Gespräche aufgenommen: Vodafone bestätigt Interesse an Kabel Deutschland

Gespräche aufgenommen: Vodafone bestätigt Interesse an Kabel Deutschland

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Vodafone späht auf das Netz von Kabel Deutschland.

Ende der Gerüchteküche: Der britische Mobilfunkriese Vodafone hat zum ersten Mal öffentlich bestätigt, dass er an der Übernahme des deutschen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland interessiert ist.

Jetzt macht Vodafone ernst: Der britische Mobilfunkriese hat erstmals sein Interesse an einer Übernahme von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland bestätigt. Vodafone sprach in einer offiziellen Mitteilung an die Londoner Börse von einer "vorläufigen Kontaktaufnahme mit Kabel Deutschland bezüglich eines möglichen Übernahmeangebots". Es sei aber nicht sicher, dass es letztlich zu einer Offerte kommen werde.

Auch Kabel Deutschland bestätigte kurz darauf einen Übernahmevorschlag vom britischen Mobilfunkriesen. Das Unternehmen schränkte aber zugleich ein: "Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt weder Gewissheit darüber, ob ein Angebot tatsächlich abgegeben wird, noch was die Bedingungen eines solchen Angebots sein könnten."

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Die Nachricht trieb die Kabel-Deutschland-Aktie am Mittwoch um 9,5 Prozent in die Höhe auf bis zu 81,84 Euro. Damit ist der im MDax Kabelnetzbetreiber an der Börse gut 7,2 Milliarden Euro wert. Bevor die ersten Spekulationen über ein Kaufinteresse von Vodafone aufgetaucht waren, waren es nur 5,6 Milliarden Euro.

Kennzahlen Kabel Deutschland

  • Umsatzentwicklung

    Der Kabelnetzbetreiber verzeichnete im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatzanstieg von 6,3 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro (Vorjahr 1,6 Milliarden Euro)

  • Gewinnentwicklung

    Das Netto-Ergebnis (Gewinn nach Steuern) betrug für 2011/12 159 Millionen Euro. Im Vorjahr machte Kabel Deutschland noch einen Netto-Verlust von gut 45 Millionen Euro.

  • TV-und Breitband-Abonnements

    Die Abozahl stieg zum 31. März 2012 gegenüber dem Vorjahr um 750.000 auf über 13,4 Millionen (Vorjahr 12,7 Millionen, plus 5,9 Prozent). Kabel Deutschland konnte die Gesamtzahl der Abonnements rund um den Kabelanschluss auf 12,7 Millionen steigern (Vorjahr 12,1 Millionen). Die Zahl der Internet- und Telefon-Abonnements stieg im Vorjahresvergleich um 511.000 oder 20,0 Prozent auf 3 Millionen (Vorjahr 2,5 Millionen)

    Auch die Nachfrage nach den Premium TV-Angeboten (Pay TV und digitale HD-Videorecorder) nahm deutlich zu. Zum Ende des Geschäftsjahres am 31. März 2012 hatte Kabel Deutschland 1,7 Millionen Premium TV-Abo-Kunden (Vorjahr 1,3 Millionen), ein Plus von 415.000 Abonnements oder 32,9 Prozent.

Was ist den Briten der deutsche Netzbetreiber wert?

Wie viel Vodafone für Kabel Deutschland zu bieten bereit ist, blieb zunächst unklar. Die Analysten der Investmentbank MainFirst erklärten, eine Offerte müsse bei 80 Euro je Aktie liegen. Damit müssten die Briten einschließlich der zuletzt 2,8 Milliarden Euro Schulden von Kabel Deutschland fast zehn Milliarden Euro ausgeben. Händler Basil Petrides von Hartmann Capital bezeichnete den Vorstoß von Vodafone als "Defensiv-Strategie". Es gelte Rivalen wie Liberty Global zuvorzukommen, dem bereits die anderen beiden großen deutschen Kabelgesellschaften Unitymedia und KabelBW gehören.

Nach einem Magazinbericht feilt auch der US-Kabelriese an einer Übernahmeofferte für Kabel Deutschland. Doch davor stünden hohe Hürden: Unitymedia und Kabel BW decken Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ab, die restlichen 13 Bundesländer versorgt Kabel Deutschland. Entsprechend scharf schauen die Wettbewerbshüter den Anbietern auf die Finger.

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Mit der Interessenbekundung macht Vodafone den monatelangen Spekulationen um Kabel Deutschland ein Ende: Schon im Februar waren entsprechende Pläne der Briten vorzeitig bekannt geworden. Vodafone ließ einige Monate Gras über die Sache wachsen, hatte Finanzkreisen zufolge das Interesse an Kabel Deutschland aber nie verloren. Nun nahm Vodafone mit einem Brief einen neuen Anlauf.

Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein schmeichelt, dass sein Unternehmen so umworben wird. Auf einer Fachmesse in Köln sagte er kürzlich: "Das Interesse von anderen Spielern aus der Telekom-Branche zeigt, wie attraktiv wir sind."

Mobilfunkkonzerne hätten erkannt, dass eine Zusammenarbeit mit einem Festnetzanbieter wie Kabel Deutschland sinnvoll sei, um die explodierenden Datenmengen in den Handynetzen zu bewältigen, sagte von Hammerstein. Die Anbindung der Mobilfunkantennen an das Festnetz sei oftmals ein Engpass, der Datenübertragungen ausbremse. Über die superschnellen Glasfaser-Leitungen der Kabelnetzbetreiber ließe sich das ändern.

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