Fraport-Chef Stefan Schulte: "Sicherheit an Flughäfen besser organisieren"

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InterviewFraport-Chef Stefan Schulte: "Sicherheit an Flughäfen besser organisieren"

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Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, zum Thema Verantwortung bei Personenkontrollen und über geplante und durchgeführte Expansionen in die USA und nach Griechenland.

von Jacqueline Goebel und Rüdiger Kiani-Kreß

Der Fraport-Chef Stefan Schulte will mehr Verantwortung bei den Personenkontrollen am Frankfurter Flughafen, auch zusätzliche Billigflieger anlocken und stärker in den USA Fuß fassen.

WirtschaftsWoche: Herr Schulte, vorige Woche haben die Anschläge auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ die Diskussion um die innere Sicherheit neu entfacht. Müssen auch die Flughäfen jetzt mehr für die Sicherheit tun?

Wir haben die Nachricht von den Anschlägen in Frankreich mit Bestürzung verfolgt und verurteilen diese aufs Schärfste. Dass auch Flughäfen zur Zielscheibe des Terrors werden können, mussten wir 2011 mit dem Anschlag auf US-Soldaten am Frankfurter Flughafen selbst leidvoll erfahren. Die Sicherheitsvorkehrungen im Luftverkehr sind seit den Anschlägen vom 11. September 2001 deutlich verschärft worden. Ich vertraue auf die jeweilige Einschätzung der Lage durch die Bundespolizei und die zuständigen Behörden, die die notwendigen Maßnahmen veranlassen.

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Der Herr der Landebahnen

  • Stefan Schulte

    Schulte, 54, ist seit 2009 Vorstandschef des Flughafenbetreibers Fraport. Der Konzern mit 2,6 Milliarden Euro Umsatz hat neben Frankfurt Anteile an zehn weiteren Flughäfen wie Hannover, Delhi in Indien und Xi’an in China.

Trotzdem gelang es Sicherheitsprüfern der EU im November am Frankfurter Flughafen, bei jedem zweiten Versuch gefährliche Gegenstände durch die Kontrollen zu schmuggeln. Wie kann das sein?

Zunächst: Das Ergebnis war absolut nicht zufriedenstellend. Doch es ist kein Indiz für generelle Sicherheitsmängel. Die EU führt diese verdeckten Tests regelmäßig durch – so wie übrigens auch die Bundespolizei. Diese sind auch wichtig, um die Qualität hoch zu halten. Die Tests gehen dabei bewusst auch an die Grenzen dessen, was Mitarbeiter an Sicherheitskontrollen erkennen können. Bei den EU-Tests sind neue Sachverhalte getestet worden, die in den Schulungsunterlagen für die Luftsicherheitsassistenten nicht enthalten waren. Hier wurde bereits reagiert, zahlreiche Nachschulungen sind erfolgt. Das erklärt die Ergebnisse sicher nicht vollständig, die Thematik ist sehr komplex. Es ist aber auch keine reine Frage der Personalqualität.

Sondern?

Wir müssen uns auch insgesamt Gedanken machen, wie wir Sicherheit an Flughäfen besser organisieren können.

Was heißt das konkret?

An Flughäfen setzen der Bund und die Bundespolizei die Standards und entscheiden, was und wie kontrolliert wird. Das ist auch richtig so. Der Bund ist außerdem für den gesamten Prozess der Kontrolle, die nötige Ausrüstung und Technik und die Personalplanung und -steuerung zuständig. Wir als Flughafenbetreiber und die Airlines können bei operativen Themen Vorschläge einbringen, auf die Umsetzung haben wir aber keinen Einfluss.

Wie wollen Sie das ändern?

Zumindest sollten wir uns Gedanken machen, wie wir die Kernkompetenzen der verschiedenen Partner bestmöglich einbinden können. Die Sicherheitsstandards müssen aber weiterhin seitens des Bundes gesetzt werden, genauso wie Bund und Bundespolizei für die Anforderungen an die Schulungsqualität verantwortlich bleiben müssen. Andererseits sollten die Erfahrungen der Flughafenbetreiber und der Airlines stärker genutzt werden. Nur so können meines Erachtens die notwendigen Kontrollen sicher, kundenfreundlich und zügig erfolgen. Dabei darf es an der Sicherheit keine Abstriche geben.

Was wünschen Sie sich konkret?

Da haben wir einige Vorschläge. Aber die wollen wir zunächst mit den Beteiligten bereden, bevor wir da aktiv werden.

Extrem aktiv waren Sie 2014 bei Zukäufen. Nachdem Fraport lange Jahre bei Ausschreibungen den Kürzeren gezogen hat, haben Sie nun die Konkurrenz ausgestochen beim Flughafen der slowenischen Hauptstadt Ljubljana und beim amerikanischen Duty-free-Betreiber Airmall. Ist Ihr Appetit jetzt erst mal gestillt?

Appetit haben wir immer dann, wenn das Angebot attraktiv ist. Aber zunächst müssen wir die neuen Beteiligungen ins Unternehmen eingliedern und weiterentwickeln. Mit Airmall sind wir jetzt an vier US-Flughäfen vertreten und haben damit ein erstes Standbein in den USA. Das wollen wir als Basis nutzen für weitere Aktivitäten.

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