Fluglinie unter Druck: Wie es bei Etihad und Air Berlin weitergeht

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Fluglinie unter Druck: Wie es bei Etihad und Air Berlin weitergeht

von Nora Jakob, Rüdiger Kiani-Kreß und Stephan Happel

Air Berlin hat einen Schlag kassiert. Offenbar will das Luftfahrtbundesamt dem Großaktionär Etihad wichtige Flugrechte entziehen. Doch die Schock-Meldung ist weniger fatal als sie zunächst klingt.

Für Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer war die vergangene Woche noch aufreibender als die die ohnehin schon extrem anstrengenden Monate zuvor. Aber auch erfolgreicher: Rettungsmaßnahmen, mit denen er seine angeschlagene Fluglinie aus der Misere ziehen will, gingen auf. Dem gebürtigen Österreicher gelang es zum Beispiel, den Liefervertrag mit Boeing über 33 Flugzeuge loszuwerden. Damit spart sich Air-Berlin Ausgaben von mehr als 2,5 Milliarden Euro für neue Flieger, die sich die Linie angesichts ihrer maroden Finanzen derzeit nicht leisten kann. Und weil Air-Berlin-Finanzchef Ulf Hüttmeyer künftig auch im Finanzteam seines Hauptaktionärs Etihad aus Abu Dhabi sitzt, dürfte er dort künftig auch etwas mehr Einfluss haben.

Doch nun droht ein Rückschlag: Das Luftfahrtbundesamt will Etihad wichtige Flugrechte entziehen, wie das "Handelsblatt" berichtet. Eine entsprechende schriftliche Ankündigung der Bundesbehörde hatte Etihad Anfang August erhalten. Der Hintergrund: Die Flugrechte seien entgegen der bestehenden Luftverkehrsabkommen genehmigt worden.

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Quelle: Presse

Konkret betrifft das 30 sogenannte Code-Share-Verbindungen, und damit rund die Hälfte der Kooperationsflüge, die unter einer Flugnummer von Etihad fliegen, aber von Air Berlin durchgeführt werden. Darunter sind vor allem Flüge von Berlin ins europäische Ausland. Flüge, die für die Kooperation der beiden Unternehmen von großer Bedeutung sind. Die marode Linie Air Berlin bekommt so die eigenen Flieger voll und Etihad kann Flüge von deutschen Flughäfen und zu Zielen anbieten, die sie aufgrund internationaler Verträge eigentlich nicht ansteuern dürfte.

Zu enge Verbindung

Von Konkurrenten wie der Lufthansa wurde die enge Verbindung zwischen Etihad und Air Berlin schon länger angeprangert, von den Behörden bislang aber toleriert. Im März war Etihad mit 30 Prozent bei Air Berlin als Großaktionär eingestiegen. Ein größerer Einstieg ist nicht möglich, da eine Airline den Betrieb dramatisch herunterfahren müsste, wenn mehr als 50 Prozent der Anteile in ausländischer Hand liegen. Nach den antiquierten Regeln des internationalen Luftverkehrs dürfen zwischen zwei Ländern in der Regel nur Gesellschaften fliegen, bei denen Anteilseigner aus dem Start - oder dem Zielland die Mehrheit der Stimmrechte haben. Ohne diese Verkehrsrechte wäre Air Berlin für Etihad praktisch wertlos.

Nach "Handelsblatt"-Informationen wollen sich zwar weder das Ministerium oder Luftfahrtbundesamt, noch Air Berlin und Etihad offiziell äußern. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass der Plan der Behörden die Airline überrascht. Bislang hatte man eine Regelung erwartet, die den Status Quo unangetastet lässt, aber künftige Finanzhilfe für Air Berlin von Etihad untersagt.

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