Geplanter Terminalbau: Fraport-Chef sieht keine Verspätung à la BER

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Fraport-Chef Stefan Schulte blickt optimistisch in die Zukunft. Bis 2021 erwartet er ein durchschnittliches Wachstum von zwei bis drei Prozent pro Jahr.

von Jacqueline Goebel und Rüdiger Kiani-Kreß

Trotz anhaltender Diskussionen und einer erneuten Prüfung durch die hessische Landesregierung erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte keine Verzögerungen beim Baubeginn für das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen.

"Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer mit dem Bau starten", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte im Interview mit der WirtschaftsWoche. Auf Rückfrage erklärte der Manager zudem, der Bau werde sich auch nicht so lange hinziehen wie beim Berliner Pannen-Airport BER: "Wir haben viele Erfahrungen mit dem Bau neuer Terminals. Unsere Terminals in St. Petersburg sowie in Burgas und Varna in Bulgarien haben wir ohne Verspätung in Betrieb genommen."

Dabei ist Schulte unverändert von der Notwendigkeit eines neuen Terminals überzeugt. 2014 hatte der Airport trotz Streiks 2,6 Prozent mehr Passagiere, unterstrich Schulte: "Wir erwarten bis 2021 ein durchschnittliches Wachstum von zwei bis drei Prozent pro Jahr. Das bedeutet auch wieder mehr Flüge. Dafür brauchen wir das neue Terminal." Schon jetzt sei es immer schwieriger, neue Fluglinien etwa aus dem Billigflugbereich nach Frankfurt zu holen. "Jetzt eine Airline mit zum Beispiel 20 Flugzeugen hier zu positionieren würde nicht funktionieren. Dafür hätten wir zu wenige Gate-Positionen", sagte Schulte.

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Neue Organisation der Sicherheitschecks gefordert

Fraport fordert zudem eine neue Organisation der Personenkontrollen an Deutschlands Flughäfen. "Wir müssen uns insgesamt Gedanken machen, wie wir Sicherheit an Flughäfen besser organisieren", sagte Schulte im Interview mit der WirtschaftsWoche. Dabei "sollten die Erfahrungen der Flughafenbetreiber und der Airlines stärker genutzt werden. Nur so können meines Erachtens die notwendigen Kontrollen sicher, kundenfreundlich und zügig erfolgen", so der Manager.

Schulte will nicht daran rütteln, dass der Bund und die Bundespolizei die Standards setzen. Doch er fordert die Sicherheitsbehörden auf, die Flughäfen und Fluglinien endlich stärker einzubinden. "Wir als Flughafenbetreiber und die Airlines können zwar Vorschläge einbringen, auf deren Umsetzung haben wir aber keinen Einfluss", kritisierte der Manager die bisherige Praxis.

Damit äußerte sich der Chef des größten deutschen Flughafenbetreibers erstmals öffentlich zum Thema Sicherheit, seit Ende vergangenen Jahres EU-Sicherheitsprüfer in Frankfurt und an anderen Flughäfen bei jedem zweiten Versuch gefährliche Gegenstände durch die Kontrollen schmuggeln konnten.

Diese Pannen seien kein Indiz für generelle Sicherheitsmängel, unterstrich Schulte und nahm dabei seine Mitarbeiter in Schutz: "Bei den EU-Tests sind neue Sachverhalte getestet worden, die in den Schulungsunterlagen für die Luftsicherheitsassistenten nicht enthalten waren." Inzwischen seien zahlreiche Nachschulungen erfolgt. Der Fraport-Chef räumte ein, das erkläre die Ergebnisse zwar nicht vollständig, dazu sei die Thematik sehr komplex: "Es ist aber auch keine reine Frage der Personalqualität."

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