Fluglinie: Die Zitterpartie bei Air Berlin geht weiter

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Fluglinie: Die Zitterpartie bei Air Berlin geht weiter

von Rüdiger Kiani-Kreß

Deutschlands zweitgrößte Fluglinie fliegt auch in ihrer Neun-Monatsbilanz den Erwartungen hinterher und lebt weiterhin vor allem vom guten Willen ihres Hauptaktionärs Etihad.

Noch im Frühsommer huschte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer eine freudige Erwartung ins Gesicht, wenn er über seine Erwartungen für den Herbst sprach. "Wie es aussieht, werden wir bald das Ende unseres Schrumpfkurses erreichen", sagt der 56-Jährige im Juni damals im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Als der gebürtige Österreicher am heutigen Donnerstag die Zahlen für die ersten neun Monate seines Geschäftsjahres verkündete, war die Stimmung deutlich weniger "leiwand", wie im Alpenland positive Dinge genannt werden. „Wir konnten unsere Ergebnisziele nicht erreichen“, gab der Manager ungewohnt angespannt zu.

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Die Zahlen klingen noch weniger schön. Ende September weist der Geschäftsbericht 133 Millionen Verlust aus (Vorjahr 158,3 Millionen) und das Eigenkapital ist negativ. Auch Umsatz, Passagierzahl und Auslastung liegen unter Vorjahr.

Seine Hoffnung speiste Prock-Schauer aus drei Quellen. Zum einen ist die Zeit von Juni bis September die stärkste des Jahres, weil dann Europa und vor allem die Air-Berlin-Heimatländer Deutschland, Österreich und Schweiz in großem Stil in den Urlaub ans Mittelmeer fliegen und dafür pro Flug im Schnitt rund ein Drittel mehr zahlen als der klassische Städtetourist im Rest des Jahres. Hier verdienen alle Fluglinien das Polster für die Verluste im nachfrageschwachen Winter.

Serviceoffensive Air Berlin investiert wieder

Trotz verfallender Finanzen will Deutschlands zweitgrößte Fluglinie den jahrelangen Schrumpfkurs beenden und steckt als Zeichen des Optimismus Millionen in einen besseren Service.

Flugzeuge in den Farben von Air Berlin und Etihad Quelle: REUTERS

Dazu ist der Sprit billiger als im Vorjahr. Allein das drückt die Kosten um gut 60 Millionen Euro oder drei Prozent der Ausgaben. Und schließlich hat das aktuelle Sparprogramm Turbine hat die Erwartungen übererfüllt. Air Berlin hat bereits mehr als 500 Jobs gestrichen, Verluststrecken gekürzt und die Erträge um 200 Millionen Euro verbessert. Die Zahl hat Prock-Schauer erst für die Jahreswende versprochen.

Nun gab es zwar alle drei Faktoren. Doch am Ende bleiben von den gut 200 Millionen möglicher Ergebnisverbesserung netto nur 25. So wird Air Berlin auch zum Jahresende Geld verlieren und mit ein paar weiteren Sondermaßnahmen wie Verkäufen von Unternehmensteilen bestenfalls einen operativen Verlust von 40 Millionen Euro schaffen. Doch sicher ist das nicht.

Der Grund ist für Finanzchef Ulf Hüttmeyer – wie bei allen seinen schlechten Nachrichten der vergangenen Jahre – „negative Einmaleffekte“. Nach Bilanzierungsrichtlinien, Sondersteuern wie der Luftverkehrsabgabe oder der europäischen Schuldenkrise war es in diesem Jahr: der Sommer.

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