Geglückter Flughafen-Verkauf: Punkt für Fernandez

KommentarGeglückter Flughafen-Verkauf: Punkt für Fernandez

Bild vergrößern

Marcelino Fernandez Verdez, Vorstandsvorsitzender der Hochtief AG, verkündete überraschend den erfolgreichen Verkauf der Flughafensparte.

von Harald Schumacher

Überraschend verkündet der Hochtief-Chef den mehrfach gescheiterten Verkauf der Flughafen-Sparte - und nimmt seinen Kritikern zur Hauptversammlung den Wind aus den Segeln.

Damit hat kaum jemand gerechnet, der an diesem Dienstagmorgen nach Essen zur Hochtief-Hauptversammlung nach Essen gekommen ist: Der Mehrfach gescheiterte Verkauf der Hochtief-Flughafensparte ist überraschend gelungen - und offenbar zu einem Preis, wie er bereits im vergangenen Jahr im Gespräch war. Eher wäre angesichts des Verkaufsdrucks, den Hochtief-Chef Fernandez zuletzt erzeugt hatte, mit einem deutlichen Abschlag zu rechnen gewesen.

Anzeige

Ausriss aus Elbphilharmonie-"Nachtrag Nr. 5"

  • Mängel

    "Dabei hat der Auftragnehmer auch etwaige Mängel der Planungsgrundlagen zu beseitigen, unabhängig davon, ob diese von ihm verursacht wurden oder nicht..."

  • Bauleistungen

    "Die hieraus resultierenden Bauleistungen hat der Auftragnehmer ebenfalls ohne Anspruch auf Mehrvergütung oder Sowiesokosten zu erbringen, ohne Rücksicht darauf, ob diese bei Vertragsschluss bekannt oder erkennbar waren oder nicht,..."

  • Genehmigungen

    "Der Auftragnehmer trägt ferner das Risiko, dass die erforderlichen Genehmigungen rechtzeitig erteilt werden."

  • Haftung

    "Der Auftragnehmer haftet uneingeschränkt für die gesamte, auch die bisherige Planung."

Der vom Hochtief-Aktionär ACS entsandte Manager nimmt damit seinen Kritikern pünktlich zum Aktionärstreffen über Nacht erst einmal den Wind aus den Segeln. Doch Vorsicht. Auch beim Vertrag zum Weiterbau des Desaster-Projekts Elbphilharmonie ließ Fernandez sich als denjenigen feiern, der die Kuh vom Eis holte. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, wie hoch der Preis dafür ist: Risiken, wie sie nie zuvor ein großer Baukonzern sehenden Auges bei einem Großprojekt einging und für die langfristig dann doch die Aktionäre zahlen müssen, wenn nicht alles glatt läuft in Hamburg. Und glatt lief dort für Hochtief bis jetzt gar nichts.

weitere Artikel

Also sollte man vor zu lautem Jubel erst einmal ins Kleingedruckte der Verträge zwischen Hochtief und dem kanadischen Käufer schauen. Skepsis gegenüber Fernandez ist angebracht, weil bis heute niemand sicher sein kann, ab ihm die Interessen von Hochtief oder die des ungeliebten Großaktionärs ACS näher stehen. "Sind Sie die Lösung oder sind Sie das Problem?" fragt Aktionärsschützer Marc Tüngler vom Podium der Hauptversammlung und erinnert daran, dass ausgerechnet die Flughäfen positive Ergebnisse erwirtschafteten, das Baugeschäft - das Fernandez unbedingt halten will - aber nicht.

An diesem Morgen heißt es trotzdem erst einmal: Punkt für Fernandez.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%