Fußball: Sponsoren rücken von der Fifa ab

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Fußball: Sponsoren rücken von der Fifa ab

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FIFA-Präsident Sepp Blatter.

von Jürgen Salz

Lange haben sie geschwiegen. Nun äußern die Sponsoren Coca-Cola und McDonalds dezidiert Kritik an der Fifa. Adidas agiert da noch eher zurückhaltend. Mehr Mut würde den Fifa-Sponsoren insgesamt gut anstehen.

Sepp Blatter hat sich  durchgesetzt. Als Präsident wird er dem Weltfußballverband Fifa noch einige Monate länger erhalten bleiben als gedacht. Die europäischen Vertreter -  Uefa-Präsident Michel Platini und DFB-Boss – hatten sich für Neuwahlen noch vor Weihnachten ausgesprochen. Von wegen - über den Nachfolger von Blatter, der Anfang Juni zurücktrat, wird jetzt erst am 26. Februar 2016 entschieden. Der scheidende Präsident Blatter darf sich – wieder einmal – als Sieger fühlen. Nichts Neues bei der Fifa also?

Nicht ganz. Neu ist immerhin, dass mittlerweile einige Sponsoren deutliche Kritik an der Fifa üben. Bislang hatten die Geldgeber – zwei Handvoll Weltkonzerne, die jeder 30 bis 40 Millionen Dollar pro Jahr in die Kasse des Weltfußballverbandes überweisen dürften – stets geschwiegen, wenn es um die Korruptionsvorwürfe bei der Fifa ging. Doch nach der Festnahme von sieben Fifa-Funktionären im Frühjahr und den Turbulenzen um Blatters Rücktritt steigt auch der Druck auf die Geldgeber, sich öffentlich zu erklären.

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Zumal die Korruptionsvorwürfe bei der Fifa nicht gerade neu sind. Still und heimlich hatten sich zum Jahresende bereits Sony und die Fluglinie Emirates aus dem Sponsorenkreis verabschiedet, auch der Ölhersteller Castrol, der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson sowie der deutsche Autozulieferer Continental meldeten sich ab. Über die Gründe schweigen die Unternehmen.

Die verbliebenen Sponsoren versuchen nun im Fifa-Korruptionssumpf Haltung zu bewahren. Der Getränkekonzern Coca-Cola unterstützt nun die Forderung nach einer unabhängigen Reform-Kommission. Der Burgerbrater McDonalds mahnt öffentlich einen weitreichenden Wandel an, um Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei Fans und Sponsoren wiederherzustellen. Bereits im Mai hatte das Kreditkartenunternehmen Visa mit einem Rückzug als Sponsor gedroht. Sollte die Fifa die Wende nicht schaffen, werde man „sein Engagement überdenken“, teilte das Unternehmen mit.

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Eher verhalten nehmen sich dagegen die Einlassungen des deutschen Sportartikelherstellers Adidas aus. Einen „Schritt in die richtige Richtung“ nannte der Weltkonzern aus Herzogenaurach den Rücktritt von Blatter. Vorstandschef Herbert Hainer warb bereits für den Franzosen Platini als Nachfolger von Blatter. Dabei dürfte Adidas durchaus eigene Interessen verfolgen: Neben der Fifa ist der Sportartikelkonzern auch mit der Uefa verbandelt. Und als großer Reformer hat sich Platini bislang nicht hervorgetan. Bei der umstrittenen Vergabe für die WM 2022 votierte er für Katar. Eine Rückzugsdrohung wie von Visa war von Adidas bislang nicht zu vernehmen. Der dienstälteste Fifa-Sponsor dürfte freilich auch Angst haben, dass ansonsten Nike in die Lücke springt.

Von anderen großen Fifa-Sponsoren wie Hyundai (Auto), Gazprom (Energie) und Budweiser (Bier) war bislang wenig bis nichts zum Fifa-Korruptionssumpf zu hören. Mehr Mut würde allen Geldgebern gut anstehen. 

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