Bild: dpaBER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten
Die Kosten laufen aus dem Ruder - die Instandhaltung des Hauptstadtflughafens verschlingt täglich große Summen. Nun könnten die Endkosten höher ausfallen, als bisher geplant. Die Zahlen, auf die sich das Handelsblatt beruft: Jeden Monat 35 bis 40 Millionen Euro mehr - wegen des verpatzten Starts des Berliner Hauptstadtflughafens. Damit würden sich die Gesamtkosten für die Flughafengesellschaft FBB - und damit für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und den Bund - bis Ende 2014 auf 5,1 Milliarden Euro summieren - 800 Millionen mehr als die veranschlagten 4,3 Milliarden Euro.
Bild: REUTERSRyanair kehr Berlin den Rücken
Zwar will die irische Billig-Airline Ryanair am deutschen Markt weiter wachsen - Berlin wird in Zukunft aber wohl nicht mehr zu den angeflogenen Airports zählen. "Wir wollen in Deutschland fünf bis sechs neue Airports bedienen“, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Unternehmen führe derzeit mit insgesamt 20 deutschen Flughäfen Gespräche über weiteres Wachstum. Doch Berlin werde in Zukunft voraussichtlich nicht mehr dabei sein, sagte O'Leary. Der Grund: die Flughafengebühren in der deutschen Hauptstadt seien einfach zu hoch.
Bild: dpaInstandhaltungskosten explodieren
Der Flughafen Berlin-Brandenburg kostet jeden Monat Unsummen an Steuergeldern. Doch längst nicht alles sind Baukosten. Allein für die Reinigung des Gebäudes fallen jeden Monat 150.000 Euro an. Hinzu kommen Instandhaltungskosten in Höhe von 270.000 Euro im Monat. Strom, Heizung, die Bewässerungsanlage für die Pflanzen im Gebäude sowie die Führungen für Besucher kommen ebenfalls noch zu den Kosten hinzu.
Bild: dpaBender verzichtet auf den Beraterjob
Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, wird nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen. Das gab Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) bekannt. „Ich kann Ihnen mitteilen, dass Herr Bender abgesagt hat. Ich muss diese Entscheidung akzeptieren.“ In den vergangenen Tagen war unter den Gesellschaftern des Flughafens Streit über Benders Honorar ausgebrochen.
Bender begründete seine Absage in einer Erklärung mit unterschiedlichen Auffassungen der Gesellschafter in wesentlichen Zukunftsfragen des Flughafens, „der Nichteinhaltung von Verabredungen und dem mehrfachen Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit“. Bender sehe unter diesen Voraussetzungen „keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann“, teilte sein Büro in Frankfurt am Main mit.
Gesellschafter der Flughafengesellschaft sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Aufsichtsratschef Platzeck hatte zunächst versucht, Bender als Vorsitzenden der Geschäftsführung zu gewinnen, dann als Berater für Technikchef Horst Amann. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Bender dafür eine Tagessatz von rund 4000 Euro inklusive Spesen und Reisekosten ausgehandelt hatte.
Bild: dpaDas Licht geht nicht aus
Der nächtliche Anblick des hell erleuchteten neuen Hauptstadtflughafens ist imposant - aber muss auf den 300.000 Quadratmetern Geschossfläche unbedingt das Licht brennen? Wo doch nicht geflogen wird? Bislang lautete die Antwort, Sicherheitspersonal und Reinigungskräfte bräuchten das Licht. „Es brennt Tag und Nacht das Licht da draußen“, gab auch Technikchef Horst Amann am Mittwoch zu.
Unter Gelächter der versammelten Kaufleute und Industriellen nannte er aber einen ganz anderen Grund: „Auch das hat damit zu tun, dass wir mit der Leittechnik nicht so weit sind, dass wir es steuern können.“ „Es trifft zu, dass sich Mängel in der Leittechnik derzeit auch auf die Steuerung der Terminal-Innenbeleuchtung auswirken“, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft. Aber unabhängig davon sei die Beleuchtung in der Nacht auch aus Sicherheitsgründen notwendig.
Bild: dpaFür den neuen Hauptstadtflughafen zeichnen sich neue Schwierigkeiten ab. Brandenburgs rot-rote Regierungskoalition will sich unter dem Druck eines Volksbegehrens für ein strengeres Nachtflugverbot in der Zeit von 22 bis sechs Uhr einsetzen. Nach jetzigem Stand soll für die Zeit zwischen 00.00 und 5.00 Uhr ein strenges Verbot gelten.
Nachdem die Koalitionsfraktionen das Volksbegehren zum erweiterten Nachtflugverbot am neuen Flughafen BER angenommen haben, hat Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) Verhandlungen mit den anderen beiden Gesellschaftern des Flughafens, dem Bund und dem Land Berlin aufgenommen. „Ich werde mich bemühen, Regelungen zu finden, die am Ende für mehr Nachtruhe sorgen“, versprach Platzeck. Es gehe um einen vernünftigen Kompromiss.
