auch nicht fliegen", so sein Credo.

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