Flughafen Frankfurt: Pilotenstreik kostet Lufthansa Millionen

Flughafen Frankfurt: Pilotenstreik kostet Lufthansa Millionen

, aktualisiert 05. September 2014, 11:58 Uhr

Die Lufthansa-Piloten streiken am Freitagabend, die ersten Flüge fallen schon ab Mittag aus. Die Airline hat einen Sonderflugplan eingerichtet. Der Ausstand kostet Lufthansa Millionen.

Lufthansa-Passagiere müssen sich an diesem Freitagabend zum Start ins Wochenende und zum Ende der Ferienzeit auf Behinderungen einstellen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit bestreikt zwischen 17.00 und 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge, die vom größten deutschen Flughafen Frankfurt abfliegen. Die Lufthansa will mit einem Sonderflugplan das Schlimmste abfedern. Wer ab Frankfurt gebucht hat, sollte sich im Internet informieren.

Insgesamt sollen nach Angaben der Airline über 200 Flüge ausfallen. Rund 25.000 Passagiere dürften betroffen sein. Aus technischen Gründen müsste die Lufthansa schon ab 13.30 Uhr die ersten Flüge aus dem europäischen Ausland nach Frankfurt annullieren, um den Flugbetrieb nach Streikende wieder so schnell wie möglich normalisieren zu können.

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Die Airline kritisierte die Streikankündigung scharf: Dies sei eine „besondere und nicht nachvollziehbare Zumutung“, zumal dies das letzte Ferienwochenende in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sei. Der Streik treffe damit viele Familien auf der Heimreise aus dem Urlaub und Tausende von Geschäftsreisenden am Ende der Arbeitswoche. Cockpit schrecke nicht davor zurück“, in der Hauptreisezeit zum Ferienende in den drei Bundesländern für ihre Interessen zu streiken.

Auf die Lufthansa kommen durch den Streik nach eigenen Angaben Kosten in Millionenhöhe zu. Allein die Ankündigung eines Arbeitsausstands führe üblicherweise zu einem erheblichen Schaden, da die Buchungszahlen zurückgingen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag. Genaue Angaben über die Gewinneinbußen infolge des Arbeitskampfes könnten derzeit noch nicht gemacht werden.

Worum geht es?

Im Tarifstreit bei der Lufthansa gibt es viele Baustellen. Der Hauptstreit dreht sich momentan um die Übergangsrente für die 5400 Piloten bei Lufthansa, Germanwings und Lufthansa Cargo. Derzeit gehen die Lufthansa-Kapitäne im Schnitt mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand.

Europas größte Airline will das Durchschnitts-Eintrittsalter wegen der hohen Kosten und der auf 65 Jahre hochgesetzten Altersgrenze für Verkehrspiloten schrittweise auf 61 Jahre anheben.

Erst am vergangenen Freitag hatte die Gewerkschaft den Billigflieger Germanwings sechs Stunden lang bestreikt. Dadurch waren 116 von 164 Flügen ausgefallen. Von den Ausfällen waren rund 15.000 Passagiere betroffen.

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Gestrichene Flüge listet die Lufthansa hier auf. Ob der eigene Flug betroffen ist, können Passagiere hier herausfinden. Betroffene Passagiere sollten sich frühzeitig informieren. „Die Kunden können kostenlos umbuchen, sie können stornieren. Wir bieten ihnen an, mit der Bahn zu fahren bei innerdeutschen Verbindungen, und natürlich buchen wir sie auch auf andere Airlines um, wenn das möglich ist“, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels am Freitag. „Wir versuchen das so zu gestalten, dass am Samstag der Flugverkehr möglichst reibungslos wieder anlaufen kann.“

Die Deutsche Bahn will bei Bedarf zusätzliche Züge auf stark gefragten Strecken fahren lassen. Am Flughafen-Bahnhof in Frankfurt sollen zusätzliche Mitarbeiter die Reisenden lotsen, wenn nötig auch an weiteren Bahnhöfen, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Mehr Buchungen lösen Streiks regelmäßig auch bei den Fernbus-Anbietern aus. Die nötigen Kapazitäten seien vorhanden, versicherte der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer.

Reisende sind derzeit doppelt verunsichert, da auch die Lokführer-Gewerkschaft GDL weitere Warnstreiks bei der Bahn angekündigt hat. Einen konkreten neuen Termin nach den ersten Arbeitsniederlungen vom Montag gibt es jedoch noch nicht. GDL und Cockpit hatten beteuert, nicht gleichzeitig streiken zu wollen.

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