Frauen in Führungspostionen: BMW-Managerin für den Bahn-Vorstand

Frauen in Führungspostionen: BMW-Managerin für den Bahn-Vorstand

Das erste Halbjahr lief schlecht für die Bahn. Das Logistik- und Gütergeschäft bescherte ihr einen Gewinneinbruch. Mit einer Personalie will der Konzern positiv überraschen.

Die Deutsche Bahn muss einen herben Rückschlag verkraften. Die Konjunkturflaute drückte den operativen Gewinn im ersten Halbjahr um gut 20 Prozent auf rund 1,0 Milliarden Euro, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. In den ersten sechs Monaten 2012 waren es noch 1,3 Milliarden Euro. Zugleich wurde bekannt, dass schon in Kürze aller Voraussicht nach eine Frau das Vorstandsressort Technik übernehmen wird. Die BMW-Managerin Heike Hanagarth wurde zur neuen Technik-Chefin ernannt. Sie studiert Maschinenbau und arbeitete danach unter anderem beim Motorenhersteller MTU Friedrichshafen und bei Daimler. Die 54-Jährige war bislang Leiterin Motorenbau im BMW-Werk München. Sie ist promovierte Ingenieurin. Vorstandschef Rüdiger Grube sagte, mit der Berufung Hanagarths sei „in einem großen deutschen Konzern erstmals eine Frau ausschließlich für Technik zuständig“. Seit 2010 hat Vorstandsmitglied Volker Kefer die Bereich Infrastruktur und Technik verantwortet. Nun sind beide Ressort bei der Bahn wieder getrennt.

Für das schwache Betriebsergebnis im ersten Halbjahr ist der Schienengüterverkehr und das internationale Logistikgeschäft mit Transporten per Lastwagen, Schiff und Flugzeug verantwortlich. Die Umsatzeinbußen dort hätten auch durch eine „ordentliche Entwicklung“ im Personenverkehr nicht wettgemacht werden können, hieß es. Das Hochwasser im Juni mit Umleitungen im Bahnverkehr habe auch im Personenverkehr Spuren hinterlassen.
So lag der Gesamtumsatz des Konzerns laut Aufsichtsratskreisen in den ersten sechs Monaten geringfügig unter den 19,5 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums. Steigende Personal- und Energiekosten hätten letztlich das Betriebsergebnis deutlich sinken lassen.
Mit der Lieferung von 16 neuen Siemens-ICE kann die Bahn nach „Focus“-Informationen in diesem Jahr nicht mehr rechnen. Die Übergabe der ersten Züge sei erst im Frühjahr 2014 zu erwarten, berichtet das Magazin. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) rechne erst im November mit fehlenden Unterlagen des Hersteller Siemens. Eine Prüfung werde dann noch etwa vier Monate in Anspruch nehmen.
8 der 16 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro hätten eigentlich nach mehrmaliger Verzögerung im Dezember 2012 den Betrieb aufnehmen sollen. Der Einsatz wurde aber wegen Software-Problemen kurzfristig abgesagt. Für die neuerliche Verzögerung macht Siemens aber das EBA verantwortlich. „Alle Hersteller wissen aus der Praxis, dass Zulassungsverfahren sehr zeitaufwendig sein können und ihr Verlauf kaum abschätzbar ist“, sagte Infrastruktur-Vorstand Roland Busch dem „Focus“.

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Die Neuordnung der Zuständigkeiten im Bahn-Vorstand hatte Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht Mitte Juni damit begründet, dass Infrastrukturprojekte immer komplexer würden. Zugleich gebe es große technische Herausforderungen bei der Bahn wie die Zulassung und Lieferung neuer Züge.
Die neue Technikchefin, die am Montag gekürt werden soll, wurde in einem wochenlangen Auswahlverfahren gefunden. Sie müsse sich in der Sitzung des Aufsichtsrats keinem Konkurrenten mehr stellen, hieß es. In den 30 Dax-Konzernen gibt es derzeit 14 weibliche Vorstandsmitglieder. Die meisten von ihnen tragen Verantwortung im Bereich Personal.

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