Formel1-Prozess in London: Bernie Ecclestone: Bestechungsvorwürfe sind Blödsinn

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Formel1-Prozess in London: Bernie Ecclestone: Bestechungsvorwürfe sind Blödsinn

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Formel-1-Chef Bernie Ecclestone wird vorgeworfen, dem früheren BayernLB-Vorstand Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Anteile der Bank rund 44 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt zu haben.

von Yvonne Esterházy

Im Kreuzverhör wies der Formel-1-Chef alle Bestechungsvorwürfe zurück und beschuldigte den Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky erneut der versuchten Erpressung.

Blitzlichtgewitter und viele Fernsehkameras empfingen den 83-jährigen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone am Eingang des modernen Gerichtsgebäudes, in dem die Wirtschaftskammer des Londoner High Court tagt. Doch anschließend betrat der 1,59 Meter große Milliardär mit dem grauen strähnigen Haar und der changierenden Brille, den kargen Gerichtssaal Nummer 26 leise und ohne viel Aufheben.

Als der ehemalige Gebrauchtwagenhändler Ecclestone am Mittwochvormittag im Zeugenstand vereidigt wurde, war er zwar gebräunt wirkte aber alt und gebrechlich und sprach stets mit leiser Stimme. Sein Anwalt wies vor Beginn des Kreuzverhörs darauf hin, der Brite habe Seh- und Hörschwierigkeiten. Doch dem Kampfesgeist des Formel-1-Chefs tat dies keinen Abbruch. Nachdrücklich setzte er sich gegen den Vorwurf zur Wehr, er habe dem Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank Gerhard Gribkowsky geschmiert, um ihn dazu zu bewegen, die Formel-1-Anteile der Bank an den von Ecclestone bevorzugten Investor CVC zu verkaufen. Was die Zeitungen in diesem Zusammenhang geschrieben hätten, sei "alles Blödsinn", so Ecclestone "glauben Sie alles was in den Medien steht?". Anschließend betonte er, der einzige Grund für die Zahlung an den Banker seien dessen Versuche gewesen, ihn wegen angeblicher Steuerunregelmäßigkeiten unter Druck zu setzen.  "Was ich ihm zahlte war nur ein kleiner Betrag... eine Art Versicherungspolice, eine recht billige Versicherungspolice... Ich wollte verhindern, dass der Fiskus eine Untersuchung einleitet".  

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Quelle: dpa

Weil es sich um eine ganz persönliche Angelegenheit zwischen ihm und Gribkowsky handelte, habe er auch keine Veranlassung gesehen, den Formel-1-Vorstand zu informieren. Ecclestone und Bambino, eine Firma im Besitz der Ecclestone-Familie hatten Gribkowsky insgesamt 44 Millionen Dollar gezahlt. "Die Sache ging den Vorstand nicht das geringste an", sagte Ecclestone auf die Frage, warum er das Formel-1-Management nicht informiert habe.

Ecclestone musste in den Zeugenstand, um bei einem Schadensersatzprozess auszusagen, den die Münchner Film- und Fernsehfirma Constantin Medien AG, an der die Erben des legendären Filmhändlers Leo Kirch beteiligt sind, gegen ihn angestrengt hatte. Im Kern geht es bei dem Londoner Prozess um die Frage, ob die BayernLB ihren Anteil an der Formel 1, der aus der Kirch-Konkursmasse auf sie übergegangen war, auf Betreiben des Rennsportchefs unter Wert an den Ecclestone genehmen Investor CVC Capital Partners verkaufte.

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