Geplatzte LEG-Übernahme: Deutsche-Wohnen-Chef räumt Fehler ein und lehnt Rücktritt ab

Geplatzte LEG-Übernahme: Deutsche-Wohnen-Chef räumt Fehler ein und lehnt Rücktritt ab

, aktualisiert 22. Oktober 2015, 14:36 Uhr
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Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn

von Harald Schumacher

An der Übernahme der LEG ist Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn ebenso gescheitert wie ein halbes Jahr zuvor an der von Conwert. Die Investoren aber haben angeblich nach wie vor Vertrauen in ihn und sein Managementteam.

„Wir haben nicht den besten Job gemacht“, gab Michael Zahn, Vorstandschef des Vermietungskonzerns Deutsche Wohnen, heute Morgen in einer Telefonkonferenz zu, nachdem er seinen Plan, den Konkurrenten LEG zu übernehmen, gerade nach zwei Monaten intensivem Übernahmekampf aufgeben musste. Er hätte den Investoren den Übernahmeplan besser erklären müssen, sagte Zahn. Eine Aufgabe seines Vorstandsamtes lehnt der Manager gleichzeitig aber ab, ließ er wiwo.de kurz darauf durch eine Sprecherin mitteilen, obwohl er im Frühjahr bereits vergebens versucht hatte, auch den österreichischen Konkurrenten Conwert zu schlucken: „Die Frage nach einem Rücktritt stellt sich nicht. Unsere Investoren haben im Rahmen der Roadshows vielfach ihr Vertrauen in die Fähigkeiten des Managementteams und insbesondere Herrn Zahns zum Ausdruck gebracht.“

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Doch gerade bei der Roadshow hatte es Irritationen gegeben. Zahn hatte offenbar akzeptiert, dass ausgerechnet sein für Investorenbeziehungen zuständiger Finanzvorstand Andreas Segal mit Abwesenheit glänzte und sich stattdessen zwei Monate lang an der Harvard-Universität in Boston aufhält. Dadurch entstand der Eindruck, Segal unterstütze die geplante Übernahme der LEG nicht. Die Deutsche Wohnen dementiert das: „Herr Segal war als CFO in die LEG-Transaktion eingebunden und hat den Zusammenschluss unterstützt.“

Warum Zahn Segal nicht spätestens zurück beorderte, als Marktführer Vonovia den LEG-Deal durch sein eigenes Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen torpedierte, bleibt offen.

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Zahn verwendete am Morgen 90 Prozent der Telefonkonferenz darauf, nun seinerseits die Übernahme durch Vonovia abzuwehren. Das Angebot sei „für die Deutsche Wohnen-Aktionäre nicht attraktiv", sagte er. Die von Vonovia-Chef Rolf Buch geplante feindliche Übernahme würde ein „deutschlandweit unfokussiertes Portfolio“ schaffen.

Deutsche-Wohnen-Aufsichtsrat Wolfgang Clement sagte zu einem möglichen Abgang Zahns: „Die Einschätzung, dass Herr Zahn nicht mehr lange Vorstandschef der Deutsche Wohnen sein werde, teile ich keineswegs. Sie ist aus meiner Sicht als Aufsichtsratsmitglied der DWAG falsch.“

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