Bild: dpaEigentlich ist der neue Flughafen Berlin-Brandenburg nur auf 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt. Doch soviel Besucher werden in Berlin voraussichtlich schon im Jahr 2014 an den Flughäfen Tegel und Schönberg landen. Das Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2004 ging davon aus, dass der "Willy Brandt"-Airport die 27 Millionen Passagiere erst 2020 erreichen werde.
Nach Berichten der Zeitung "Die Welt" prüft die Flughafengesellschaft FBB nun den Bau eines Satellitenterminals, das zusätzlich 7,5 Millionen Passagiere im Jahr abfertigen könnte. Mutmaßliche Kosten: 500 Millionen Euro - und die Finanzierung ist unklar. Besonders peinlich: Mit dem Bau des neuen Terminals müsste eventuell schon vor Eröffnung des Willy Brandt-Flughafens angefangen werden.
Bild: dpaDa kann man sich nur noch an den Kopf fassen: Die Hängepartie um den neuen Berliner Flughafen wird immer länger, die zuletzt für den 27. Oktober 2012 geplante Inbetriebnahme war am 6. Januar 2013 auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Und immer wieder gibt es neue Pannen-Meldungen rund um das einstige Prestige-Projekt:
Am 24. Januar hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg die Wannsee-Flugroute des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens gekippt. Die Strecke führe zu nah an einem Forschungsreaktor vorbei. Das Risiko für einen Flugunfall oder einen terroristischen Anschlag sei vor der Routenfestlegung nicht ermittelt worden. Geklagt hatten neben den brandenburgischen Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Stadt Teltow, mehrere Grundstücksbesitzer und Anwohner des Wannsees. Es war die erste von mehreren Verhandlungen über Entscheidungen des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung, das die Flugrouten im Januar 2012 festgelegt hatte.
Bild: dpaDie Zeitung "Die Welt" berichtete am 9. Januar, dass auf dem Flughafengelände 1036 Bäume falsch gepflanzt wurden und eigentlich wieder entfernt werden müssten. Dieses Detail sei auf einer der hinteren Seiten des jüngsten Controllingberichts festgehalten worden. Um einen neuerlichen Image-Schaden in der Öffentlichkeit zumindest zu begrenzen, beschloss die Geschäftsführung laut dem Blatt, nicht alle der "ca. 1000 zumeist gut angewachsenen Bäumen" herauszureißen. Wegen der "nicht vertragskonformen Pflanzung" sollen aber zumindest 600 Bäume ausgetauscht werden, "da ein Belassen dieser Bäume auf Grundlage der Bewertungskriterien nicht begründbar ist", zitiert die "Welt" aus dem Bericht.
Bild: dpaNach der neuerlichen Verschiebung der Eröffnung hat Technikchef Horst Amann die Probleme des Milliardenprojekts „fast grauenhaft“ genannt. Der bauliche Zustand der Brandschutzanlage habe sein Team „in der Tat überrascht, da gibt es heute zum Teil noch Überraschungen“. Bei Rauchgasversuchen im Terminal vor Weihnachten habe sich gezeigt, dass die Entrauchungsanlage „nicht auf Anhieb funktioniert“ und zeitraubende Nacharbeiten nötig seien.
BER könnte mehr als fünf Milliarden Euro kosten
Die Kosten laufen aus dem Ruder - die Instandhaltung des Hauptstadtflughafens verschlingt täglich große Summen. Nun könnten die Endkosten höher ausfallen, als bisher geplant. Die Zahlen, auf die sich das Handelsblatt beruft: Jeden Monat 35 bis 40 Millionen Euro mehr - wegen des verpatzten Starts des Berliner Hauptstadtflughafens. Damit würden sich die Gesamtkosten für die Flughafengesellschaft FBB - und damit für die Bundesländer Berlin, Brandenburg und den Bund - bis Ende 2014 auf 5,1 Milliarden Euro summieren - 800 Millionen mehr als die veranschlagten 4,3 Milliarden Euro.
Auch intern gilt der Pannen-Bau entgegen offizieller Aussagen schon zur angepeilten Eröffnung am 27. Oktober 2013 als akut ausbaubedürftig. Ein Protokoll der „Soko BER“ im Bundesverkehrsministerium dokumentiert unter der Überschrift „Wie sieht es aus mit den Erweiterungsinvestitionen 2016/2017“ folgende Aussage des Flughafen-Technikchefs Horst Amann: „Man operiere von vornherein an der Kapazitätsgrenze. Das System sei ausgelastet.“
BER ist für 27 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt, die bisherigen Flughäfen Schönefeld und Tegel könnten diese Schwelle bei andauernden Wachstum bereits 2013 erreichen – und nicht erst in einigen Jahren. Weitere Investitionen – etwa ein zweites Terminal – am 4,3-Milliarden-Projekt müssten dann zügig folgen. „Die Frage einer Erweiterung werde sich bald stellen“, zitiert das Protokoll Amann.























