Fußball: Quantensprung für die Liga

KommentarFußball: Quantensprung für die Liga

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Im Schnitt 628 Millionen Euro pro Saison zahlen Sky, ARD, ZDF, Sport 1 und Axel Springer für die Übertragungsrechte der Bundesliga

von Peter Steinkirchner

Was der Verkauf der TV-Rechte der Bundesliga für Vereine, Käufer und Zuschauer bedeutet.

Nicht einmal eine halbe Stunde hat es gedauert, dann war der Spuk vorbei: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ihr wertvollstes Gut, die Übertragungsrechte der Bundesliga, für stolze 2,5 Milliarden Euro an insgesamt fünf Medienunternehmen verkauft. Dabei war am Ende weniger überraschend, wer am Ende die Nase vorn hatte im Poker um die Rechte.

Sky setzte sich gegen den Hauptkonkurrenten Deutsche Telekom beim Kampf um die teuren Live-Rechte durch, der Magentariese ging sogar bei den IPTV-Rechten leer aus und muss nun entscheiden, wie und wo er in Sachen Fußball weitermachen will bei seinem Angebot Entertain.

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ARD und ZDF wiederum sicherten sich die Rechte für Sportschau und Aktuelles Sportstudio, der Privatsender Sport 1 kaufte erneut Zweitligarechte, und der Berliner Axel Springer Verlag – ein Novum – kaufte die erstmals vergebenen Rechte, Zusammenfassungen der Samstagsspiele ab eine Stunde nach dem Abpfiff im Internet und auf Mobilgeräten gegen eine Gebühr zu zeigen. Damit steigt Springer praktisch ins TV-Geschäft ein.

628 Millionen Euro pro Saison

Der eigentliche Hammer jedoch – und darüber wirkte selbst der sonst hart gesottene und eloquente DFL-Chef Christian Seifert einigermaßen geplättet – liegt tatsächlich in der Summe, die die fünf Rechtekäufer gemeinsam ab der Saison 2013 / 2014 bis 2016 / 2017 auf den Tisch der DFL legen. Im Schnitt 628 Millionen Euro pro Saison zahlen Sky, ARD, ZDF, Sport 1 und Axel Springer fürs Kicken und Bolzen, das sind gut 50 Prozent mehr als für den aktuell laufenden Vertrag, bei dem die Liga auf im Schnitt 412 Millionen Euro kam.

Die Pakete im Überblick

  • Die Sky-Pakete

    Die Sky-Pakete im Überblick:

    Bundesliga Pay Broadcast (Kabel, Satellit und Terrestik)

    Bundesliga Pay Netcast I (IPTV: Live-Übertragung über Internet per Settopbox auf den TV, bisher bei der Telekom)

    Bundesliga Pay Netcast II (Web- und Mobile-TV: Live-Übertragung auf PCs, Tablet-Computern und Handys)

    Bundesliga Pay Erstverwertung Samstag (Verwertungsfenster für Highlights jeweils bis drei Stunden nach Anpfiff)

    Bundesliga Pay Erstverwertung Sonntag (Verwertungsfenster für Highlights Sonntags 19.00 Uhr - 20.00 Uhr)

    2. Bundesliga Pay

  • Die ARD-Pakete

    Die ARD-Pakete im Überblick:

    Free Live (mit Supercup, Saisoneröffnungsspiel und Rückrundeneröffnung, Relegation in 1. und 2. Liga)

    Free Erstverwertung Samstag (Verwertungsfenster für alle Freitags- und Samstagsspiele, außer Top-Spiel: Samstags 18.30 Uhr- 20.15 Uhr)

    Free Erstverwertung Sonntag (Verwertungsfenster: Sonntags 21:15 Uhr - 23:00 Uhr)

  • Das ZDF-Paket

    Das ZDF-Paket:

    Free Erst- und Zweitverwertung (Verwertungsfenster für alle Freitags- und Samstagsspiele der 1. Liga und die 13 Uhr der Liga 2: Samstags 21.45 Uhr - 24.00 Uhr)

  • Das Sport1-Paket

    Das Sport1-Paket:

    Free Drittverwertung (Verwertungsfenster für alle Freitags- und Samstagsspiele: Sonntags 6:00 Uhr - 15:00 Uhr; maximal 90 Minuten)

  • Das Axel-Springer-Paket

    Das Axel-Springer-Paket:

    Highlight Clips Netcast II (Web- und Mobile-TV, Verwertungsfenster für alle Spiele der 1. und 2. Liga, Supercup und Relegation:

    Ab 1 Stunde nach Spielende (Pay) und ab 0:00 Uhr am Tag nach der Free-Erstverwertung (Free))

Hinzu kommen noch einmal knapp 80 Millionen Euro aus der Auslandsvermarktung der Liga, macht in der Summe gut 700 Millionen Euro, die pro Spielzeit an die 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga ausgeschüttet werden. Ein eindrucksvolles Ergebnis für die DFL, ein Ritterschlag sicher für Christian Seifert und sein Team, die sehr geschickt und weitsichtig einen Bieterwettstreit inszenierten, der in dem Milliardenergebnis gipfelte.

Nun ist es an den erfolgreichen Bietern, allen voran Sky, die 485,7 Millionen Euro pro Saison aufgerufen haben, aus dem Rechtekauf Kapital zu schlagen. Zwar stieg die Sky-Aktie bereits seit heute früh, als erste Gerüchte die Runde machten, der Bezahlkanal habe das Rennen gemacht. Doch der horrende Kaufpreis will erst einmal wieder eingespielt werden.

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