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Gewinnrückgang : Amazon zahlt für rasantes Wachstum

von Katja Köllen

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat erneut schlechtere Zahlen als im Vorjahr vermeldet. Die Aktie schoss nachbörslich trotzdem um neun Prozent in die Höhe. Analysten hatten mit deutlich Schlimmeren gerechnet.

Viel Geld in der Kasse
2012 setzte Amazon gut 61 Milliarden US-Dollar um (Vorjahr: 48 Milliarden), machte aber einen Nettoverlust von rund 30 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 631 Millionen Gewinn). Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...

Bild: dpa

Der Gewinn des US-Konzerns liegt nach dem ersten Quartal 2012 bei 130 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum kam Amazon noch auf 201 Millionen. Millionenschwere Investitionen etwa in die Logistik, neue Produktentwicklungen sowie hohe Marketingausgaben und Preisrabatte ließen Amazons Gewinn schmelzen.

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Der Online-Versandhandel steht bereits seit mehreren Quartalen vor schrumpfenden Gewinnzahlen. Auch im vierten Quartal des vergangenen Jahres war der Umsatz geringer ausgefallen, als ihn Wall-Street-Analysten erwartet hatten. Die Experten waren von einem absoluten Umsatz von mindestens 18,1 Milliarden Dollar ausgegangen. Zwar erreichte Amazon mit 17,4 Milliarden Dollar einen neuen absoluten Umsatzrekord, lag 35 Prozent über dem Vorjahresergebnis, konnte damit aber nicht die Erwartungen der Experten erfüllen.

Auch der Gewinn ging damals insgesamt um satte 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. 2010 waren es 416 Millionen Dollar gewesen, ein Jahr später brachte es Amazon nur noch auf einen Reingewinn von 177 Millionen. Grund dafür waren auch hier die zahlreiche Investitionen, die Amazon 2011 weiter voran bringen sollten.

Das vorrangige Ziel für Amazon war und ist es, neue Kunden anzulocken und damit Marktanteile zu ergattern, deshalb nimmt das Unternehmen auch Verluste in Kauf. Seit diesem Quartal gibt es erste Anzeichen, dass sich diese Strategie auch lohnen könnte, denn der Umsatz verbesserte sich um 34 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar.

Gutes Image in Deutschland

In Deutschland zählt Amazon zu den größten Versandhäusern des Landes. Allein 2011 machte der Online-Händler mit 2,546 Milliarden Euro fast doppelt so viel Umsatz wie der deutsche Versandhändler Otto.

Hierzulande verfügt das Unternehmen über ein positives Image: Auf der Rangliste „Best Brands 2012“ landete Amazon in der Sonderkategorie der erfolgreichsten Händler im Nicht-Lebensmittel-Segment auf dem ersten Platz, und verwies damit Unternehmen wie die Drogeriekette DM oder das Möbelhaus Ikea auf die hinteren Ränge.

Und der deutsche Markt soll noch erweitert werden: Erst im Dezember kündigte Amazon an, in der Bundesrepublik zwei neue Logistikzentren zu bauen. „Ab Januar werden wir in Koblenz und Pforzheim mit der Einstellung von Mitarbeitern aus der Region beginnen“, sagte Armin Cossmann, Leiter der deutschen Logistikzentren bei Amazon. Pro Zentrum sollen rund 1000 langfristige Arbeitsplätze sowie bis zu 2000 saisonale Arbeitsplätze entstehen. Für das dritte Quartal 2012 ist die Eröffnung der Zentren geplant. Das US-Unternehmen hat bereits sechs Logistikzentren in Deutschland.

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