Frankfurter Flughafenbetreiber: Fraport erhält Zuschlag für zwei Flughäfen in Brasilien

Frankfurter Flughafenbetreiber: Fraport erhält Zuschlag für zwei Flughäfen in Brasilien

, aktualisiert 16. März 2017, 17:26 Uhr
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Der Flughafen in Frankfurt

Brasilien braucht dringend Geld - und privatisiert daher vier große Flughäfen. Zwei Mal gewinnt ein deutscher Bieter - der muss nun wohl auch eine Lösung für die berühmte „Landshut“-Maschine finden.

Der Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, hat den Zuschlag bei der Privatisierung von zwei Großflughäfen in Brasilien bekommen. Bei der Auktion am Donnerstag in São Paulo konnte Fraport die Konzessionen für den Betrieb der bisher staatlich betriebenen Flughäfen im nordostbrasilianischen Fortaleza und in Porto Alegre im Süden Brasiliens ersteigern.

Für den Zuschlag lag der Preis bei 425 Millionen Reais (126,5 Mio Euro), für Porto Alegre bei 290,5 Millionen Reais (86,4 Mio Euro) - allerdings summieren sich laut Fraport die Gesamtkosten über die Konzessionszeit von 30 Jahren bei Fortaleza auf rund 446 Millionen Euro und für 25 Jahre Laufzeit bei Porto Alegre auf 113 Millionen Euro. Hinzu kommt eine jährliche fünfprozentige Umsatzabgabe.

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Der Zuschlag für Fortaleza hat eine besondere Note. Dort steht seit 2008 flugunfähig die frühere Lufthansa-Maschine „Landshut“, die 1977 von Terroristen gekidnappt und von der Spezialeinheit GSG-9 im somalischen Mogadischu befreit wurde. Sie wechselte mehrfach den Besitzer und war zuletzt als Frachtflugzeug in Brasilien im Einsatz.

Der neue Betreiber muss entscheiden, ob die Maschine verschrottet oder verkauft wird. Die Bundesregierung prüft eine Überführung nach Deutschland. Es gebe zahlreiche private Initiativen und Ideen, die Reste der Maschine nach Deutschland zurückzuholen, um daraus „als begehbares Museum einen Ort der Erinnerung und der Pädagogik“ zu machen, hatte ein Sprecher des Auswärtigen Amts zuletzt betont.

Die Maschine ist in einem sehr schlechten Zustand, es wird mit Kosten von mindestens mehreren hunderttausend Euro für Kauf, Demontage und Verschiffung nach Deutschland gerechnet. Palästinensische Terroristen wollten mit der Aktion auf dem Höhepunkt des „Deutschen Herbstes“ inhaftierte Terroristen der RAF (Rote-Armee-Fraktion) freipressen.

Zudem ging der Flughafen in Salvador bei der Auktion an Vinci Airports und der Flughafen im Ferienort Florianópolis an Zürich International Airport. Die brasilianische Regierung konnte bei der Versteigerung im Rahmen der Privatisierungsbemühungen zur Senkung des Defizits rund 1,46 Milliarden Reais (435 Mio Euro) einnehmen.

Die Regierung konnte mehr Geld erlösen als veranschlagt. Über den gesamten Zeitraum der Konzessionen (Porto Alegre 25 Jahre, die anderen 30 Jahre) rechnet man mit 3,7 Milliarden Reais (1,1 Mrd Euro). Mit der Konzession bekommen die Betreiber die Rechte für Terminals, Pisten und Abstellplätze auf dem Flughafengelände, sind aber auch zu Investitionen verpflichtet. Fraport betreibt bisher in Südamerika nur den Flughafen in der peruanischen Hauptstadt Lima.

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