Flughäfen: Kontrast zur Hölle von Terminal 5 in London-Heathrow

Flughäfen: Kontrast zur Hölle von Terminal 5 in London-Heathrow

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Luxuslounge im neuen Terminal 5

Im neuen Terminal 5 des Flughafens Heathrow haben Tausende von Menschen lange gewartet. Glück im Unglück für die Gäste – die Lounges sind die Attraktion des Gebäudes.

Wer als Vielflieger kurz nach der Eröffnung das neue Terminal 5 am Londoner Flughafen Heathrow nutzte, erlebte das größte Airport-Chaos außerhalb von Afrika und Indien mit knapp 30.000 verlorenen Koffern und Tausenden gestrandeter Passagiere, die zwei Tage warteten.

Das Mitleid, auch für die Vielflieger, könnte da oder dort in Neid umschlagen. Denn die Fluglinie British Airways, die den T5 genannten Transportpalast alleine nutzt, bietet in ihrem neuen Renommierbau neben einer Einkaufspassage mit Boutiquen von Montblanc, Gucci, Dior oder Bulgari eine Reihe von Lounges, die den größtmöglichen Kontrast zur Hölle von Heathrow bilden. „Wir setzen bei Größe und Komfort die Maßstäbe“, eigenlobt British-Airways-Chef Willie Walsh die sechs Warteräume als eigentliche Attraktion seines T5.

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Sechs Lounges sind in T5 untergebracht. Die – auf den ersten Blick – beste Stube ist der Concorde Room im Obergeschoss am Südende. Zutritt haben hier Kunden der First Class und alle, denen BA die Mitgliedschaft in ihren obersten Elitezirkel angetragen hat. In den Fauteuils oder in gut zwei Dutzend Separees mit den dunklen Lederwänden kann der Vielflie-ger-adel die Oberklasse an Champagner, Whiskeys, Bordeauxweine sowie die Segnungen der offenen Küche mindestens so edel, aber eine Spur britisch-gediegener genießen als im First Class Terminal der Lufthansa in Frankfurt.

Doch Inhaber eines Businessclass-Tickets oder des silbernen Ausweises des BA-Vielfliegerprogramms Executive Club brauchen sich nicht zu grämen, dass sie nur ahnen können, was in der Beletage der British Airways geboten wird. Denn am besten wartet es sich ohnehin am Nordende des Terminals.

Dort bietet die Business Lounge nicht die lederschwere Atmosphäre eines britischen Gentlemen-Clubs wie der Concorde Room. Und auch nicht die leicht ironische Variante britischen Plüschs im Stil Londoner Luxushotels wie dem The Dorchester oder dem The Berkeley, die Galleries First und der noch größere Galleries Club, eine Business Lounge, am Südende des Terminals. Doch dafür gibt es lebendiges Design am Nordende, eine helle Umgebung und die wohl beste Aussicht auf einen Großflughafen.

Wer den Eingang findet, der zwischen einer Wechselstube und einem Elektronikladen versteckt ist, taucht in eine Atmosphäre ein, die an die Warteräume der britischen Spaßlinie Virgin Atlantic erinnert. Das helle, blaue Licht mag vielen Briten und erst recht den an Grautöne gewohnten Lufthansa-Passagieren etwas bunt erscheinen. Aber nach einem Langstreckenflug oder einer Fahrt im fantasiearmen Londoner Nahverkehr wirkt der Weg an den hell erleuchteten Zeitungsregalen vorbei zu den Bars und Buffets so erfrischend wie ein starker Espresso.

Der kleine Schwarze kommt aus den gleichen Melitta-Maschinen wie in der First Lounge. Auch beim Angebot an Salaten, Sandwiches sowie Bier und Erfrischungsgetränken steht die Bar der kleinen Business Lounge den großen ebenso wenig nach wie beim Angebot an Duschen oder Computern mit Internet-Zugang. Lediglich die Weine und Champagner sind etwas bescheidener als bei der First-Class-Bar.

Das dürften jedoch die wenigsten Transitgäste vermissen. Egal, ob sie an einem der weiß lackierten Bistrobänke Platz nehmen, auf den runden Sofas mit den hellen Lacktischchen hocken oder sich auf einem der flachen Sessel lümmeln – im Gegensatz zur Südlounge bietet jeder Platz ein Gefühl von Licht und Raum und unverstellte Blicke. Wenn, wie fast immer in Heathrow, der Wind aus Westen weht, fliegen die Maschinen in knapp 100 Meter Höhe an der durchgehenden Glasfront vorbei. Wem das noch nicht genügt, der genießt von der Terrasse der Nordlounge den Blick auf die ganze gut drei Kilometer lange Landebahn. Mit etwas Glück gibt es auch einen Blick auf den Airbus Superjumbo A380, der mit der Flugnummer SQ 322 täglich in Heathrow um kurz vor sechs Uhr seine einzige Landung und kurz vor zwölf seinen einzigen Start außerhalb Asiens hat.

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