Flughafen Berlin: Schmiergeld-Verdacht am BER erhärtet sich

Flughafen Berlin: Schmiergeld-Verdacht am BER erhärtet sich

, aktualisiert 29. Mai 2015, 14:38 Uhr
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Am Berliner Flughafen sollen Bestechungsgelder geflossen sein.

Imtech-Nachforderungen in Millionenhöhe bewilligt und Schmiergeld kassiert - der Verdacht gegen einen Ex-Bereichsleiter des neuen Berliner Flughafens erhärtet sich. Der Mann sitzt in U-Haft.

Der Korruptionsverdacht um den Hauptstadtflughafen und den Gebäudetechnikausrüster Imtech hat sich nach Angaben der Ankläger erhärtet. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens sitze seit dem 13. Mai unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft, sagte der Neuruppiner Oberstaatsanwalt Frank Winter am Freitag. „Es besteht Flucht- und Verdunkelungsgefahr“, begründete Winter.

Der damalige Prokurist des Flughafens soll Ende 2012 Imtech-Nachforderungen von mehr als 60 Millionen Euro bewilligt haben, ohne dass die Nachträge überprüft waren. Kurz zuvor soll er von dem Konzern 150.000 Euro Schmiergeld erhalten haben. Dringender Tatverdacht besteht auch gegen den früheren Deutschlandchef und einen Regionalleiter von Imtech. Der Deutschlandchef soll die Schmiergeldzahlung in die Wege geleitet, der Regionalleiter das Geld übergeben haben.

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huGO-BildID: 44372308 ARCHIV - Ein Bauhelm mit der Aufschrift «BER» liegt vor unzähligen Rohren in einer Technikebene über dem Terminal des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Brandenburg), aufgenommen am 18.03.2015. Foto: Patrick Pleul/dpa (zu Vorausmeldung zum Thema «Sonderausschusses BER» vom 10.05.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Laut Staatsanwaltschaft hat der Ex-Bereichsleiter des Flughafens ankündigt, die Möglichkeit zu nutzen, das Untersuchungsgefängnis gegen eine Kaution zu verlassen. Er müsse dann auch seine Ausweispapiere abgeben und sich regelmäßig melden. Die geforderte Kaution soll bei 350.000 Euro liegen.

Die früheren Imtech-Manager sind nicht in Untersuchungshaft. Bei ihnen bestehe keine Fluchtgefahr, erklärte Winter. Insgesamt ermittelt die auf Korruption spezialisierte Staatsanwaltschaft gegen vier frühere Imtech-Mitarbeiter.

Der Energie- und Gebäudetechnik-Konzern Imtech mit Sitz in den Niederlanden war in den vergangenen Jahren durch erhebliche Unregelmäßigkeiten aufgefallen. So hatte die deutsche Tochter nach Konzernangaben über Jahre hinweg Umsätze ausgewiesen, die es gar nicht gab. Das führte zu höheren Boni für die Führungsetage. Dann folgten millionenschwere Abschreibungen und Stellenstreichungen.

Gemeinsam mit Caverion arbeitet Imtech seit Jahren an der Brandschutzanlage des Flughafens mit, die bislang nicht durchgängig funktionstüchtig ist. Der frühere Flughafen-Technikchef Horst Amann nannte Imtech im Berliner Untersuchungsausschuss eine „Schlüsselfirma“ für das Projekt.

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Amanns Nachfolger Jörg Marks und der Flughafen-Aufsichtsrat hatten im März angedeutet, trotz der Korruptionsermittlungen weiter mit Imtech zusammenarbeiten zu wollen. Das Unternehmen hat mittlerweile ein neues Management.

Die Flughafengesellschaft hatte im Sommer 2013 durch ein anonymes Schreiben Hinweise auf die mutmaßliche Bestechung erhalten. Der Verdacht ließ sich nach Angaben des Unternehmens in internen Untersuchungen aber nicht erhärten. Vor zwei Monaten befand der Aufsichtsrat, dem damaligen Flughafenchef Hartmut Mehdorn sei in der Sache kein Vorwurf zu machen.

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