Grammy Awards: Wackelige Wende in der Musikindustrie

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Grammy Awards: Wackelige Wende in der Musikindustrie

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Die Beatles-Musiker Paul McCartney (71) und Ringo Starr (73) erhalten bei den diesjährigen Grammys einen Ehrenpreis. Der Musikmarkt von heute hat mit dem vor zwanzig oder dreißig Jahren nichts mehr gemein.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Musik: Die Glamourbrache feiert sich diese Woche gleich zweimal: Zuerst zum Jahresrückblick beim weltweit wichtigsten Musikpreis Grammy und später zum Ausblick auf der bedeutendsten Musikmesse Midem in Cannes. Und alle Akteure hoffen, dass im Geschäft die Entwicklung in Deutschland die Richtung vorgibt - und nicht die in den USA.

In der Medienindustrie gelten die Musikkonzerne traditionell als Vorreiter – und nicht nur weil die Plattenfirmen als erste Opfer der Raubkopierwelle über das Internet wurde. Die Branche feiert ihre wichtigsten Feste von jeher bereits im Januar.

Der Reigen begann am frühen Montagmorgen unserer Zeit mit der größten Sause der Branche zur Vergabe des weltweit wichtigsten Musikpreises Grammy im Staples Center von Los Angeles. Beim weltweit übertragenen Oscar der Musikwirtschaft treten unter anderem Altstars auf wie verbliebenen Beatles Paul McCartney und Ringo Star oder die Hard-Rock-Legenden Black Sabbath. Dazu kommen Chartstürmer wie das französische Dance-Pop-Experimentalisten Daft Punk, die Hip-Hop-Überraschung Macklemore & Lewis sowie Country-Musik-Beau Hunter Hayes.

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Wenn dann alle ab Dienstag den Rausch ihrer Aftershow-Partys abgeschüttelt haben, geht es ins südfranzösische Cannes an die Prachtstraße Croisette. Dort direkt am noch etwas kühlen Mittelmeer reden Ende kommender Woche die Starmacher auf der wichtigsten Branchenmesse Midem miteinander: auf den Podien über die wichtigsten Trends und in den Räumen des futuristischen Palais des Festivals oder des nahen Hotel Majestic diskret die großen Deals.

Top 10 Single-Jahrescharts 2013

  • Platz 10

    Naughty Boy feat. Sam Smith
    "La La La"

  • Platz 9

    Imagine Dragons
    "Radioactive"

  • Platz 8

    Capital Cities
    "Safe And Sound"

  • Platz 7

    Macklemore & Ryan Lewis feat. Wanz
    "Thrift Shop"

  • Platz 6

    Macklemore & Ryan Lewis feat. Ray Dalton
    "Can't Hold Us"

  • Platz 5

    Passenger
    "Let Her Go"

  • Platz 4

    Daft Punk feat. Pharrell Williams
    "Get Lucky"

  • Platz 3

    Will.I.Am feat. Britney Spears
    "Scream & Shout"

  • Platz 2

    Robin Thicke feat. T.I. & Pharrell Williams
    "Blurred Lines"

  • Platz 1

    Avicii
    "Wake Me Up"

Eigentlich könnten alle dabei guter Dinge sein. Denn laut einer Studie der Beratung PWC hat die Branche die Wende geschafft. So melden neun der weltweit 20 größten Märkte wieder Wachstum. In Deutschland etwa lag das Plus bei rund einem Prozent. Und in Großbritannien ist zumindest der Rückgang auf Null gestoppt dank neuer Angebote wie den Streaming genannten Diensten, wo Fans ihre Wunschmusik per Internet abrufen können und entweder mit einer Monatsgebühr zahlen oder indem sie Werbung erdulden.

Doch entspannt ist die Lage noch nicht. Denn so richtig solide ist die Wende noch nicht. Alle hoffen, dass die Trends der Branche künftig nicht mehr wie bisher aus den USA kommen – zumindest wenn es nicht um neue Künstler und Weltstars geht. Denn für die Glamourbranche verlief das vergangene Jahr in größten Markt trotz sinkender Rückgänge immer noch extrem schwach.

Die USA liefert zwar nach wie vor eine gewaltige Welle neuer Stars. Doch laut den jüngsten Zahlen in Branchenmagazinen wie Musikmarkt jagt bei den Umsätzen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten seit Jahren ein Negativrekord den anderen. So gab es zum Jahreswechsel mit 4,25 Millionen verkauften Alben in Sachen Verkäufen die schlechteste Woche seit Beginn der zuverlässigen computerunterstützten Marktbeobachtung im Jahr 1991. Den größten Wochenumsatz gab es vor Weihnachten 2000 mit 45,4 Millionen Alben.

Top 10 Album-Jahrescharts 2013

  • Platz 10

    Heino
    "Mit freundlichen Grüßen"

  • Platz 9

    Santiano
    "Bis ans Ende der Welt"

  • Platz 8

    Volbeat
    "Outlaw Gentlemen & Shady Ladies"

  • Platz 7

    Depeche Mode
    "Delta Machine"

  • Platz 6

    Helene Fischer
    "Best Of"

  • Platz 5

    Andrea Berg
    "Abenteuer"

  • Platz 4

    Santiano
    "Mit den Gezeiten"

  • Platz 3

    Andrea Berg
    "Atlantis"

  • Platz 2

    Robbie Williams
    "Swings Both Ways"

  • Platz 1

    Helene Fischer
    "Farbenspiel"

Wie stark der Rückgang ist, zeigt der Jahresvergleich. Im Rekordjahr 2000 kauften die US-Musikfans insgesamt in Läden und Onlineshops wie iTunes und Amazon 785,14 Millionen Alben, 2013 dagegen nur 289,41 Millionen.

Das liegt zum einen an der nach wie vor grassierenden Piraterie. Zwar sank der Anteil der BitTorrent genannten illegalen Webseiten am gesamten Webverkehr seit 2011 von 18,9 auf 11,1 Prozent. Doch der Umsatzverlust bleibt hoch. Vom Favoriten der Musikdiebe, dem aus Hawaii stammenden Bruno Mars, gab es laut einer Statistik des auf die Musikbranche spezialisierten Analysedienstes Musicmetric aus London insgesamt vier Millionen illegale Album-Downloads – und in den USA gerade mal 641 000 legal verkauften Alben.

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