Gewerkschaft: US-Piloten helfen Lufthansa-Chef Franz

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Die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" fordert für die rund 4500 Flugzeugführer der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings 4,6 Prozent mehr Lohn über ein Jahr. Die Kollegen aus den USA haben dafür wenig Verständnis.

von Rüdiger Kiani-Kreß

In der aktuellen Tarifrunde erhält Lufthansa-Chef Christoph Franz ungewohnten Beistand: Die weltgrößte Pilotengewerkschaft ALPA hält die Forderung der deutschen Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für unrealistisch.

Wenige Dinge galten bisher in der unberechenbaren Flugbranche als so verlässlich wie die Solidarität der Piloten untereinander. Egal was Kollegen anderer Airlines forderten, sie konnten sich Rückhalts ihrer Kollegen sicher sein.

Den Konsens kündigt nun mitten im aktuellen Arbeitskampf bei der Lufthansa ausgerechnet die weltgrößte Pilotengewerkschaft Air Line Pilots Association (ALPA) auf. „Das aktuelle Vorgehen der Gewerkschaften bei Lufthansa oder Iberia ist unrealistisch, kurzsichtig und gefährdet Unternehmen und Arbeitsplätze“, kritisierte ALPA-Chef Lee Moak seine Kollegen aus Europa in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Obwohl die Lufthansa mehr denn je unter der Konkurrenz durch Billigflieger und Fluglinien aus der Golfregion sowie den wieder erstarkten Fluglinien aus den USA leidet, forderte die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" am vergangenen Donnerstag für die rund 4500 Flugzeugführer der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings 4,6 Prozent mehr Lohn über ein Jahr.

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Mehrere Gewerkschaften mischen mit Lufthansa in der Streik-Klemme

Die Streiks bei der Lufthansa scheinen nicht aufzuhören. Zwar wird die Krankich-Airline statistisch gesehen verhältnismäßig selten bestreikt, jedoch sind die Auswirkungen für Kunde und Unternehmen massiv.

Ein Passagierin wartet am Frankfurter Flughafen auf ihren Abflug. Weil das Bodenpersonal streikt bleiben 700 Lufthansaflüge am Boden Quelle: REUTERS

Dafür hat der früher bei der weltgrößten Fluglinie Delta aktive Flugzeugführer kein Verständnis und sagt: „Es ist schon merkwürdig, wie Kollegen die Lage verkennen.“ Aus seiner Sicht leiden die europäischen Fluglinien darunter, dass die wichtigsten Wettbewerber wie die Linien aus den arabischen Emiraten wie Qatar Airways, Etihad aus Abu Dhabi und Emirates aus Dubai niedrigere Kosten und eine stärkere Rückendeckung ihrer Regierungen haben. „Das mag man unfair nennen, aber es ist nun mal Realität. Und wenn die europäischen Fluglinien überleben wollen, müssen sie diese Nachteile wettmachen.“ Das bedeutet aus Moaks Sicht auch niedrigere Arbeitskosten. „Das kann man durch effizientere Abläufe erreichen. Aber wo das wie bei der Lufthansa weitgehend ausgereizt ist, geht es auch um die Gehälter.“

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Stattdessen, so der US-Funktionär „verstehen die Gewerkschaften das aktuelle Problem der Branche nicht. Sie sind nicht nur gegen Anpassungen, sie fordern Lohnerhöhungen und wecken damit Erwartungen, die nicht zu erfüllen sind und irgendwann enttäuscht werden müssen.“

Dabei wundert sich Moak, dass seine europäischen Kollegen aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. „Bei Airlines wie Swissair, Sabena oder Alitalia, haben die  Kollegen auf hohen Löhnen und selbst auf überzogenen Privilegien wie einem Limousinenservice zum Flughafen bestanden –nun sind die Unternehmen verschwunden  und mit ihnen viele Jobs.“

Darum rät der Pilotenfunktionär seinen europäischen Kollegen, die Unternehmensführung beim Umbau zu unterstützen. „Wir US-Piloten haben beim Umbau unserer Unternehmen auf die harte Tour gelernt, dass dies der einzige Weg ist.“ Dabei begrüßt er ausdrücklich die vorvergangene Woche gestartete Initiative von Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräten der Flugbranche zur Abschaffung politischer Belastungen wie der deutschen Luftverkehrsabgabe. „Die Tarifparteien müssen endlich aufhören sich gegenseitig zu bekämpfen und ihre Energie darauf richten, dass die Politik für einen fairen Wettbewerb mit subventionierten Wettbewerbern sorgt.“

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