Germanwings-Piloten im Ausstand: Nach dem Streik ist vor dem Streik

Germanwings-Piloten im Ausstand: Nach dem Streik ist vor dem Streik

, aktualisiert 16. Oktober 2014, 12:06 Uhr
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Reisende brauchen zum Ende der Herbstferien viel Geduld: Auf den Bahnstreik folgt sogleich der Pilotenstreik.

Die Lokführer haben ihren Streik beendet. Vereinzelt kommt es noch zu Verspätungen und Ausfällen bei der Bahn. Für Reisende steht gleich die nächste Geduldsprobe an: Nun streiken die Piloten bei Germanwings.

Die Lokführer haben ihren 14-stündigen Streik nach den offiziellen Bekanntmachungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) beendet. Der Zugverkehr hat sich nach Angaben des Unternehmens weitgehend stabilisiert. Es sei alles dafür getan worden, um die Züge an den Startbahnhöfen bereitzustellen, teilte die Bahn am frühen Donnerstagmorgen mit. Fahrgäste müssten lediglich vereinzelt mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Lokführer hätten teilweise erst noch zu ihren Einsatzorten gebracht werden müssen.

Auf Reisende und Pendler kommt direkt eine neue Geduldsprobe zu. Die Piloten bei Germanwings lassen seit Donnerstagmittag, 12 Uhr, die Arbeit für zwölf Stunden ruhen. Bei der Lufthansa-Tochter werden 100 von 500 Flügen gestrichen. Betroffen seien vor allem innerdeutsche Strecken.

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Größere Standorte von Germanwings sind Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Berlin, Hannover, Hamburg und Stuttgart. Die Lage am Flughafen Köln, an dem Germanwings seine Basis hat, sei bislang ruhig, teilte Germanwings zu Beginn des Ausstands mit.

Die Fluglinie veröffentlichte einen Ersatzflugplan im Internet. Gestrichene Verbindungen könnten auf der Germanwings-Homepage kostenlos umgebucht oder storniert werden, teilte die Fluglinie mit. Man habe etwa 13.000 E-Mails und SMS verschickt, um die Passagiere zu informieren.

Schwerpunkt bei der Flugplanung sei es, die Urlauber aus dem Mittelmeerraum zurückzubringen, sagte ein Germanwings-Sprecher. Dies gelinge nach bisherigem Stand komplett. Inlandsflüge fielen dagegen aus, die Passagiere könnten ab mittags auf die Bahn umsteigen. Die Fluglinie stelle Gutscheine aus.

Politiker rufen die zerstrittenen Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. In dem Tarifkonflikt mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht es um die Übergangsrente und Vorruhestands-Konditionen für Flugkapitäne.

Der Streik der Lokführer hat am Mittwoch zu teils massiven Behinderungen für Bahnreisende geführt. Im Fernverkehr fuhr nach Angaben der Deutschen Bahn nur jeder dritte ICE, Intercity oder Eurocity. Im Regionalverkehr gab es teilweise noch größere Probleme. Der Ersatzfahrplan im Fernverkehr habe sich aber ausgezahlt, ebenso wie die ausgedünnten Zugverkehre im Regionalverkehr, erklärte die Bahn. So sei sichergestellt worden, dass trotz massiver Einschränkungen weiterhin etwa ein Drittel der IC-, EC- und ICE-Züge gefahren seien.

„Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig zum Arbeitsplatz zu kommen.

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Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hatte ihre Mitglieder bundesweit zu einem 14-stündigen Streik aufgerufen. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Ein Ende des Tarifstreits ist nicht in Sicht. Ob weitere Streiks eventuell am Wochenende drohen, wollte die GDL nicht sagen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Zur Tarifautonomie gehöre auch das Mittel des Streiks, sagte Dobrindt in Berlin. Damit sei aber besonders verantwortungsvoll umzugehen, um die Zahl der betroffenen Dritten gering zu halten.

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