Flughafen Berlin-Brandenburg: Die wahren Hürden kommen noch

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KommentarFlughafen Berlin-Brandenburg: Die wahren Hürden kommen noch

von Max Haerder

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes ist klar: An Fluglärm und Bürgerprotesten wird der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg nicht mehr scheitern. Das eigentliche Problem liegt im Terminal selbst. Die Konstruktion ist überkomplex.

Nach den mündlichen Verhandlungen schwante es den Klägern bereits: Ihr Kampf gegen den Planfeststellungsbeschluss des neuen Berliner Flughafens BER würde wahrscheinlich vergebens sein. Und so kam es. Die Richter am Bundesverwaltungsgericht stellten heute fest: Juristisch steht der Eröffnung des Hauptstadt-Airports mit Namen „Willy Brandt“ nichts mehr im Wege. Dass die beklagten Flugrouten erst Jahre nach der Genehmigung des eigentlichen Baus definitiv festgezurrt wurden – und damit auch die tatsächlichen Lärmwellen startender und landender Maschinen – sei keine „Arglist“ des zuständigen Ministeriums gewesen, sondern übliches Verfahren, entschied das Gericht heute.

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Das Urteil mag erwartet gewesen sein, aber die Seufzer der Erleichterung bei Flughafengesellschaft, Airlines, der Berliner und Brandenburger Politik waren dennoch unüberhörbar. Der Problem-BER birgt schon genug Probleme und Tücken, dass diese rechtliche Klärung zumindest eine dankbar aufgenommene Erleichterung darstellt. Wenn auch nur eine kleine.

Extrem hohe Lärmschutzstandards werden die Kosten des  Prestigebaus in den kommenden Monaten ohnehin um mehrere hundert Millionen Euro in die Höhe treiben. Das Geld ist nötig, um zumindest perspektivisch für Akzeptanz bei den betroffenen Anwohnern im Süden Berlins und Brandenburgs zu sorgen.

Entscheidend für die erhoffte Eröffnung im kommenden Jahr aber wird etwas anderes sein: Die schiere Größe des Terminals, zahlreiche Planungsänderungen, architektonische Wünsche und mangelnde Koordination dutzender Firmen und Gewerke haben dem Flughafen im Laufe der Jahre eine Komplexität beschert, die an Undurchschaubarkeit grenzt. Es soll Bauunternehmer geben, die mittlerweile sehr darüber klagen, dass es hierzulande kaum mehr Ingenieure und Bauplaner gibt, die Konstruktionen dieses Ausmaßes überhaupt noch in Gänze durchdringen können.

Nach der jüngsten peinlichen Kurzfristverschiebung des Eröffnungstermin vom 3. Juni 2012 auf den 17. März 2013 haben Flughafen-Verantwortliche sowie die Gesellschafter aus Berlin, Brandenburg und dem Bund jedenfalls Angst, sich mit einer abermaligen Absage gesetzter Termine endgültig lachhaft zu machen. Zumal sie alles andere als unbegründet ist.

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Nehmen soll sie nun ein Mann namens Horst Amann. Der bisherige Chefplaner des Frankfurter Flughafens ersetzt ab 1. August den geschassten Ex-Chef Manfred Körtgen. Am unbelasteten Amann liegt es nun, für die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat tabula rasa zu machen. Er muss endlich Ordnung ins Chaos bringen und zuvorderst den heiklen Brandschutz endlich auf Zuverlässigkeit trimmen. Am 16. August soll der neue Mann dann seine Einschätzung dazu abliefern, ob März 2013 ein realistisches Eröffnungsdatum ist – oder ob Berlin noch viel länger auf sein Luftschloss warten muss.

In den vergangenen Wochen war Amann bereits einige Tage pro Woche in Berlin – und was  seitdem an spärlichen Wortmeldungen von ihm verlautete, lässt nicht gerade den Schluss zu, dass er von der Terminsetzung zweifelsfrei überzeugt ist – um es sehr vorsichtig zu formulieren.

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