Gespräche beendet: Bertelsmann scheitert mit Gruner + Jahr-Übernahme

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Gespräche beendet: Bertelsmann scheitert mit Gruner + Jahr-Übernahme

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Die Bertelsmann AG wird Gruner + Jahr nicht schlucken.

Nach langem Ringen um die komplette Übernahme des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr durch den Bertelsmann-Konzern sind die Gespräche nun gescheitert. Die Jahr-Familie behält ihren Anteil.

Bertelsmann gibt seine Pläne für einen Komplettkauf von Europas größtem Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr ("Stern", "Brigitte") auf. Bertelsmann sei in Gesprächen mit der Familie Jahr über die Ausrichtung von Gruner + Jahr übereingekommen, das Zeitschriftenhaus gemeinsam weiterzuentwickeln, teilte der Gütersloher Medienkonzern am Freitag mit.

Die beiden Eigner hätten sich darauf verständigt, an den Anteilsverhältnisse nichts ändern zu wollen, hieß es. Bertelsmann hält knapp drei Viertel der Verlagsanteile, die Jahr-Familie die restlichen 25,1 Prozent. Einem Medienbericht zufolge wollten die Jahrs im Tausch für ihre Beteiligung mindestens fünf Prozent der Bertelsmann-Aktien.

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Die Pläne für eine Komplettübernahme des Hamburger Traditionsverlags waren im August publik geworden. Bertelsmann versprach sich durch die Transaktion höhere Einsparmöglichkeiten und eine bessere Kontrolle über die Print-Geschäfte der Tochter. Wenige Wochen nach Bekanntwerden der Pläne nahm Gruner+Jahr-Chef Bernd Buchholz seinen Hut. Der Jurist und Volkswirt hatte den Verlag dreieinhalb Jahre lang geführt.

Gruner + Jahr bringt in mehr als 20 Ländern 285 Zeitungen und Zeitschriften heraus. 2011 fuhr das 12.000 Mitarbeiter starke Unternehmen bei 2,3 Milliarden Euro Umsatz einen operative Gewinn von 233 Millionen Euro ein. Das Geschäft ist allerdings schwierig, da die Printauflagen in vielen westlichen Ländern zurückgehen.

Um gegenzusteuern, wagte sich das Unternehmen auf Wachstumsmärkte wie China oder Indien und treibt den Ausbau der Digital-Geschäfts voran. Bertelsmann wolle auch weiter bei Gruner + Jahr investieren, sagte Konzernchef Thomas Rabe nun: "Wir werden die starke Position von G+J im Mediengeschäft ausbauen, die Digitalisierung von Inhalten und Marken vorantreiben und die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen."

Winfried Steeger, Geschäftsführer der Jahr Holding GmbH & Co. KG, kommentierte: "In den intensiven und konstruktiven Gesprächen mit Bertelsmann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir die anstehenden Herausforderungen für G+J am besten gemeinsam werden meistern können. Beide Gesellschafter kennen das Verlagshaus seit langem, vertrauen einander und werden G+J in eine gute Zukunft führen."

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