Flughafen Berlin-Brandenburg: Mehdorn will Testbetrieb am Hauptstadtflughafen im Frühjahr 2014

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Flughafen Berlin-Brandenburg: Mehdorn will Testbetrieb am Hauptstadtflughafen im Frühjahr 2014

Weniger als Paderborn: Mit höchstens 1500 Passagieren am Tag soll der neue Berliner Flughafen zunächst in Betrieb gehen. Mehdorn holt sich dafür einen erfahrenen alten Bekannten an Bord.

Der Berliner Airportchef Hartmut Mehdorn will möglichst im März oder April 2014 mit dem Testbetrieb auf dem neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld beginnen. Maximal zehn Maschinen sollen dann pro Tag dort starten und landen, kündigte Mehdorn am Freitag in Schönefeld an.
Der Aufsichtsrat forderte den Geschäftsführer am Abend auf, sein Konzept weiterzuverfolgen. Ein Gegenkonzept des Technikchefs Horst Amann erhielt keine Zustimmung, wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete.
Mehdorn will jedoch mit höchstens zehn Flügen am Tag starten und dafür den Nordflügel umbauen. Er solle sich dafür auch um eine neue Baugenehmigung kümmern, wie es hieß. Das war bislang Amanns Aufgabe. Der zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt.

Die Starttermine für den Flughafen BER

  • 30. Oktober 2011

    Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: Neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

  • 3. Juni 2012

    Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

  • 17. März 2013

    Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

  • 27. Oktober 2013

    Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin am 7. September als neuen Eröffnungstag fest.

  • Starttermin 5

    Anfang Januar 2013 wurde bekannt, dass auch der Termin im Herbst des Jahres nicht zu halten sein wird. Frühestens 2014 wird das Großprojekt nun seiner Bestimmung übergeben werden können.


Mehdorn plant, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen. Später sollen zuerst die Fluggesellschaften aus Tegel zum Neubau umziehen, anschließend Schritt für Schritt die Airlines vom bestehenden Schönefelder Flughafen.
Einen Terminplan für die Gesamtfertigstellung will Mehdorn in den nächsten zwei bis drei Monaten dem Aufsichtsrat vorlegen. „Das muss ein Termin sein, den wir risikofrei erreichen können.“ Dazu werden zwei neue Bauleiter eingesetzt, wie in Branchenkreisen zu hören war: die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, und der Architekt Hany Azer, mit dem Mehdorn schon den Berliner Hauptbahnhof baute. Sie ersetzen zwei Vertraute Amanns.
Wowereit übernahm am Nachmittag die Sitzungsleitung, nachdem Matthias Platzeck (SPD) wie angekündigt seinen Rücktritt vom Aufsichtsratsvorsitz erklärt hatte. Der brandenburgische Ministerpräsident legt seine Ämter nach einem leichten Schlaganfall im Juni nieder. Brandenburg werde im Oktober einen Nachrücker für Platzeck präsentieren, sagte Wowereit. Wer Vorsitzender wird, entscheidet der Aufsichtsrat danach.
„Es ist nicht die Frage, welche Personen hier jetzt in welche Position kommen“, sagte Wowereit auf die Frage, ob er wieder Aufsichtsratschef werden wolle. Platzeck hatte ihn im Januar abgelöst, nachdem der vierte Eröffnungstermin für den Flughafen wegen Baumängeln, Fehlplanungen und Technikproblemen geplatzt war.

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„Wowereits Rückkehr an die Spitze des Aufsichtsrates ist ein Treppenwitz der Geschichte“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring „Handelsblatt Online“. Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann sagte: „Die Rückkehr von Herrn Wowereit kann nur eine zeitlich sehr eng begrenzte Notlösung sein.“
Mehdorn, der seit Monaten beim Flughafenbau aufs Tempo drückt, sagte nun: „Qualität geht vor Schnelligkeit.“ In den nächsten vier Wochen will er Siemens unter Vertrag nehmen, damit das Unternehmen die Frischluftzufuhr für das Hauptterminal im Brandfall umbaut. „Siemens glaubt, im Frühherbst nächsten Jahres fertig zu sein. Wir glauben, dass das schneller gehen kann.“

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