Gekaufte WM 2006?: Die wichtigsten Fragen zum DFB-Skandal

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Gekaufte WM 2006?: Die wichtigsten Fragen zum DFB-Skandal

, aktualisiert 20. Oktober 2015, 14:09 Uhr

Das WM-Sommermärchen 2006 – alles nur gekauft? Ein Medienbericht über eine schwarze Kasse sorgt derzeit für Wirbel. Wie plausibel sind die Vorwürfe – und was hat Adidas damit zu tun? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

FIFA-Chef Joseph Blatter hatte 2012 bereits Andeutungen gemacht, dass es bei der Vergabe für die WM 2006 in Deutschland Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll. Nun sorgt ein „Spiegel“-Bericht über eine schwarze Kasse für neuen Wirbel. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies weitreichende Folgen vor allem für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach haben. Doch der DFB nennt die Anschuldigungen „haltlos“.

Wie lauten die Anschuldigungen gegen das deutsche Organisationskomitee?

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Konkret geht es um 6,7 Millionen Euro. Für den Zuschlag der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland soll nach einem unbestätigten Bericht des „Spiegel“ im Jahr 2005 Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein. Das Geld könnte laut „Spiegel“ eingesetzt worden sein, um die Stimmen von vier asiatischen FIFA-Exekutivkomitee-Mitgliedern zu gewinnen. Der DFB räumte Ungereimtheiten bei einer Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro ein, bestritt aber, dass es zum Stimmenkauf gekommen sei.

Das ist so lange her - ist der Vorfall nicht schon verjährt?

Wurde tatsächlich Geld zweckentfremdet, dürfte dies die Staatsanwaltschaften in Deutschland und der Schweiz beschäftigen. In Deutschland verjähren schwere Fälle von Untreue erst nach zehn Jahren.

Was hat Adidas damit zu tun?

Das angebliche Schwarzgeld soll dem Magazin zufolge der verstorbene frühere Chef des Sportartikelherstellers Adidas, Robert Louis-Dreyfus, geliehen und vor dem Turnier zurückverlangt haben. Der Deutsche Fußball-Bund habe die geforderten 6,7 Millionen Euro als deutschen Beitrag für die geplante und später abgesagte Eröffnungsgala im Berliner Olympiastadion deklariert und auf ein Fifa-Konto überwiesen.

"Die WM war nicht gekauft." Der Wirbel um die WM 2006 im Überblick

War das Sommermärchen erkauft? Für den Zuschlag der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland soll nach einem unbestätigten Medienbericht Geld aus einer schwarzen Kasse des Bewerbungskomitees geflossen sein.

Die WM 2006 - ein gekauftes Sommermärchen? Quelle: dpa

Wofür war das Geld offiziell bestimmt?

Das Geld sollte laut Unterlagen für das Kulturprogramm, insbesondere die Eröffnungsgala, genutzt werden. Die Gala von André Heller fand wegen der Rasenproblematik im Berliner Olympiastadion aber nie statt.

Wie plausibel sind die Anschuldigungen?

Schon 2012 hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter Andeutungen über Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe 2012 gemacht. „Gekaufte WM... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ“, hatte Blatter der Schweizer Boulevardzeitung „SonntagsBlick“ gesagt und spielte auf die Stimmenthaltung von Wahlmann Charles Dempsey an. Die Empörung in Deutschland war entsprechend groß. Man habe sauber gearbeitet, betonte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Wer waren die entscheidenden Leute im deutschen Organisationskomitee?

Chef und Gesicht der Bewerbung war Franz Beckenbauer, der auf vielen Weltreisen charmant für Deutschland als WM-Gastgeber warb. Als Strippenzieher fungierte hinter den Kulissen der umtriebige Berater Fedor Radmann, der auch eine Zeit lang als Vizepräsident des Organisationskomitees amtierte. Ebenfalls als Vize sowie in der Rolle des Mediendirektors prägte Niersbach das Bild der Bewerbung. Dazu kam Horst R. Schmidt, der als rechte Hand Beckenbauers und als Hirn der deutschen Weltmeisterschaft galt. Nach Radmanns Ausstieg übernahm der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger dessen Posten im Organisationskomitee.

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