Flugtickets: Versteckte Schweinereien - na und?

KommentarFlugtickets: Versteckte Schweinereien - na und?

von Rüdiger Kiani-Kreß

Das Verbot des Europäischen Gerichtshofs, Reisenden bei der Online-Buchung ungewollt Nebenleistungen unterzuschieben, ist ein wenig überholt. Längst ziehen clevere Anbieter den Kunden das Geld auf andere Weise aus der Tasche.

Es ist sicher ein Sieg für den Verbraucher, wenn Online-Reiseanbieter ihren Kunden künftig nicht länger stillschweigen eine unerwünschte Reiseversicherung unterschieben dürfen. Das verbietet zwar eine EU-Richtlinie seit geraumer Zeit. Doch offenbar hat das Web-Reisebüros wie Ebookers.com bislang nicht besonders interessiert. Obwohl inzwischen selbst Ryanair als Meister im Andienen von Extras die Praxis eingestellt hat, mussten die Kunden bei Ebookers noch extra wegklicken, wenn sie keine Reiseversicherung haben wollten.

Das wirft zum einen eine politische Frage auf: Wenn sich ein Unternehmen über EU-Recht hinwegsetzt, ist das eigentlich ein Kavaliersdelikt, dass der Kunde einklagen muss – oder nicht doch eine bewusste Täuschung wenn nicht gar eine Art Betrug. Auf mich wirkt das eher wie letzteres.

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In diesem Fall ist das kein Fall für die Verbraucherschützer, sondern die Staatsanwaltschaft und die normale Gerichtsbarkeit. Schließlich verstoßen die Unternehmen ja bewusst gegen geltendes Recht, um sich zu bereichern. Zwar zahlen die Reiseversicherungen für jede Vermittlung nur ein, zwei Euro. Doch wenn das bei jeder Buchung anfällt, kommt am Ende doch ohne Anstrengung eine gehörige Summe zusammen.

Abschreckung erwünscht

Darum hätten hier längst nicht nur Verbraucherschützer aktiv werden müssen. Ein schönes Vorbild könnte da sein, wie Strafverfolgungsbehörden in den USA solche Wirtschaftsvergehen behandeln. Wer bei einer Kartellabsprache erwischt wird, muss nicht nur den Schaden wiedergutmachen. Die Behörden schicken auch gleich einen ordentlichen Strafbefehl hinterher. Das mag gelegentlich etwas hart sein, weil angesichts der knappen Margen der Online-Reisebüros der ein oder andere Übeltäter insolvent werden könnte. Aber eine Abschreckung ist es in jedem Fall.

Doch wenn sich Ebookers bewusst über das EU-Recht bei den untergeschobenen Extras hinweg setzen, ist das nicht nur ein Fall für die Justiz Vergehen. Schlimmer, es ist ein Fehler. Zum einen kostet es am Ende Geschäft. Denn nach den Berichten über das Urteil dürfte der Eindruck bleiben, Ebookers sei ein Betrüger. Und das ist sicher keine Einladung, dort zu buchen.

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