Fraport: Fluglotsen streiken aus Solidarität mit

Fraport: Fluglotsen streiken aus Solidarität mit

Quelle:dapd

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) weitet die Streiks am Frankfurter Flughafen drastisch aus. Auch die Mitglieder am Tower Frankfurt legen am Mittwoch die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will ihren Streik in Frankfurt am Main noch einmal verschärfen. Am Mittwoch sollen neben den Vorfeldmitarbeitern auch die Lotsen der Deutschen Flugsicherung am Tower ihre Arbeit niederlegen und zwar von 5.00 bis 11.00 Uhr, wie die Gewerkschaft am Dienstagmorgen mitteilte. Betroffen seien etwa zwölf Mitarbeiter, sagte Bundesvorstand Markus Siebers auf dapd-Anfrage. „Wenn alle teilnehmen, dann gehen wir davon aus, dass eigentlich nichts mehr fliegt“, sagte Siebers. Nur noch Notverkehr solle am Mittwochmorgen möglich sein. Der Streik am Tower sei eine Maßnahme der Solidarität mit den Vorfeldmitarbeitern im Arbeitskampf gegen den Flughafenbetreiber Fraport.

Rechtliche Probleme des Unterstützungsstreiks sieht Siebers nicht. „Er ist sehr verkürzt und betrifft nur eine kleine Gruppe“, sagte er. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sei gewahrt. Dem hatte die Deutsche Flugsicherung bereits am Montag widersprochen. Der Tarifstreit betreffe allein die Gewerkschaft und den Flughafenbetreiber, sagte ein Sprecher der Deutschen Flugsicherung GmbH. „Ein Fluglotsenstreik wäre unverhältnismäßig“, sagte der Sprecher.

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Der Frankfurter Flughafen in Zahlen

  • Anzahl der Flugzeuge

    Der Flughafen Frankfurt ist Deutschlands wichtigstes Drehkreuz für den Luftverkehr.

    Im Winterflugplan 2011/2012 stehen nach Angaben des Betreibers Fraport 4535 Flüge zu 275 Zielen pro Woche im Passagier-Linienverkehr und 240 Flüge pro Woche im Fracht-Linienverkehr. Im vergangenen Jahr wurden 487 162 Flugbewegungen registriert.

  • Anzahl der Passagiere

    In den Maschinen, die 2011 auf dem Flughafen in Frankfurt landeten und abhebten, saßen 56,44 Millionen Passagiere. So viele wie noch nie in der Geschichte des Flughafens. Der Frachtumschlag verringerte sich dagegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent auf 2,17 Millionen Tonnen.

    In diesem Jahr steuert FRA - so die internationale Kennung der Luftfahrtorganisation IATA - auf einen weiteren Passagierrekord zu.

  • Die neue Piste

    Die neue, heftig umstrittene Landebahn hat den Betrieb wesentlich stabiler gemacht, weil nun nicht mehr an der technischen Auslastungsgrenze operiert werden muss. Fraport-Chef Stefan Schulte rechnet mit einem Passagierplus von 4 Prozent.

    Mit der zusätzlichen Piste kann die Zahl der Flugbewegungen pro Jahr nach Angaben von Fraport auf mehr als 700 000 steigen - damit will der Flughafen im Endausbau rund 90 Millionen Passagieren gerecht werden. Die Zahl der stündlichen Flugbewegungen würde dann von jetzt 90 auf 126 steigen.

  • Das Unternehmen Fraport

    Das Unternehmen Fraport beschäftigt über 20 000 Menschen. Für seine Aktionäre warf das Unternehmen eine stabile Dividende von zuletzt 1,25 Euro pro Aktie ab. Mehrheitseigentümer sind das Land Hessen (31,5 Prozent) und die Stadt Frankfurt (20,1 Prozent). Der Flughafen gilt als Deutschlands größte Arbeitsstätte: 70 000 Beschäftigten arbeiten am Frankfurter Drehkreuz.

Bisher streiken in Frankfurt nur die knapp 200 Vorfeldmitarbeiter. Flughafenbetreiber Fraport sichert durch den Einsatz von Aushilfen die Abfertigung mehr als 80 Prozent der Flüge und lässt den Streik damit bislang weitgehend ins Leere laufen. Eine Ausdehnung des Streiks hatte die GdF bereits am Montag angedroht. Jedes der 3.500 GdF-Mitglieder könne sich an einem Ausstand beteiligen, sagte Gewerkschaftssprecher Matthias Maas.
Außerdem solle ein Streik der Vorfeldmitarbeiter in Frankfurt nicht mehr wie bisher 24 Stunden vorher angekündigt werden. Der bis Donnerstag geplante Ausstand auf dem Vorfeld könnte daher ohne vorherige Ankündigung fortgesetzt werden, sagte Maas.

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Fraport nannte die Androhung von Solidarstreiks „maßlos überzogen“. Es könne nicht sein, dass ein zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliches Unternehmen, das ein vom Staat garantiertes Monopol ausübe, in einen privatrechtlichen Tarifstreit hinein gezogen werde. Hier sei die Bundesrepublik gefordert.

Quelle:  dapd
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