Fußball: Europas Clubs werden zum Spielball der Milliardäre

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Fußball: Europas Clubs werden zum Spielball der Milliardäre

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Fußball-Vereine wie Saint Germain haben dank ihrer Sponsoren genug Geld um Ikonen wie David Beckham anzuwerben.

von Peter Steinkirchner

Weltkonzerne, Oligarchen und arabische Königshäuser greifen nach dem europäischen Fußball. Der Dachverband Uefa versucht, mit neuen Regeln wirtschaftliche Chancengleichheit herzustellen. Doch es gibt Wege, das finanzielle Fair Play zu umgehen.

Als die alternde Fußballikone ihr Weltstar-Lächeln anknipst, geraten die Fotografen in Wallung: "David, regard-ici!!" schallt es aus der Kamerafront. "Schau hierher, Becks!! David, Foto!!!" Seit David Beckham vor gut einer Woche in Frankreichs Hauptstadt aufschlug, sonnt sich ihr Fußballclub Paris Saint-Germain im Ruhme des 37-jährigen Fußballmethusalems. Ablösefrei holte der Verein den weltberühmten Senior-Kicker für fünf Monate an die Seine, sein auf eine Million Euro geschätztes Salär will Becks Kindern spenden. Für den Kicker wie für Saint-Germain spielt Geld ohnehin keine Rolle.

Wie Erdöl aus scheinbar unerschöpflichen Quellen sprudeln bei der Champions-League-Elf die Euro, seitdem das Scheichtum Katar sie im Juni 2011 übernahm. Mehr als 250 Millionen Euro für Kicker wie Zlatan Ibrahimovic, Javier Pastore und Thiago Motta steckten die Araber bisher in das Team.

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Clubs glauben, dass Erfolg sich kaufen lässt

Das Kontrastprogramm läuft gut eine Flugstunde südwestlich, beim FC Valencia, wo Paris Saint-Germain am Dienstag zum Hinspiel in die K.-o.-Runde der Champions League startet. Das neue Stadion, das Nou Mestalla, steht seit 2009 halb fertig im Nordosten der krisengebeutelten Hafenstadt. Dem hoch verschuldeten Verein droht die Verstaatlichung. Er steht für Größenwahn und eine Expansion auf Pump, die einzig auf sportliche Erfolge und Einnahmen in der Zukunft spekulierte.

Und trotzdem haben der Krisenclub vom Mittelmeer und der Krösus von der Seine etwas gemeinsam, was den europäischen Spitzenfußball und jeden Rest des Fair Play auf dem Rasen an der Wurzel zu schädigen droht: den Glauben, mit Geld lasse sich Erfolg im Fußball kaufen. Spielergehälter und Ablösesummen für Kicker steigen in so astronomische Höhen, dass Clubs fürchten, darüber pleitezugehen oder am Tropf eines steinreichen Investors zu landen. Den anderen Vereinen bleibt nur, mitzumachen oder sich abhängen zu lassen. "Der Wettbewerb", sagt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern München, "ist ruinös geworden."

Finanz-Doping verzerrt den Wettbewerb

Scheichs aus Katar und Abu Dhabi, Weltkonzerne wie Russlands Energieriese Gazprom und Oligarchen wie Rinat Achmetow aus der Ukraine blasen zur Attacke auf die Krone des europäischen Fußballs. Sie investieren Millionen und drohen mit teuren Spielerkäufen und Millionengehältern das Spiel aus der Balance zu bringen. Der Dachverband Uefa versucht, mit neuen Regeln und einer verschärften Zulassung zu seinen wichtigsten Wettbewerben den Milliardenpoker in Schach zu halten.

Denn das Finanz-Doping verzerrt den Wettbewerb und treibt die Preise im gesamten Kickersystem in gefährliche Höhen. Am Ende holt nämlich immer nur ein Team den Sieg – und alle übrigen müssen sehen, wie sie ihre Verluste decken, wenn für sie die Einnahmen sinken. Auf 1,7 Milliarden Euro beziffert die Uefa die Miesen in den Bilanzen der europäischen Top-Vereine, 2007 waren es erst 0,6 Milliarden.

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