Fundraising: Das Geschäft mit den Spenden

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Fundraising: Das Geschäft mit den Spenden

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Eine traditionelle Art zu spenden ist die Geldsammelbüchse. Heutzutage setzten viele gemeinnützige Gesellschaften, jedoch auf Hilfe von externen Spendenexperten.

von Marcel Berndt

Weihnachtszeit, Gabenzeit: Um Spenden einzunehmen, holen sich immer mehr gemeinnützige Organisationen Hilfe von außen. Fundraising-Agenturen profitieren davon.

Bei einem Schalke-Spiel kommt Sascha Schubert auf seine Geschäftsidee. Auf den Videowänden der Gelsenkirchener Arena wird für Knochenmarks- und Geldspenden für ein Mädchen aufgerufen, das an Leukämie erkrankt ist. Die Fans haben zwar Bier und Bratwurst parat, einen Kugelschreiber hat kaum jemand dabei. Was jedoch fast jeder mit hat, ist ein Handy. Sascha Schubert erkennt, dass nur nur die wenigsten die Kontonummer notieren können, aber so gut wie jeder könnte per SMS Geld spenden. Die Idee: Für jede gesendete Nachricht an eine bestimmte Nummer, wird ein bestimmter Betrag von der Telefonrechnung des Spenders abgehoben.

Mit dem Geschäftskonzept entscheidet Schubert sich ins Fundraising einzusteigen, also dem Beschaffen von Geldern. Mit Blick auf die Spendenzahlen ist das ein wachsender Markt: 2010 zählte der Deutsche Spendenrat 2,3 Milliarden Euro an Spenden, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Und um diese Gelder einzuholen müssen Wohltätigkeitsorganisationen die Werbetrommel rühren. Das Deutsche Zentral-Institut für soziale Fragen (DZI), das mit seinem Spenden-Siegel seriöse Organisationen auszeichnet, heißt etwa Werbekosten gut, die bis zu 30 Prozent der Spendeneinnahmen betragen.

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Wohltätigkeitsorganisationen arbeiten professioneller

Um diese 30 Prozent Werbeausgaben buhlen zunehmend Fundraising-Dienstleister. Laut dem ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Fundraising-Verbands, Thomas Röhr, ist der Bedarf an Fundraising nämlich gestiegen: „In den letzten zwanzig Jahren hat die Professionalisierung bei Wohltätigkeitsorganisationen zugenommen“, sagt der Verbandsvertreter. „Der Staat spart immer mehr und streicht Zuschüsse. Deshalb sind Wohltätigkeitsorganisationen stärker auf Spendenakquise angewiesen, um ihre Aktivitäten fortzuführen.“ Einerseits bauen Unternehmen ihre Fundraising-Abteilungen aus, andererseits setzen sie verstärkt auf Hilfe von außen.

Auf externe Fundraising-Agenturen setzen beispielsweise viele gemeinnützige Gesellschaften, weil ihnen das Personal fehlt, um auf die Straße zu gehen und Passanten um Spenden zu bitten. Aber oftmals fehlt ihnen auch die Expertise in bestimmten Bereichen. Dass dies vor allem im digitalen Marketing gilt, bemerkte etwa Sascha Schubert, der nach seinem Erlebnis auf dem Schalke-Spiel mit seinen Freunden Florian Nöll und Martin Müller im Dezember 2008 das Unternehmen Spendino gründete. „Viele Wohltätigkeitsorganisationen nutzen noch nicht moderne Wege zum Spendensammeln“, sagt Mitbegründer Florian Nöll.

Dabei sieht die junge Firma, die allein 2011 ihren Umsatz um 50 Prozent gesteigert hat, im Online-Fundraising großes Potenzial. Spendino bietet nämlich außer SMS-Diensten unter anderem Spendenformulare für Internetseiten, Software um Spendeneingänge zu verwalten, E-Mail-Dienste um neue Geber zu gewinnen und alte zu pflegen, sowie Spendensammelprogramme für soziale Netzwerke, wie Facebook. Mittlerweile zählt die 20-Mann-starke Firma 250 Kunden, darunter Amnesty International, das Deutsche Rote Kreuz und die Welthungerhilfe.

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